Dosisberechnungen im Stil des NCLEX: Lernpaket

Formelsammlungen, die wichtigsten Lösungsschritte zu jedem Thema und 10 Übungsaufgaben, mit vollständigen Lösungen am Ende.

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1Formeln und Methoden

Dosierungsberechnungen

Dosis aus der Konzentration
Volumen = Dosis / Konzentration
Gewichtsbezogene Dosis
Dosis = mg/kg × Körpergewicht
Tabletten
Anzahl = Dosis / Tablettenstärke
Einheiten
1 g = 1000 mg, 1 mg = 1000 mcg

Methode

  1. Bringe verordnete Dosis und vorhandene Stärke auf dieselbe Einheit.
  2. Rechne verordnet durch vorhanden mal Menge: (D/H) × Q.
  3. Bei gewichtsbezogenen Dosen multiplizierst du zuerst mit dem Gewicht in kg und teilst dann die Tagesdosis durch die Anzahl der Gaben.
  4. Schätze zuerst ab und prüfe, ob das Ergebnis plausibel ist.

Infusionsraten

Pumpenrate
mL/h = volume (mL)/time (h)
Tropfrate
drops/min = volume (mL) × drop factor / time (min)
Infusionsdauer
time (h) = volume (mL)/rate (mL/h)

Methode

  1. Pumpenrate in mL/h: Volumen geteilt durch die Zeit in Stunden.
  2. Tropfrate in Tropfen/min: Volumen × Tropffaktor geteilt durch die Zeit in Minuten.
  3. Für die Restlaufzeit: Restvolumen geteilt durch die Rate.
  4. Runde so, wie es die Aufgabe oder das Gerät verlangt.

Dosierung in Pädiatrie und Intensivmedizin

Tagesdosis
mg/Tag = mg/kg/Tag × Körpergewicht (kg)
Gaben pro Tag
Anzahl = 24 h / Dosierungsintervall (h)
Pfund in Kilogramm
kg = lb / 2,2
Konzentration der Infusion
Einheiten/mL = Einheiten im Beutel / Beutelvolumen
Pumpenrate
mL/h = Dosis pro Stunde / Konzentration
Titrierte Infusion
mL/h = mcg/kg/min × kg × 60 / (mcg/mL)
Dosis aus der Pumpenrate
mcg/kg/min = mL/h × (mcg/mL) / (60 × kg)
Einheiten
1 mg = 1000 mcg

Infusionslösungen und Flüssigkeitsbilanz

Holliday–Segar pro Stunde
4 mL/kg (erste 10 kg) + 2 mL/kg (nächste 10 kg) + 1 mL/kg (jedes kg über 20)
Holliday–Segar pro Tag
100 / 50 / 20 mL/kg für dieselben Gewichtsbereiche
Flüssigkeitsbilanz
Einfuhr − Ausfuhr
Eiswürfel
zählen mit der Hälfte ihres Volumens
Urinausscheidung
mL/kg/h = mL / (kg × h)
Infusionsdauer
Zeit (h) = Restvolumen (mL) / Rate (mL/h)
Infundiertes Volumen
mL = Rate × Zeit

Pflegemathematik und Einheitenumrechnung

Metrische Schritte
1 kg = 1000 g, 1 g = 1000 mg, 1 mg = 1000 mcg, 1 L = 1000 mL
Gewicht und Länge
1 kg = 2,2 lb, 1 lb = 16 oz, 1 in = 2,54 cm, 1 ft = 12 in
Haushaltsmaße
1 tsp = 5 mL, 1 tbsp = 15 mL, 1 fl oz = 30 mL, 1 cup = 8 fl oz = 240 mL
Temperatur
°C = (°F − 32)·5/9, °F = °C·9/5 + 32
24-Stunden-Uhr
PM-Stunden 1–11: 12 addieren; 12 AM = 00:xx; 12 PM = 12:xx
Dosisrate
mcg/min × 60/1000 = mg/h
Laborfaktoren
Glukose 1 mmol/L = 18 mg/dL; Kreatinin 1 mg/dL = 88,4 µmol/L; Hb 1 g/dL = 10 g/L

Methode

  1. Schreibe die gegebene Größe mit ihrer Einheit und die gewünschte Einheit auf.
  2. Wähle die Entsprechung: 1000 zwischen kg, g, mg und mcg oder L und mL; 1 kg = 2,2 lb; 1 tsp = 5 mL, 1 tbsp = 15 mL, 1 fl oz = 30 mL, 1 cup = 240 mL.
  3. Schreibe sie als Bruch, sodass sich die unerwünschte Einheit kürzt; bei einer Rate verwende einen Bruch pro Einheit, die sich ändert.
  4. Prüfe die Richtung: Eine kleinere Einheit ergibt eine größere Zahl.
  5. Runde nur das Endergebnis, auf die in der Aufgabe genannte Genauigkeit.

2Übungsaufgaben

1.DosierungsberechnungenMittel
22 kg30 mg/kg/Tag2× pro TagD = ? mg

Ein Patient wiegt 22 kg. Die verordnete Dosis beträgt 30 mg/kg pro Tag, verteilt auf 2 gleiche Gaben. Wie viele Milligramm D werden pro Gabe gegeben?

22 kg30 mg/kg/Tag2× pro Tag
D = mg
2.DosierungsberechnungenSchwer
42 kg130 cmBSA = √(h·w/3600)75 mg/m²D = ? mg

Ein Patient ist 130 cm groß und wiegt 42 kg. Verordnet sind 75 mg/m². Bestimme mit der Mosteller-Formel BSA = √(Größe (cm) × Gewicht (kg)/3600) die Dosis D in mg.

130 cm42 kg75 mg/m²
D = mg
3.InfusionsratenMittel
1500 mL10 gtt/mL12 h? gtt/min

Infundiere 1500 mL über 12 Stunden mit einem Infusionsbesteck von 10 gtt/mL. Bestimme die Tropfrate R in Tropfen pro Minute. Auf die nächste ganze Zahl runden.

1500 mL12 h10 gtt/mL
R = gtt/min
4.InfusionsratenSchwer
100 mg250 mL15 mL/h? mg/h

Ein Beutel enthält 100 mg eines Medikaments in 250 mL und läuft mit 15 mL/h. Wie viele Milligramm pro Stunde D bekommt der Patient?

100 mg/250 mL15 mL/h
D = mg/h
5.Dosierung in Pädiatrie und IntensivmedizinMittel
20 000 Stück500 mLheparin? mL/h60 kg12 Stück/kg/h

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Ein Beutel enthält 20 000 Einheiten Heparin in 500 mL. Verordnet sind 12 Einheiten/kg/h für einen Patienten mit 60 kg Körpergewicht. Auf welche Rate R stellst du die Pumpe ein, in mL/h? Runde auf eine Nachkommastelle.

20 000 Stück/500 mL12 Stück/kg/h60 kg
R = mL/h
6.Dosierung in Pädiatrie und IntensivmedizinSchwer
500 mg250 mLdobutamine? mL/h60 kg7,5 mcg/kg/min

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Ein Beutel enthält 500 mg dobutamine in 250 mL. Verordnet sind 7,5 mcg/kg/min für einen Patienten mit 60 kg Körpergewicht. Auf welche Rate R stellst du die Pumpe ein, in mL/h? Runde auf eine Nachkommastelle.

500 mg/250 mL7,5 mcg/kg/min60 kg
R = mL/h
7.Infusionslösungen und FlüssigkeitsbilanzMittel
EinfuhrAusfuhr8-Stunden-SchichtTee200 mLWasser150 mLInfusion60 mL/h × 8 hi.v. Antibiotikum1 × 100 mLUrin500 mLUrin225 mLWunddrainage70 mL

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Das Protokoll zeigt die Ein- und Ausfuhr eines Patienten in einer 8-Stunden-Schicht. Die Infusion lief die ganze Schicht mit der angegebenen Rate. Bestimme die Gesamteinfuhr I in mL.

Tee: 200 mLWasser: 150 mLInfusion: 60 mL/h × 8 hi.v. Antibiotikum: 1 × 100 mL
I = mL
8.Infusionslösungen und FlüssigkeitsbilanzSchwer
500 mL100 mL/hStart 06:3008:00: ? mL

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Ein Beutel mit 500 mL wurde um 06:30 angehängt und läuft per Pumpe mit 100 mL/h. Wie viele mL V sind um 08:00 noch im Beutel?

500 mL100 mL/h06:30 → 08:00
V = mL
9.Pflegemathematik und EinheitenumrechnungMittel
0,60071 mL? mLrunden auf 0,01 mL

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Eine Dosisberechnung für eine kleine Injektion ergibt 0,60071 mL. Die Regel in dieser Übung lautet: Volumen unter 1 mL werden auf Hundertstel mL gerundet. Welchen Wert x trägst du ein?

0,60071 mL
x = mL
10.Pflegemathematik und EinheitenumrechnungSchwer
00:0022:4503:20t = ?

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Eine Infusion beginnt um 22:45 und endet um 03:20 am nächsten Morgen (24-Stunden-Uhr). Wie viele Stunden t lief sie? Gib die Antwort als Dezimalzahl in Stunden an, auf zwei Dezimalstellen gerundet.

22:4503:20
t = h

3Lösungen

1.Dosierungsberechnungen

Antwort: D = 330 mg

Dosisberechnung: Die zu verabreichende Menge ist die verordnete Dosis geteilt durch die vorhandene Stärke, mal die Menge, in der sie vorliegt: Menge = (verordnete Dosis/Stärke) × Volumen. Bringe die Einheiten immer auf dieselbe Form (rechne zuerst g in mg, mg in µg um) und prüfe, ob das Ergebnis sinnvoll ist.

Gesamtmenge pro Tag

30·22 = 660 mg

Pro Gabe

D = 660/2 = 330 mg

Antwort

D = 330 mg
2.Dosierungsberechnungen

Antwort: D = 92,36 mg

Body-surface-area dosing: many cytotoxic and some paediatric doses are prescribed per square metre of body surface area: dose (mg) = dose per m² × BSA (m²). The Mosteller formula estimates BSA = √(height (cm) × weight (kg)/3600).

Körperoberfläche

BSA = √(130·42/3600) = √1,517 = 1,232 m²

Dosis

D = 75·1,232 = 92,36 mg

Antwort

D = 92,36 mg
3.Infusionsraten

Antwort: R = 21 gtt/min

Infusionsraten: Eine Pumpe wird in mL/h eingestellt = Volumen/Zeit in Stunden. Eine Schwerkraftinfusion wird in Tropfen pro Minute gezählt: gtt/min = Volumen (mL) × Tropffaktor (gtt/mL)/Zeit (min). Der Tropffaktor ist auf der Verpackung des Infusionssystems aufgedruckt: Makrotropf-Systeme liefern 10, 15 oder 20 gtt/mL (Transfusionssysteme in den USA oft 10 gtt/mL, in Großbritannien 15) und Mikrotropf-Systeme 60 gtt/mL. Verwende immer den Tropffaktor, den die Aufgabe oder die Verpackung angibt.

Zeit in Minuten

12·60 = 720 min

Tropfrate

R = 1500·10/720 = 20,83 ≈ 21 gtt/min

Antwort

R = 21 gtt/min

Am Bett rundest du auf den nächsten ganzen Tropfen: 21 gtt/min.

4.Infusionsraten

Antwort: D = 6 mg/h

Infusionsraten: Eine Pumpe wird in mL/h eingestellt = Volumen/Zeit in Stunden. Eine Schwerkraftinfusion wird in Tropfen pro Minute gezählt: gtt/min = Volumen (mL) × Tropffaktor (gtt/mL)/Zeit (min). Der Tropffaktor ist auf der Verpackung des Infusionssystems aufgedruckt: Makrotropf-Systeme liefern 10, 15 oder 20 gtt/mL (Transfusionssysteme in den USA oft 10 gtt/mL, in Großbritannien 15) und Mikrotropf-Systeme 60 gtt/mL. Verwende immer den Tropffaktor, den die Aufgabe oder die Verpackung angibt.

Konzentration

100/250 = 0,4 mg/mL

Dosisrate

D = 0,4·15 = 6 mg/h

Antwort

D = 6 mg/h
5.Dosierung in Pädiatrie und Intensivmedizin

Antwort: R = 18 mL/h

Heparin- und Insulininfusionen: Konzentration = Einheiten im Beutel/Beutelvolumen (Einheiten/mL). Pumpenrate (mL/h) = Einheiten pro Stunde/Konzentration, und Einheiten pro Stunde = mL/h × Konzentration. Bei einer gewichtsbezogenen Verordnung zuerst Einheiten/h = Einheiten/kg/h × Körpergewicht. Bolusvolumen = benötigte Einheiten/Stärke der Durchstechflasche. Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.

Einheiten pro Stunde

12·60 = 720 Stück/h

Konzentration

20 000/500 = 40 Stück/mL

Pumpenrate

R = 720/40 = 18 mL/h

Antwort

R = 18 mL/h
6.Dosierung in Pädiatrie und Intensivmedizin

Antwort: R = 13,5 mL/h

Titrierte Infusionen: Bestimme zuerst die Konzentration in mcg/mL (mg × 1000/mL). Bei einer gewichtsbezogenen Verordnung gilt mcg/min = mcg/kg/min × Körpergewicht. Dann mL/h = mcg/min × 60/Konzentration. Rückwärts gerechnet: mcg/kg/min = mL/h × Konzentration/(60 × Körpergewicht). Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.

Konzentration

500 mg = 500 000 mcg
500 000/250 = 2000 mcg/mL

Dosis pro Minute und pro Stunde

7,5·60 = 450 mcg/min
450·60 = 27000 mcg/h

Pumpenrate

R = 27000/2000 = 13,5 mL/h

Antwort

R = 13,5 mL/h
7.Infusionslösungen und Flüssigkeitsbilanz

Antwort: I = 930 mL

Ein- und Ausfuhr: Zur Einfuhr zählt alles, was zugeführt wird (orale Flüssigkeit, Infusionen, intravenöse Medikamente und Spülungen, Sondennahrung); Eiswürfel zählen mit der Hälfte ihres Volumens. Zur Ausfuhr zählen Urin, Drainagen, Erbrochenes und andere Verluste. Bilanz = Gesamteinfuhr − Gesamtausfuhr; eine negative Bilanz ist ein Nettoverlust. Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.

Die Einfuhr addieren

oral: 200 + 150 = 350 mL
Infusion: 60·8 = 480 mL
i.v. Antibiotikum: 1·100 = 100 mL
I = 930 mL

Antwort

I = 930 mL
8.Infusionslösungen und Flüssigkeitsbilanz

Antwort: V = 350 mL

Infusionsdauer: Zeit (h) = zu infundierendes Volumen (mL)/Rate (mL/h); verwende das Volumen, das noch im Beutel ist, nicht die Beutelgröße. Infundiertes Volumen = Rate × Zeit. Rechne Dezimalstunden in Stunden und Minuten um, indem du den Bruchteil mit 60 multiplizierst (0,5 h = 30 min, nicht 50 min). Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.

Vergangene Zeit

06:30 → 08:00 = 1,5 h

Infundiertes Volumen

100·1,5 = 150 mL

Restvolumen

V = 500 − 150 = 350 mL

Antwort

V = 350 mL
9.Pflegemathematik und Einheitenumrechnung

Antwort: x = 0,6 mL

Runden: Sieh dir die Ziffer direkt nach der Stelle an, auf die du rundest: 5 oder mehr rundet auf, 4 oder weniger lässt die Ziffer unverändert. Runde nur das Endergebnis, nie die Zwischenschritte. Typische Prüfungsregeln: Volumen ab 1 mL auf Zehntel, Volumen unter 1 mL auf Hundertstel, Tropfraten auf ganze Tropfen und Gewichte auf eine Dezimalstelle; befolge immer die in der Aufgabe genannte Regel.

Ziffer an der Stelle der Hundertstel

0,60071 → 0

Nur die nächste Ziffer entscheidet

0,60071 → 0
0 ist 4 oder weniger, also bleibt 0.
Die Ziffern danach (71) zählen nicht: einmal runden, nie schrittweise.

Runden

x = 0,6 mL

Antwort

x = 0,6 mL
10.Pflegemathematik und Einheitenumrechnung

Antwort: t = 4,58 h

24-Stunden-Uhr: Ab 1 PM wird zur Stunde 12 addiert (3:45 PM = 15:45). Mitternacht bis 12:59 AM ist 00:00–00:59, und 12:00–12:59 PM bleibt 12:00–12:59. Beim Zurückrechnen 12 von den Stunden 13–23 abziehen und PM anfügen; die Stunde 00 wird zu 12 AM. Zähle die Zeit über Mitternacht in zwei Teilen: bis 24:00 (00:00), dann ab 00:00.

Vor Mitternacht

22:45 → 24:00 = 75 min

Nach Mitternacht

00:00 → 03:20 = 200 min

Summe

75 + 200 = 275 min
t = 275/60 = 4,583 ≈ 4,58 h

Antwort

t = 4,58 h

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