Bei einer Nullstelle: Prüfe den Vorzeichenwechsel für die Bisektion oder berechne f und f′ für Newton, und behalte sechs oder mehr Stellen in einer Tabelle der Iterierten.
Für einen Tabellenwert: Interpoliere linear zwischen den beiden benachbarten Punkten.
Für ein Integral: Bestimme h = (b − a)/n, liste f an jedem Knoten auf, wende die Gewichte an (1, 2, …, 2, 1 für Trapez; 1, 4, 2, …, 4, 1 für Simpson mit geradem n) und multipliziere mit h/2 bzw. h/3.
Für eine Differentialgleichung: Gehe von t₀ aus mit yₙ₊₁ = yₙ + h·f(tₙ, yₙ) (Euler) oder der gemittelten Steigung (Heun) schrittweise vor, eine Zeile pro Schritt, bis du das gesuchte t erreichst.
2Übungsaufgaben
1.DifferentialgleichungenMittel
Ein geschmiedetes Stahlteil mit 380 °C kühlt in einer Werkstatt mit 21 °C ab. Nach 32 min beträgt die Temperatur 121 °C. Sie folgt dem Newtonschen Abkühlungsgesetz dT/dt = −k·(T − Tₐ). Wie lange nach dem Start, t, dauert es, bis 251 °C erreicht sind?
T0 = 380 °CTa = 21 °CT(32) = 121 °CT = 251 °C
t = min
2.DifferentialgleichungenSchwer
Ein Behälter enthält 1000 L reines Wasser. Salzlösung mit 0,05 kg Salz pro Liter fließt mit 4 L/min zu, und die gut durchmischte Lösung fließt mit derselben Rate ab. Nach wie vielen Minuten t enthält der Behälter 35 kg Salz?
V = 1000 Lm0 = 0 kgc = 0,05 kg/Lr = 4 L/min
t = min
3.IntegraleMittel
Berechne I = ∫210 5/x dx.
f(x) = 5/x[2, 10]
I =
4.IntegraleSchwer
Das Gebiet zwischen der Geraden y = 2x und der Parabel y = 2x² wird um die x-Achse gedreht. Bestimme das Volumen V des entstehenden Körpers.
y = 2xy = 2x²
V =
5.AbleitungenMittel
Gegeben ist f(x) = (−2x − 1)3. Bestimme f′(2).
f(x) = (−2x − 1)3x = 2
f′(2) =
6.AbleitungenSchwer
Die Tangente an f(x) = 2x2 + 2 bei x = 2 schneidet die y-Achse bei y = b. Bestimme b.
f(x) = 2x2 + 2x = 2
b =
7.Numerische VerfahrenMittel
Nähere ∫02 1/(1 + x³) dx mit der Simpson-Regel mit n = 4 Streifen an. Gib S an.
f(x) = 1/(1 + x³)[a, b] = [0, 2]n = 4
S =
8.Numerische VerfahrenSchwer
Verwende das Heun-Verfahren (verbessertes Euler-Verfahren) mit h = 0,25 für y′ = −2ty, y(0) = 1, um y2 ≈ y(0,5) zu schätzen.
y′ = −2tyy(0) = 1h = 0,25
y2 =
3Lösungen
1.Differentialgleichungen
Antwort: t = 11,15 min
Differentialgleichungen erster Ordnung: dy/dt = k·y hat die Lösung y = y₀·ekt (Wachstum für k > 0, Zerfall für k < 0); eine Halbwertszeit T ergibt k = ln 2/T. Das Newtonsche Abkühlungsgesetz dT/dt = −k·(T − Tₐ) ergibt T(t) = Tₐ + (T₀ − Tₐ)·e−kt. Eine lineare Gleichung y′ + p(x)·y = q(x) löst man mit dem integrierenden Faktor μ = e∫p dx: (μy)′ = μq, also μy = ∫μq dx + C.
Abkühlungskonstante
k = ln(359/100)/32 = 0,03994 min⁻¹
Zeit bis zum Zielwert
t = ln(359/230)/0,03994 = 11,15 min
Antwort
t = 11,15 min
2.Differentialgleichungen
Antwort: t = 301 min
Differentialgleichungen erster Ordnung: dy/dt = k·y hat die Lösung y = y₀·ekt (Wachstum für k > 0, Zerfall für k < 0); eine Halbwertszeit T ergibt k = ln 2/T. Das Newtonsche Abkühlungsgesetz dT/dt = −k·(T − Tₐ) ergibt T(t) = Tₐ + (T₀ − Tₐ)·e−kt. Eine lineare Gleichung y′ + p(x)·y = q(x) löst man mit dem integrierenden Faktor μ = e∫p dx: (μy)′ = μq, also μy = ∫μq dx + C.
Ergebnis
m(t) = 50 + (−50)·e−t/250
Nach t auflösen
e−t/250 = (50 − 35)/(50 − 0) = 0,3
t = 250·ln(3,333) = 301 min
Antwort
t = 301 min
3.Integrale
Antwort: I = 8,047
Bestimmte Integrale: ∫ₐᵇ f(x) dx ist die orientierte Fläche zwischen dem Graphen und der x-Achse von a bis b. Finde eine Stammfunktion F (mit F′ = f) und berechne F(b) − F(a). Potenzregel: ∫xⁿ dx = xⁿ⁺¹/(n + 1). Die Fläche zwischen zwei Kurven ist ∫(obere − untere) dx.
Stammfunktion
F(x) = 5·ln x
An den Grenzen auswerten
I = 5·(ln 10 − ln 2) = 5·ln 5 = 8,047
Antwort
I = 8,047
4.Integrale
Antwort: V = 1,676
Rotationsvolumen: Dreht man das Gebiet unter y = f(x) von x = a bis x = b um die x-Achse, entsteht ein Körper, dessen Querschnitt bei x eine Kreisscheibe mit Radius f(x) ist. Die Summe der Scheiben ergibt V = π∫ₐᵇ f(x)² dx. Liegt das Gebiet zwischen einer äußeren Kurve R(x) und einer inneren Kurve r(x), ist jede Scheibe ein Ring: V = π∫ₐᵇ (R(x)² − r(x)²) dx. Quadriere die Radien, bevor du sie subtrahierst.
Schnittpunkte
2x = 2x² → x = 0, x = 1
Ringmethode
V = π∫₀1 ((2x)² − (2x²)²) dx
Integrieren
V = π(4·1³/3 − 4·1⁵/5) = π·0,5333 = 1,676
Antwort
V = 1,676
5.Ableitungen
Antwort: f′(2) = −150
Differenzieren: Die Ableitung f′(x) ist die Steigung des Graphen bei x. Potenzregel: (xⁿ)′ = n·xⁿ⁻¹. Produktregel: (uv)′ = u′v + uv′. Kettenregel: (f(g(x)))′ = f′(g(x))·g′(x). Wo f′(x) = 0 ist, hat der Graph eine waagerechte Tangente: ein Maximum, Minimum oder einen Sattelpunkt.
Kettenregel
f′(x) = 3·(−2x − 1)2·(−2)
Einsetzen
f′(2) = 3·(−5)2·(−2) = −150
Antwort
f′(2) = −150
6.Ableitungen
Antwort: b = −6
Differenzieren: Die Ableitung f′(x) ist die Steigung des Graphen bei x. Potenzregel: (xⁿ)′ = n·xⁿ⁻¹. Produktregel: (uv)′ = u′v + uv′. Kettenregel: (f(g(x)))′ = f′(g(x))·g′(x). Wo f′(x) = 0 ist, hat der Graph eine waagerechte Tangente: ein Maximum, Minimum oder einen Sattelpunkt.
Punkt und Steigung
f(2) = 10
f′(x) = 4x → f′(2) = 8
Tangente bei x = 0
b = f(x₀) − f′(x₀)·x₀ = 10 − 8·2 = −6
Antwort
b = −6
7.Numerische Verfahren
Antwort: S = 1,097
Numerische Integration: Teile [a, b] in n Streifen der Breite h = (b − a)/n mit den Knoten x₀ … xₙ. Trapezregel: T = (h/2)[f₀ + 2f₁ + 2f₂ + … + 2fn−1 + fₙ]. Simpson-Regel (n gerade): S = (h/3)[f₀ + 4f₁ + 2f₂ + 4f₃ + … + 4fn−1 + fₙ]. Der Fehler der Trapezregel schrumpft wie h² (Schranke (b − a)h²·M/12 mit M = max|f″|), der der Simpson-Regel wie h⁴, daher ist Simpson bei denselben Knoten meist weit genauer.
Dieses Integral hat keine elementare Stammfunktion, und genau dann braucht man eine numerische Regel.
8.Numerische Verfahren
Antwort: y2 = 0,7764
Numerische Lösung von y′ = f(t, y): Das Euler-Verfahren geht entlang der Steigung am Anfang jedes Schritts: yn+1 = yₙ + h·f(tₙ, yₙ). Das Heun-Verfahren (verbessertes Euler-Verfahren) mittelt die Steigung am Anfang und an einer Euler-Vorhersage: k₁ = f(tₙ, yₙ), k₂ = f(tₙ + h, yₙ + h·k₁), yn+1 = yₙ + (h/2)(k₁ + k₂). Das klassische Runge-Kutta-Verfahren (RK4) kombiniert vier Steigungen: yn+1 = yₙ + (h/6)(k₁ + 2k₂ + 2k₃ + k₄). Der globale Fehler ist beim Euler-Verfahren proportional zu h, beim Heun-Verfahren zu h², beim RK4 zu h⁴.