Bei einer Nullstelle: Prüfe den Vorzeichenwechsel für die Bisektion oder berechne f und f′ für Newton, und behalte sechs oder mehr Stellen in einer Tabelle der Iterierten.
Für einen Tabellenwert: Interpoliere linear zwischen den beiden benachbarten Punkten.
Für ein Integral: Bestimme h = (b − a)/n, liste f an jedem Knoten auf, wende die Gewichte an (1, 2, …, 2, 1 für Trapez; 1, 4, 2, …, 4, 1 für Simpson mit geradem n) und multipliziere mit h/2 bzw. h/3.
Für eine Differentialgleichung: Gehe von t₀ aus mit yₙ₊₁ = yₙ + h·f(tₙ, yₙ) (Euler) oder der gemittelten Steigung (Heun) schrittweise vor, eine Zeile pro Schritt, bis du das gesuchte t erreichst.
2Übungsaufgaben
1.DifferentialgleichungenMittel
Eine Getränkedose mit 6 °C wird aus dem Kühlschrank in einen Raum mit 22 °C gebracht. Nach 14 min beträgt die Temperatur 16 °C. Sie folgt dem Newtonschen Abkühlungsgesetz dT/dt = −k·(T − Tₐ). Bestimme die Konstante k in min⁻¹.
T0 = 6 °CTa = 22 °CT(14) = 16 °C
k = min⁻¹
2.DifferentialgleichungenSchwer
Löse y″ + 2y′ + 26y = 0 mit y(0) = 3 und y′(0) = 0 (aus der Ruhe losgelassen). Bestimme y(1); Winkel im Bogenmaß.
y″ + 2y′ + 26y = 0y(0) = 3y′(0) = 0
y(1) =
3.IntegraleMittel
Das Gebiet unter y = x von x = 0 bis x = 2 wird um die x-Achse gedreht. Bestimme das Volumen V des entstehenden Körpers (ein Kegel).
y = x0 ≤ x ≤ 2
V =
4.IntegraleSchwer
Berechne I = ∫₀3 x²·eˣ dx.
∫₀3 x²eˣ dx
I =
5.AbleitungenMittel
Gegeben ist f(x) = (2x + 1)3. Bestimme f′(−1).
f(x) = (2x + 1)3x = −1
f′(−1) =
6.AbleitungenSchwer
Gegeben ist f(x) = x3 − 3x − 4. Bestimme die x-Koordinate x des lokalen Maximums.
f(x) = x3 − 3x − 4
x =
7.Numerische VerfahrenMittel
Nähere ∫14 1/x dx mit der Trapezregel, n = 2, an und vergleiche mit dem exakten Wert. Bestimme den absoluten Fehler |E| = |T − I|.
f(x) = 1/x[a, b] = [1, 4]n = 2
|E| =
8.Numerische VerfahrenSchwer
Verwende das Euler-Verfahren mit h = 0,5 für y′ = t − y, y(0) = −1, um y5 ≈ y(2,5) zu schätzen.
y′ = t − yy(0) = −1h = 0,5
y5 =
3Lösungen
1.Differentialgleichungen
Antwort: k = 0,07006 min⁻¹
Differentialgleichungen erster Ordnung: dy/dt = k·y hat die Lösung y = y₀·ekt (Wachstum für k > 0, Zerfall für k < 0); eine Halbwertszeit T ergibt k = ln 2/T. Das Newtonsche Abkühlungsgesetz dT/dt = −k·(T − Tₐ) ergibt T(t) = Tₐ + (T₀ − Tₐ)·e−kt. Eine lineare Gleichung y′ + p(x)·y = q(x) löst man mit dem integrierenden Faktor μ = e∫p dx: (μy)′ = μq, also μy = ∫μq dx + C.
Verhältnis der Temperaturdifferenzen
e−14k = -6/-16
Nach k auflösen
k = ln(-16/-6)/14 = 0,07006 min⁻¹
Antwort
k = 0,07006 min⁻¹
2.Differentialgleichungen
Antwort: y(1) = 0,1014
Lineare Gleichungen zweiter Ordnung: Für y″ + b·y′ + c·y = 0 mache den Ansatz y = ert: Das ergibt die charakteristische Gleichung r² + b·r + c = 0. Zwei reelle Wurzeln r₁ ≠ r₂ ergeben y = A·er₁t + B·er₂t (überdämpft); eine doppelte Wurzel r ergibt y = (A + Bt)·ert (aperiodischer Grenzfall); komplexe Wurzeln −α ± jω ergeben y = e−αt(A cos ωt + B sin ωt) (unterdämpft, schwingend). Die Anfangswerte y(0) und y′(0) legen A und B fest. In der Form y″ + 2ζωny′ + ωn²y = 0 ist ωn die Eigenfrequenz und ζ der Dämpfungsgrad: Für ζ < 1 schwingt das System. Bei konstanter Eingangsgröße, y″ + by′ + cy = c·K, ist die Lösung der stationäre Wert K plus die freie Antwort.
Komplexe Wurzeln
r = −1 ± 5j
Konstanten
A = 3, B = 1·3/5 = 0,6
Auswerten
y(1) = e−1(3·cos 5 + 0,6·sin 5) = 0,1014
Antwort
y(1) = 0,1014
3.Integrale
Antwort: V = 8,378
Rotationsvolumen: Dreht man das Gebiet unter y = f(x) von x = a bis x = b um die x-Achse, entsteht ein Körper, dessen Querschnitt bei x eine Kreisscheibe mit Radius f(x) ist. Die Summe der Scheiben ergibt V = π∫ₐᵇ f(x)² dx. Liegt das Gebiet zwischen einer äußeren Kurve R(x) und einer inneren Kurve r(x), ist jede Scheibe ein Ring: V = π∫ₐᵇ (R(x)² − r(x)²) dx. Quadriere die Radien, bevor du sie subtrahierst.
Scheibenmethode
V = π∫₀2 1x² dx
Integrieren
V = π·1·2³/3 = 8,378
Antwort
V = 8,378
Kontrolle: Ein Kegel mit dem Radius 2 und der Höhe 2 hat (1/3)πr²h = 8,378.
4.Integrale
Antwort: I = 98,43
Partielle Integration: ∫u·dv = u·v − ∫v·du, aus der Produktregel. Wähle u als den Faktor, der beim Ableiten einfacher wird (eine Potenz von x oder ln x), und dv als den Faktor, den du integrieren kannst (eˣ, sin x, cos x oder x, wenn u = ln x). Werte bei einem bestimmten Integral u·v an beiden Grenzen aus: ∫ₐᵇ u dv = [u·v]ₐᵇ − ∫ₐᵇ v du. Ein Faktor x² braucht zwei Runden.
Erste Runde
∫x²eˣ dx = x²eˣ − ∫2x eˣ dx
Zweite Runde
∫2x eˣ dx = 2x eˣ − 2eˣ
∫x²eˣ dx = eˣ(x² − 2x + 2)
Grenzwerte
20,09·(5) − 1·2 = 98,43
Antwort
I = 98,43
5.Ableitungen
Antwort: f′(−1) = 6
Differenzieren: Die Ableitung f′(x) ist die Steigung des Graphen bei x. Potenzregel: (xⁿ)′ = n·xⁿ⁻¹. Produktregel: (uv)′ = u′v + uv′. Kettenregel: (f(g(x)))′ = f′(g(x))·g′(x). Wo f′(x) = 0 ist, hat der Graph eine waagerechte Tangente: ein Maximum, Minimum oder einen Sattelpunkt.
Kettenregel
f′(x) = 3·(2x + 1)2·2
Einsetzen
f′(−1) = 3·(−1)2·2 = 6
Antwort
f′(−1) = 6
6.Ableitungen
Antwort: x = −1
Differenzieren: Die Ableitung f′(x) ist die Steigung des Graphen bei x. Potenzregel: (xⁿ)′ = n·xⁿ⁻¹. Produktregel: (uv)′ = u′v + uv′. Kettenregel: (f(g(x)))′ = f′(g(x))·g′(x). Wo f′(x) = 0 ist, hat der Graph eine waagerechte Tangente: ein Maximum, Minimum oder einen Sattelpunkt.
Ableitung
f′(x) = 3x2 − 3 = 3·(x2 − 1)
f′(x) = 0 lösen
x = −1 oder x = 1
Welches ist welches
f″(x) = 6x: negativ an einem Maximum, positiv an einem Minimum.
f″(−1) = −6, f″(1) = 6
x = −1
Antwort
x = −1
7.Numerische Verfahren
Antwort: |E| = 0,1512
Numerische Integration: Teile [a, b] in n Streifen der Breite h = (b − a)/n mit den Knoten x₀ … xₙ. Trapezregel: T = (h/2)[f₀ + 2f₁ + 2f₂ + … + 2fn−1 + fₙ]. Simpson-Regel (n gerade): S = (h/3)[f₀ + 4f₁ + 2f₂ + 4f₃ + … + 4fn−1 + fₙ]. Der Fehler der Trapezregel schrumpft wie h² (Schranke (b − a)h²·M/12 mit M = max|f″|), der der Simpson-Regel wie h⁴, daher ist Simpson bei denselben Knoten meist weit genauer.
Exakter Wert
I = 1,386294
Trapezregel
T = (1,5/2)·(1 + 2·0,4 + 0,25) = 1,5375
Fehler
|E| = |1,5375 − 1,386294| = 0,1512
Antwort
|E| = 0,1512
Relativer Fehler: 10,91 %.
8.Numerische Verfahren
Antwort: y5 = 1,5
Numerische Lösung von y′ = f(t, y): Das Euler-Verfahren geht entlang der Steigung am Anfang jedes Schritts: yn+1 = yₙ + h·f(tₙ, yₙ). Das Heun-Verfahren (verbessertes Euler-Verfahren) mittelt die Steigung am Anfang und an einer Euler-Vorhersage: k₁ = f(tₙ, yₙ), k₂ = f(tₙ + h, yₙ + h·k₁), yn+1 = yₙ + (h/2)(k₁ + k₂). Das klassische Runge-Kutta-Verfahren (RK4) kombiniert vier Steigungen: yn+1 = yₙ + (h/6)(k₁ + 2k₂ + 2k₃ + k₄). Der globale Fehler ist beim Euler-Verfahren proportional zu h, beim Heun-Verfahren zu h², beim RK4 zu h⁴.