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1Formeln und Methoden
Pädiatrische Pflege
Methode
Beachte zuerst das Alter des Kindes: Es legt die normalen Vitalwerte, die Meilensteine und die passende Schmerzskala fest.
Beurteile Atemweg, Atmung und Kreislauf und denke daran, dass Kinder kompensieren und sich dann schnell verschlechtern.
Passe die Maßnahme an die Entwicklungsstufe an und beziehe die Familie ein.
Prüfe, ob die Antwort für ein Kind sicher ist: gewichtsbezogen, kein Aspirin bei viralen Infekten, kein Codein unter 12 Jahren.
Dosierung in Pädiatrie und Intensivmedizin
Tagesdosis
mg/Tag = mg/kg/Tag × Körpergewicht (kg)
Gaben pro Tag
Anzahl = 24 h / Dosierungsintervall (h)
Pfund in Kilogramm
kg = lb / 2,2
Konzentration der Infusion
Einheiten/mL = Einheiten im Beutel / Beutelvolumen
Pumpenrate
mL/h = Dosis pro Stunde / Konzentration
Titrierte Infusion
mL/h = mcg/kg/min × kg × 60 / (mcg/mL)
Dosis aus der Pumpenrate
mcg/kg/min = mL/h × (mcg/mL) / (60 × kg)
Einheiten
1 mg = 1000 mcg
Infusionslösungen und Flüssigkeitsbilanz
Holliday–Segar pro Stunde
4 mL/kg (erste 10 kg) + 2 mL/kg (nächste 10 kg) + 1 mL/kg (jedes kg über 20)
Holliday–Segar pro Tag
100 / 50 / 20 mL/kg für dieselben Gewichtsbereiche
Flüssigkeitsbilanz
Einfuhr − Ausfuhr
Eiswürfel
zählen mit der Hälfte ihres Volumens
Urinausscheidung
mL/kg/h = mL / (kg × h)
Infusionsdauer
Zeit (h) = Restvolumen (mL) / Rate (mL/h)
Infundiertes Volumen
mL = Rate × Zeit
2Übungsaufgaben
1.Pädiatrische PflegeMittel
Ein 5 Wochen altes Baby erbricht nach jeder Mahlzeit schwallartig (im Strahl) und wirkt danach hungrig. Was ist die wahrscheinliche Ursache?
APylorusstenose
BInvagination
CGastroösophagealer Reflux, der für das Alter normal ist
DMorbus Hirschsprung
2.Pädiatrische PflegeSchwer
Ein Kind, das heute Morgen an den Mandeln operiert wurde, schluckt häufig und spuckt hellrotes Blut. Was sollte die Pflegekraft zuerst tun?
ADas Kind zum Gurgeln anhalten
BEs in der Akte dokumentieren und bei der nächsten Routinekontrollrunde neu beurteilen
CEin warmes Getränk zur Beruhigung des Rachens geben
DRachen und Vitalzeichen beurteilen und den Chirurgen bzw. die Chirurgin dringend informieren
3.Dosierung in Pädiatrie und IntensivmedizinMittel
Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Ein Beutel enthält 12 500 Einheiten Heparin in 250 mL. Verordnet sind 15 Einheiten/kg/h für einen Patienten mit 69 kg Körpergewicht. Auf welche Rate R stellst du die Pumpe ein, in mL/h? Runde auf eine Nachkommastelle.
12 500 Stück/250 mL15 Stück/kg/h69 kg
R = mL/h
4.Dosierung in Pädiatrie und IntensivmedizinSchwer
Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Ein Beutel enthält 500 mg dobutamine in 250 mL. Verordnet sind 10 mcg/kg/min für einen Patienten mit 93 kg Körpergewicht. Auf welche Rate R stellst du die Pumpe ein, in mL/h? Runde auf eine Nachkommastelle.
500 mg/250 mL10 mcg/kg/min93 kg
R = mL/h
5.Infusionslösungen und FlüssigkeitsbilanzMittel
Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Das Protokoll zeigt die Ein- und Ausfuhr eines Patienten in einer 8-Stunden-Schicht. Die Infusion lief die ganze Schicht mit der angegebenen Rate. Bestimme die Flüssigkeitsbilanz B = Einfuhr − Ausfuhr in mL (ein negatives Ergebnis bedeutet einen Nettoverlust).
Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Ein Beutel mit 500 mL läuft per Pumpe mit 60 mL/h. Um 20:30 sind bereits 300 mL infundiert. Wie viele Stunden t dauert es, bis der Beutel leer ist? Runde auf eine Nachkommastelle.
500 mL300 mL infundiert60 mL/h
t = h
3Lösungen
1.Pädiatrische Pflege
Antwort: A · Pylorusstenose
Warum das die Antwort ist
Die Pylorusstenose tritt typischerweise mit 2–8 Wochen auf, mit schwallartigem, nicht gallig-grünem Erbrechen, Hunger nach dem Erbrechen, Gewichtsverlust und manchmal einem tastbaren olivenförmigen Tumor.
Antwort
A · Pylorusstenose
2.Pädiatrische Pflege
Antwort: D · Rachen und Vitalzeichen beurteilen und den Chirurgen bzw. die Chirurgin dringend informieren
Warum das die Antwort ist
Häufiges Schlucken und hellrotes Blut sprechen für eine Nachblutung. Das Kind wird aufrecht oder in Seitenlage gehalten, Vitalzeichen und Rachen werden mit einer Lampe beurteilt, und die Chirurgin bzw. der Chirurg wird sofort informiert.
Antwort
D · Rachen und Vitalzeichen beurteilen und den Chirurgen bzw. die Chirurgin dringend informieren
3.Dosierung in Pädiatrie und Intensivmedizin
Antwort: R = 20,7 mL/h
Heparin- und Insulininfusionen: Konzentration = Einheiten im Beutel/Beutelvolumen (Einheiten/mL). Pumpenrate (mL/h) = Einheiten pro Stunde/Konzentration, und Einheiten pro Stunde = mL/h × Konzentration. Bei einer gewichtsbezogenen Verordnung zuerst Einheiten/h = Einheiten/kg/h × Körpergewicht. Bolusvolumen = benötigte Einheiten/Stärke der Durchstechflasche. Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.
Einheiten pro Stunde
15·69 = 1 035 Stück/h
Konzentration
12 500/250 = 50 Stück/mL
Pumpenrate
R = 1035/50 = 20,7 mL/h
Antwort
R = 20,7 mL/h
4.Dosierung in Pädiatrie und Intensivmedizin
Antwort: R = 27,9 mL/h
Titrierte Infusionen: Bestimme zuerst die Konzentration in mcg/mL (mg × 1000/mL). Bei einer gewichtsbezogenen Verordnung gilt mcg/min = mcg/kg/min × Körpergewicht. Dann mL/h = mcg/min × 60/Konzentration. Rückwärts gerechnet: mcg/kg/min = mL/h × Konzentration/(60 × Körpergewicht). Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.
Konzentration
500 mg = 500 000 mcg
500 000/250 = 2000 mcg/mL
Dosis pro Minute und pro Stunde
10·93 = 930 mcg/min
930·60 = 55800 mcg/h
Pumpenrate
R = 55800/2000 = 27,9 mL/h
Antwort
R = 27,9 mL/h
5.Infusionslösungen und Flüssigkeitsbilanz
Antwort: B = −340 mL
Ein- und Ausfuhr: Zur Einfuhr zählt alles, was zugeführt wird (orale Flüssigkeit, Infusionen, intravenöse Medikamente und Spülungen, Sondennahrung); Eiswürfel zählen mit der Hälfte ihres Volumens. Zur Ausfuhr zählen Urin, Drainagen, Erbrochenes und andere Verluste. Bilanz = Gesamteinfuhr − Gesamtausfuhr; eine negative Bilanz ist ein Nettoverlust. Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.
Gesamteinfuhr
oral: 100 + 300 = 400 mL
Infusion: 80·8 = 640 mL
i.v. Antibiotikum: 2·50 = 100 mL
Gesamteinfuhr = 1140 mL
Gesamtausfuhr
300 + 175 + 325 + 450 + 80 + 150 = 1480 mL
Bilanz
B = 1140 − 1480 = −340 mL
Antwort
B = −340 mL
Negativ: Der Patient hat mehr Flüssigkeit verloren, als zugeführt wurde.
6.Infusionslösungen und Flüssigkeitsbilanz
Antwort: t = 3,3 h
Infusionsdauer: Zeit (h) = zu infundierendes Volumen (mL)/Rate (mL/h); verwende das Volumen, das noch im Beutel ist, nicht die Beutelgröße. Infundiertes Volumen = Rate × Zeit. Rechne Dezimalstunden in Stunden und Minuten um, indem du den Bruchteil mit 60 multiplizierst (0,5 h = 30 min, nicht 50 min). Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.
Restvolumen
500 − 300 = 200 mL
Zeit
t = 200/60 = 3,333 ≈ 3,3 h
Antwort
t = 3,3 h
Das sind etwa 3 h 20 min, der Beutel ist also gegen 23:50 leer.