Lies den pH-Wert ab: unter 7,35 ist es eine Azidose, über 7,45 eine Alkalose.
Finde den Wert, der sie erklärt: Läuft PaCO₂ entgegengesetzt zum pH, ist sie respiratorisch; läuft HCO₃⁻ gleichsinnig mit dem pH, ist sie metabolisch.
Betrachte den anderen Wert: Ist er normal, liegt keine Kompensation vor; ist er in die kompensierende Richtung verändert, ist es eine teilkompensierte Störung; ein normaler pH-Wert bei zwei abweichenden Werten bedeutet vollständige Kompensation.
Vergleiche bei einer metabolischen Azidose PaCO₂ mit der Winter-Formel 1,5·HCO₃⁻ + 8 ± 2 und berechne die Anionenlücke Na⁺ − (Cl⁻ + HCO₃⁻).
Prüfe eine große Anionenlücke mit dem Delta-Quotienten und bei niedrigem Albumin mit der korrigierten Lücke.
300 ÷ große Kästchen = 1500 ÷ kleine Kästchen = 60 ÷ RR (s)
Herzfrequenz, unregelmäßiger Rhythmus
QRS-Komplexe in 6 s × 10
Normales PR-Intervall
0,12–0,20 s
Normale QRS-Dauer
< 0.12 s
QTc (Bazett)
QT/√RR
QTc (Fridericia)
QT/∛RR
QTc (Framingham)
QT + 154·(1 − RR)
Sinusfrequenzen
Bradykardie < 60, normal 60–100, Tachykardie > 100 /min
Ersatzrhythmusfrequenzen
junktional 40–60, ventrikulär 20–40 /min
Schnelle Rhythmen
SVT 150–250 /min (schmal), VT > 100 /min (breit)
Methode
Frequenz: Teile bei regelmäßigem Rhythmus 300 durch die großen Kästchen oder 1500 durch die kleinen Kästchen zwischen zwei R-Zacken; zähle bei unregelmäßigem Rhythmus die QRS-Komplexe in 6 Sekunden und multipliziere mit 10.
Rhythmus: Vergleiche die R–R-Intervalle. Gleich ist regelmäßig; ein sich wiederholendes Muster ist regelmäßig unregelmäßig; überhaupt kein Muster ist absolut arrhythmisch.
P-Wellen: Gibt es in Ableitung II vor jedem QRS eine positive P-Welle, alle gleich? Achte auf Flimmer- oder Sägezahnwellen, negative P-Wellen und P-Wellen ohne QRS.
PR-Intervall: vom Beginn der P-Welle bis zum Beginn des QRS, normalerweise 0,12–0,20 s und konstant. Achte darauf, ob es sich verlängert, vor einem ausgefallenen Schlag konstant bleibt oder zufällig wechselt.
QRS-Dauer: unter 0,12 s ist schmal; 0,12 s oder mehr ist breit. Benenne dann den Rhythmus und verwende für das QT QTc = QT/√RR (Bazett) mit Zeiten in Sekunden.
Statistik der evidenzbasierten Praxis
Sensitivität und Spezifität
Se = a/(a + c), Sp = d/(b + d)
Prädiktive Werte
PPV = a/(a + b), NPV = d/(c + d)
Genauigkeit
(a + d)/n
Likelihood-Ratios
LR+ = Se/(1 − Sp), LR− = (1 − Se)/Sp
PPV bei Prävalenz p
Se·p / (Se·p + (1 − Sp)(1 − p))
Odds
Odds = p/(1 − p); p = Odds/(1 + Odds); Nachtest-Odds = Vortest-Odds × LR
Risikomaße
RR = EER/CER, ARR = CER − EER, RRR = ARR/CER
Number needed to treat
NNT = 1/ARR, aufgerundet; NNH = 1/(EER − CER)
Odds Ratio
OR = ad/(bc)
Inzidenzrate
neue Fälle / Personenzeit
Methode
Zeichne die Vierfeldertafel und beschrifte a, b, c und d, bevor du rechnest.
Lies Sensitivität und Spezifität spaltenweise ab, prädiktive Werte zeilenweise.
Stell dir bei einer anderen Prävalenz 10 000 Personen vor und fülle die Tafel mit Se, Sp und der Prävalenz.
Rechne bei einer Likelihood-Ratio die Wahrscheinlichkeit in Odds um, multipliziere und rechne zurück.
Bestimme bei einer Studie zuerst EER und CER; dann RR = EER/CER, ARR = CER − EER und NNT = 1/ARR aufgerundet.
2Übungsaufgaben
1.Anatomie des MenschenMittel
Die Rotatorenmanschette besteht aus Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor und welchem weiteren Muskel?
ASubscapularis
BLatissimus dorsi
CDeltoideus
DTeres major
2.Anatomie des MenschenSchwer
Beim Fetus verbindet der Ductus arteriosus den Truncus pulmonalis mit der Aorta. Was wird nach der Geburt aus ihm?
ALig. venosum
BFossa ovalis
CLig. arteriosum
DLig. teres hepatis
3.Physiologie des MenschenMittel
Wie erhöht Glukagon den Blutzucker?
AEs blockiert Insulinrezeptoren auf Fettzellen
BEs regt die Glukoseaufnahme in den Muskel an
CEs regt in der Leber den Glykogenabbau und die Glukoneogenese an
DEs verlangsamt die Glukoseresorption aus dem Darm
4.Physiologie des MenschenSchwer
Eine Verengung der efferenten Arteriole eines Glomerulus bei unveränderter afferenter Arteriole führt tendenziell dazu, dass:
ADie GFR überhaupt nicht beeinflusst wird
BDer glomeruläre Kapillardruck und die GFR steigen
CDer glomeruläre Kapillardruck und die GFR sinken
DDie Filtration vollständig zum Erliegen kommt
5.MikrobiologieMittel
Welche Zellen infiziert und zerstört HIV hauptsächlich?
ANeutrophile
BRote Blutkörperchen
CThrombozyten
DCD4-T-Helferzellen
6.MikrobiologieSchwer
Warum sind Penicilline gegen Mycoplasma pneumoniae unwirksam?
AEs lebt nur in roten Blutkörperchen
BEs bildet große Mengen Betalaktamase
CEs hat eine dicke, wachsartige Mykolsäureschicht, die den Eintritt blockiert
DEs hat keine Zellwand, an der Penicillin angreifen könnte
7.PharmakologieMittel
Welche Einschätzung ist vor der Gabe einer Dosis i.v. Morphin am wichtigsten?
APupillengröße und Hörvermögen
BAtemfrequenz und Grad der Sedierung
CBlutzucker und Temperatur, vor jeder Dosis gemessen
DDarmgeräusche und Urinfarbe
8.PharmakologieSchwer
Warum wird bei schwerer Hyperkaliämie intravenös Insulin mit Glukose gegeben?
AInsulin verschiebt Kalium aus dem Blut in die Zellen
BInsulin schützt den Herzmuskel direkt vor Kalium
CInsulin erhöht die Kaliumausscheidung über die Niere
DGlukose bindet Kalium im Blut
9.Interpretation der arteriellen BlutgasanalyseMittel
Eine arterielle Übungs-Blutgasanalyse zeigt pH 7,11, PaCO₂ 39 mmHg (5,2 kPa) und HCO₃⁻ 12 mmol/L. Die primäre Störung ist metabolische Azidose. Wie weit ist sie kompensiert? Klicke deine Antwort an.
pH 7,11PaCO₂ 39 mmHg (5,2 kPa)HCO₃⁻ 12 mmol/L
1nicht kompensiert
2teilkompensiert
3vollständig kompensiert
10.Interpretation der arteriellen BlutgasanalyseSchwer
Ein Übungsgas, auf Meereshöhe bei 24 % Sauerstoff entnommen, zeigt PaO₂ 51 mmHg (6,8 kPa) und PaCO₂ 49 mmHg (6,5 kPa). Bestimme mit PAO₂ = FiO₂·(760 − 47) − PaCO₂/0,8 den A–a-Gradient.
Miss das QT-Intervall und das R–R-Intervall auf diesem regelmäßigen Streifen der Ableitung II und berechne dann den frequenzkorrigierten Wert QTc mit der Formel nach Fridericia QTc = QT/∛RR (beide in Sekunden). Gib die Antwort in Sekunden mit drei Nachkommastellen an.
Ableitung II, 25 mm/s, 10 mm/mV1 kleines Kästchen = 0,04 s, 1 großes Kästchen = 0,20 sStreifenlänge 6 s
QTc = s
12.Interpretation von EKG-RhythmusstreifenSchwer
Dieser Streifen der Ableitung II zeigt einen AV-Block mit unregelmäßigem Kammerrhythmus. Verwende die 6-Sekunden-Methode, um Kammerfrequenz in Schlägen pro Minute zu bestimmen.
Ableitung II, 25 mm/s, 10 mm/mV1 kleines Kästchen = 0,04 s, 1 großes Kästchen = 0,20 sStreifenlänge 6 s
Kammerfrequenz = bpm
13.Statistik der evidenzbasierten PraxisMittel
Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). In einer randomisierten Studie erhielten 240 Patienten eine neue Behandlung und 390 die Kontrollbehandlung. Die Tabelle zeigt, wie viele in jeder Gruppe eine Nebenwirkung hatten. Bestimme die Number needed to harm NNH: Wie viele Patienten müssen behandelt werden, damit ein zusätzlicher Patient die Nebenwirkung hat? Auf eine ganze Zahl von Patienten aufrunden.
Behandlung: 83/240Kontrolle: 90/390
NNH =
14.Statistik der evidenzbasierten PraxisSchwer
Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Ein Screeningtest hat eine Sensitivität von 80 % und eine Spezifität von 85 %. Er wird in einer Population mit einer Prävalenz von 3 % eingesetzt. Bestimme den positiven prädiktiven Wert PPV als Prozentsatz. Runde auf eine Nachkommastelle.
Se = 80%Sp = 85%p = 3%
PPV = %
3Lösungen
1.Anatomie des Menschen
Antwort: A · Subscapularis
Warum das die Antwort ist
SITS: Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor und Subscapularis. Der Teres major liegt in der Nähe, gehört aber nicht zur Manschette.
Antwort
A · Subscapularis
2.Anatomie des Menschen
Antwort: C · Lig. arteriosum
Warum das die Antwort ist
Der Ductus arteriosus verschließt sich nach der Geburt und wird zum Lig. arteriosum. Das Foramen ovale wird zur Fossa ovalis und der Ductus venosus zum Lig. venosum.
Antwort
C · Lig. arteriosum
3.Physiologie des Menschen
Antwort: C · Es regt in der Leber den Glykogenabbau und die Glukoneogenese an
Warum das die Antwort ist
Glukagon aus den Alphazellen wirkt auf die Leber, um Glykogen abzubauen und aus Nicht-Kohlenhydrat-Quellen neue Glukose zu bilden.
Antwort
C · Es regt in der Leber den Glykogenabbau und die Glukoneogenese an
4.Physiologie des Menschen
Antwort: B · Der glomeruläre Kapillardruck und die GFR steigen
Warum das die Antwort ist
Eine efferente Verengung hält das Blut im Glomerulus zurück und erhöht dessen Druck und die GFR. Angiotensin II wirkt so, weshalb ACE-Hemmer die GFR senken können.
Antwort
B · Der glomeruläre Kapillardruck und die GFR steigen
5.Mikrobiologie
Antwort: D · CD4-T-Helferzellen
Warum das die Antwort ist
HIV bindet an CD4 und einen Korezeptor auf T-Helferzellen. Der Verlust dieser Zellen schwächt sowohl die humorale als auch die zellvermittelte Immunität und führt zu AIDS.
Antwort
D · CD4-T-Helferzellen
6.Mikrobiologie
Antwort: D · Es hat keine Zellwand, an der Penicillin angreifen könnte
Warum das die Antwort ist
Mykoplasmen fehlt eine Zellwand, daher haben Betalaktame kein Ziel. Stattdessen werden Makrolide oder Tetracycline eingesetzt, die am Ribosom wirken.
Antwort
D · Es hat keine Zellwand, an der Penicillin angreifen könnte
7.Pharmakologie
Antwort: B · Atemfrequenz und Grad der Sedierung
Warum das die Antwort ist
Opioide können eine Atemdepression verursachen, der meist eine zunehmende Sedierung vorausgeht. Beides wird vor und nach jeder Dosis kontrolliert.
Antwort
B · Atemfrequenz und Grad der Sedierung
8.Pharmakologie
Antwort: A · Insulin verschiebt Kalium aus dem Blut in die Zellen
Warum das die Antwort ist
Insulin aktiviert die Na⁺/K⁺-ATPase und treibt Kalium in die Zellen, wodurch der Plasmaspiegel innerhalb von Minuten sinkt. Glukose wird gegeben, um einer Hypoglykämie vorzubeugen. Die Wirkung ist vorübergehend; Kalium muss trotzdem aus dem Körper entfernt werden.
Antwort
A · Insulin verschiebt Kalium aus dem Blut in die Zellen
9.Interpretation der arteriellen Blutgasanalyse
Antwort: nicht kompensiert
Eine Blutgasanalyse lesen (ROME): zuerst der pH-Wert: unter 7,35 ist es eine Azidämie, über 7,45 eine Alkalämie. Finde dann den Wert, der sie erklärt. PaCO₂ (normal 35–45 mmHg, 4,7–6,0 kPa) ist der respiratorische Teil und läuft bei einer respiratorischen Störung entgegengesetzt (Opposite) zum pH-Wert; HCO₃⁻ (normal 22–26 mmol/L) ist der metabolische Teil und läuft in dieselbe Richtung wie der pH-Wert (Respiratory Opposite, Metabolic Equal). Der andere Wert zeigt die Kompensation: normal bedeutet nicht kompensiert; abnormal in der Richtung, die den pH-Wert zurückzieht, während der pH-Wert noch abnormal ist, bedeutet teilkompensiert; ein normaler pH-Wert bei zwei abnormalen Werten bedeutet vollständig kompensiert. Die Bereiche unterscheiden sich leicht zwischen Laboren; dies sind Übungswerte.
ROME, Wert für Wert
pH 7,11: Azidämie (unter 7,35)
PaCO₂ 39 mmHg: normal (35–45)
HCO₃⁻ 12 mmol/L: niedrig (22–26)
Kompensation
Prüfe klinisch auch die erwartete Kompensation: Die Winter-Formel erwartet PaCO₂ 24–28 mmHg, der gemessene Wert von 39 mmHg spricht also für eine zusätzliche respiratorische Azidose (eine gemischte Störung). Die Antwort oben ist die Einteilung nach dem ROME-Schema für die Prüfung.
nicht kompensiert
Antwort
nicht kompensiert
10.Interpretation der arteriellen Blutgasanalyse
Antwort: A–a-Gradient = 58,87 mmHg
Abgeleitete Werte: Die berechnete Serumosmolalität ist 2·Na⁺ + Glukose + Harnstoff, alle Werte in mmol/L (2·Na⁺ + Glukose/18 + BUN/2,8 mit Glukose und BUN in mg/dL); normal sind etwa 275–295 mOsm/kg. Der P/F-Quotient ist PaO₂ geteilt durch FiO₂ als Bruch. Der alveoläre Sauerstoffdruck ist auf Meereshöhe PAO₂ = FiO₂·(760 − 47) − PaCO₂/0,8 mmHg, und der A–a-Gradient ist PAO₂ − PaO₂.
QT und QTc: Das QT-Intervall reicht vom Beginn des QRS-Komplexes bis zum Ende der T-Welle. Es verkürzt sich mit steigender Herzfrequenz und wird daher mit dem R–R-Intervall in Sekunden frequenzkorrigiert: QTc nach Bazett = QT/√RR und QTc nach Fridericia = QT/∛RR. Bazett ist die in den meisten Lehrbüchern verwendete Formel; sie überkorrigiert bei hohen Frequenzen, wo Fridericia bevorzugt wird. Die Grenzwerte unterscheiden sich je nach Quelle: Ein QTc über etwa 0,45 s bei Männern oder 0,46 s bei Frauen gilt meist als verlängert, über 0,50 s als deutlich verlängert.
Messen
QT = 8,5 × 0,04 = 0,34 s
RR = 19 × 0,04 = 0,76 s
Formel nach Fridericia
QTc = 0,34/∛0,76 = 0,34/0,9126 = 0,373 s
Antwort
QTc = 0,373 s
Innerhalb der üblichen Grenzen (etwa 0,45 s für Männer, 0,46 s für Frauen). (373 ms)
12.Interpretation von EKG-Rhythmusstreifen
Antwort: Kammerfrequenz = 50 bpm
AV-Blöcke: Schreite die P-Wellen ab und prüfe, auf welche ein QRS folgt. Ersten Grades: Jede P-Welle wird übergeleitet, das PR ist konstant und über 0,20 s. Zweiten Grades Typ I (Mobitz I, Wenckebach): Das PR verlängert sich von Schlag zu Schlag, bis eine P-Welle nicht übergeleitet wird, dann beginnt der Zyklus von vorn (Gruppenbildung). Zweiten Grades Typ II (Mobitz II): Das PR der übergeleiteten Schläge bleibt konstant, und P-Wellen werden plötzlich nicht übergeleitet; der QRS ist oft breit. Dritten Grades (kompletter Block): P-Wellen und QRS-Komplexe sind jeweils regelmäßig, aber voneinander unabhängig, das PR wechselt zufällig und die Vorhoffrequenz ist höher als die Ersatzrhythmusfrequenz (junktional 40–60/min mit schmalem QRS, ventrikulär 20–40/min mit breitem QRS). Ein 2:1-Block lässt sich anhand eines einzelnen Streifens nicht als Typ I oder Typ II einordnen.
Vorhoffrequenz
P–P = 22 kleine Kästchen = 0,88 s → 1500 ÷ 22 = 68,18 ≈ 68 pro Minute
Kammerfrequenz
5 QRS-Komplexe in 6 s × 10 = 50 pro Minute
Antwort
Kammerfrequenz = 50 bpm
Antwort
Kammerfrequenz = 50 bpm
Zweiten Grades Typ I (Wenckebach): 4 P-Wellen auf je 3 QRS-Komplexe.
13.Statistik der evidenzbasierten Praxis
Antwort: NNH = 9
Likelihood-Ratios und Risikomaße: LR+ = Sensitivität/(1 − Spezifität), LR− = (1 − Sensitivität)/Spezifität. In einer Studie sind EER und CER die Ereignisraten mit und ohne Behandlung: RR = EER/CER, ARR = CER − EER, RRR = ARR/CER und NNT = 1/ARR, aufgerundet. In einer Fall-Kontroll-Studie kann nur die Odds Ratio OR = ad/(bc) verwendet werden. Eine Inzidenzrate = neue Fälle/Personenzeit.
Ereignisraten
EER = 83/240 = 0,3458
CER = 90/390 = 0,2308
Number needed to harm
ARI = 0,3458 − 0,2308 = 0,1151
NNH = 1/0,1151 = 8,691 → 9
Antwort
NNH = 9
Etwa einer von 9 behandelten Patienten hat die Nebenwirkung aufgrund der Behandlung.
14.Statistik der evidenzbasierten Praxis
Antwort: PPV = 14,2 %
Prädiktive Werte hängen von der Prävalenz ab: PPV = Se·p/(Se·p + (1 − Sp)(1 − p)) und NPV = Sp(1 − p)/(Sp(1 − p) + (1 − Se)p). Mit Likelihood-Ratios: Vortest-Odds = p/(1 − p), Nachtest-Odds = Vortest-Odds × LR, Wahrscheinlichkeit = Odds/(1 + Odds). Bei einer Population von N gilt: richtig Positive = N·p·Se und falsch Positive = N·(1 − p)·(1 − Sp). NNT = 1/(CER × RRR), aufgerundet.
Richtig und falsch Positive (pro Person)
Se·p = 0,8·0,03 = 0,024
(1 − Sp)·(1 − p) = 0,15·0,97 = 0,1455
Positiver prädiktiver Wert
PPV = 0,024/(0,024 + 0,1455) = 0,1416 ≈ 14,2%
Antwort
PPV = 14,2%
Je niedriger die Prävalenz, desto niedriger der PPV desselben Tests.