Pädiatrische Pflege: Lernpaket

Formelsammlungen, die wichtigsten Lösungsschritte zu jedem Thema und 6 Übungsaufgaben, mit vollständigen Lösungen am Ende.

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1Formeln und Methoden

Pädiatrische Pflege

Methode

  1. Beachte zuerst das Alter des Kindes: Es legt die normalen Vitalwerte, die Meilensteine und die passende Schmerzskala fest.
  2. Beurteile Atemweg, Atmung und Kreislauf und denke daran, dass Kinder kompensieren und sich dann schnell verschlechtern.
  3. Passe die Maßnahme an die Entwicklungsstufe an und beziehe die Familie ein.
  4. Prüfe, ob die Antwort für ein Kind sicher ist: gewichtsbezogen, kein Aspirin bei viralen Infekten, kein Codein unter 12 Jahren.

Dosierung in Pädiatrie und Intensivmedizin

Tagesdosis
mg/Tag = mg/kg/Tag × Körpergewicht (kg)
Gaben pro Tag
Anzahl = 24 h / Dosierungsintervall (h)
Pfund in Kilogramm
kg = lb / 2,2
Konzentration der Infusion
Einheiten/mL = Einheiten im Beutel / Beutelvolumen
Pumpenrate
mL/h = Dosis pro Stunde / Konzentration
Titrierte Infusion
mL/h = mcg/kg/min × kg × 60 / (mcg/mL)
Dosis aus der Pumpenrate
mcg/kg/min = mL/h × (mcg/mL) / (60 × kg)
Einheiten
1 mg = 1000 mcg

Infusionslösungen und Flüssigkeitsbilanz

Holliday–Segar pro Stunde
4 mL/kg (erste 10 kg) + 2 mL/kg (nächste 10 kg) + 1 mL/kg (jedes kg über 20)
Holliday–Segar pro Tag
100 / 50 / 20 mL/kg für dieselben Gewichtsbereiche
Flüssigkeitsbilanz
Einfuhr − Ausfuhr
Eiswürfel
zählen mit der Hälfte ihres Volumens
Urinausscheidung
mL/kg/h = mL / (kg × h)
Infusionsdauer
Zeit (h) = Restvolumen (mL) / Rate (mL/h)
Infundiertes Volumen
mL = Rate × Zeit

2Übungsaufgaben

1.Pädiatrische PflegeMittel

Warum werden i.v.-Flüssigkeiten bei kleinen Kindern mit einer Infusionspumpe oder einem Volumenbegrenzer-Set gegeben?

  1. AUm Bakterien aus der Flüssigkeit zu entfernen
  2. BDamit das Kind die Laufrate selbst einstellen kann
  3. CUm die Flüssigkeit vor dem Eintritt in die Vene zu erwärmen
  4. DUm eine versehentliche Flüssigkeitsüberladung zu verhindern
2.Pädiatrische PflegeSchwer

Welche Behandlung wird bei einem typischen Säugling mit Bronchiolitis nicht routinemäßig empfohlen?

  1. ABronchodilatatoren oder Kortikosteroide
  2. BUnterstützung bei Nahrung oder Flüssigkeit, wenn die Aufnahme gering ist
  3. CSauerstoff, wenn die Sättigung anhaltend niedrig ist
  4. DSanftes Absaugen der Nase, wenn sie verstopft ist
3.Dosierung in Pädiatrie und IntensivmedizinMittel
heparin 5 000 Stück/mL60 Stück/kg · 100 kg → V = ? mL

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Ein Übungsprotokoll sieht einen Heparinbolus von 60 Einheiten/kg für einen Patienten mit 100 kg Körpergewicht vor. Die Durchstechflasche enthält 5 000 Einheiten/mL. Welches Volumen V ziehst du auf? Runde auf eine Nachkommastelle.

60 Stück/kg100 kg5 000 Stück/mL
V = mL
4.Dosierung in Pädiatrie und IntensivmedizinSchwer
500 mg250 mLdobutamine? mL/h76 kg12,5 mcg/kg/min

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Ein Beutel enthält 500 mg dobutamine in 250 mL. Verordnet sind 12,5 mcg/kg/min für einen Patienten mit 76 kg Körpergewicht. Auf welche Rate R stellst du die Pumpe ein, in mL/h? Runde auf eine Nachkommastelle.

500 mg/250 mL12,5 mcg/kg/min76 kg
R = mL/h
5.Infusionslösungen und FlüssigkeitsbilanzMittel
EinfuhrAusfuhr12-Stunden-SchichtSaft120 mLGötterspeise120 mLTee240 mLEiswürfel200 mLInfusion75 mL/h × 12 hi.v. Antibiotikum1 × 50 mLUrin325 mLUrin400 mLUrin450 mLWunddrainage60 mL

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Das Protokoll zeigt die Ein- und Ausfuhr eines Patienten in einer 12-Stunden-Schicht. Der Patient wiegt 51 kg. Bestimme die mittlere Urinausscheidung U in mL/kg/h. Runde auf zwei Nachkommastellen.

51 kg12 hUrin: 325 mLUrin: 400 mLUrin: 450 mLWunddrainage: 60 mL
U = mL/kg/h
6.Infusionslösungen und FlüssigkeitsbilanzSchwer
500 mL→ 150 mL/hStart 14:30tgesamt​ = ? h120 mL/h × 2 h

Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Eine Infusion mit 500 mL beginnt um 14:30 mit 120 mL/h. Nach 2 Stunden wird die Rate auf 150 mL/h geändert und danach nicht mehr verändert. Wie viele Stunden t nach dem Start ist der Beutel leer? Runde auf eine Nachkommastelle.

500 mL120 mL/h · 2 h150 mL/h
t = h

3Lösungen

1.Pädiatrische Pflege

Antwort: D · Um eine versehentliche Flüssigkeitsüberladung zu verhindern

Warum das die Antwort ist

Säuglinge und Kleinkinder können schnell eine Flüssigkeitsüberladung entwickeln. Infusionspumpen und Bürettensets (Volumenbegrenzer) begrenzen, wie viel Flüssigkeit einlaufen kann, und Laufrate und Einstichstelle werden regelmäßig kontrolliert.

Antwort

D · Um eine versehentliche Flüssigkeitsüberladung zu verhindern
2.Pädiatrische Pflege

Antwort: A · Bronchodilatatoren oder Kortikosteroide

Warum das die Antwort ist

Leitlinien empfehlen bei Bronchiolitis eine unterstützende Versorgung: Sauerstoff bei Bedarf, Flüssigkeits- oder Ernährungsunterstützung und Absaugen verstopfter Nasen. Bronchodilatatoren, Steroide und Antibiotika haben sich bei typischen Fällen nicht als hilfreich erwiesen und werden nicht routinemäßig eingesetzt.

Antwort

A · Bronchodilatatoren oder Kortikosteroide
3.Dosierung in Pädiatrie und Intensivmedizin

Antwort: V = 1,2 mL

Heparin- und Insulininfusionen: Konzentration = Einheiten im Beutel/Beutelvolumen (Einheiten/mL). Pumpenrate (mL/h) = Einheiten pro Stunde/Konzentration, und Einheiten pro Stunde = mL/h × Konzentration. Bei einer gewichtsbezogenen Verordnung zuerst Einheiten/h = Einheiten/kg/h × Körpergewicht. Bolusvolumen = benötigte Einheiten/Stärke der Durchstechflasche. Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.

Benötigte Stückzahl

60·100 = 6 000 Stück

Volumen

V = 6000/5000 = 1,2 mL

Antwort

V = 1,2 mL
4.Dosierung in Pädiatrie und Intensivmedizin

Antwort: R = 28,5 mL/h

Titrierte Infusionen: Bestimme zuerst die Konzentration in mcg/mL (mg × 1000/mL). Bei einer gewichtsbezogenen Verordnung gilt mcg/min = mcg/kg/min × Körpergewicht. Dann mL/h = mcg/min × 60/Konzentration. Rückwärts gerechnet: mcg/kg/min = mL/h × Konzentration/(60 × Körpergewicht). Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.

Konzentration

500 mg = 500 000 mcg
500 000/250 = 2000 mcg/mL

Dosis pro Minute und pro Stunde

12,5·76 = 950 mcg/min
950·60 = 57000 mcg/h

Pumpenrate

R = 57000/2000 = 28,5 mL/h

Antwort

R = 28,5 mL/h
5.Infusionslösungen und Flüssigkeitsbilanz

Antwort: U = 1,92 mL/kg/h

Ein- und Ausfuhr: Zur Einfuhr zählt alles, was zugeführt wird (orale Flüssigkeit, Infusionen, intravenöse Medikamente und Spülungen, Sondennahrung); Eiswürfel zählen mit der Hälfte ihres Volumens. Zur Ausfuhr zählen Urin, Drainagen, Erbrochenes und andere Verluste. Bilanz = Gesamteinfuhr − Gesamtausfuhr; eine negative Bilanz ist ein Nettoverlust. Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.

Urin gesamt

325 + 400 + 450 = 1175 mL

Pro Kilogramm und Stunde

U = 1175/(51·12) = 1,92 mL/kg/h

Antwort

U = 1,92 mL/kg/h
6.Infusionslösungen und Flüssigkeitsbilanz

Antwort: t = 3,7 h

Infusionsdauer: Zeit (h) = zu infundierendes Volumen (mL)/Rate (mL/h); verwende das Volumen, das noch im Beutel ist, nicht die Beutelgröße. Infundiertes Volumen = Rate × Zeit. Rechne Dezimalstunden in Stunden und Minuten um, indem du den Bruchteil mit 60 multiplizierst (0,5 h = 30 min, nicht 50 min). Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.

Erster Abschnitt

120·2 = 240 mL
500 − 240 = 260 mL übrig

Zweiter Abschnitt

260/150 = 1,733 h

Gesamtzeit

t = 2 + 1,733 = 3,733 ≈ 3,7 h

Antwort

t = 3,7 h

Das sind etwa 3 h 44 min, der Beutel ist also gegen 18:14 leer.

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