Grundlagen der Informatik: Lernpaket

Formelsammlungen, die wichtigsten Lösungsschritte zu jedem Thema und 20 Übungsaufgaben, mit vollständigen Lösungen am Ende.

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1Formeln und Methoden

Zahlensysteme

Stellenwerte
binär 2k, oktal 8k, hex 16k
Ins Dezimalsystem
Σ dk·bk
Aus dem Dezimalsystem
durch die Basis teilen, die Reste von unten nach oben lesen
Hex ↔ binär
eine Hex-Ziffer = 4 Bits
Zweierkomplement
die Bits invertieren und 1 addieren

Aussagenlogik & Beweise

Zeilen einer Wahrheitstafel
2ⁿ
Implikation
p → q ≡ ¬p ∨ q ≡ ¬q → ¬p
Negierte Implikation
¬(p → q) ≡ p ∧ ¬q
Äquivalenz (Bikonditional)
p ↔ q ≡ (p → q) ∧ (q → p)
De Morgan
¬(p ∧ q) ≡ ¬p ∨ ¬q, ¬(p ∨ q) ≡ ¬p ∧ ¬q
Distributivgesetze
p ∨ (q ∧ r) ≡ (p ∨ q) ∧ (p ∨ r), p ∧ (q ∨ r) ≡ (p ∧ q) ∨ (p ∧ r)
Negierte Quantoren
¬∀x P(x) ≡ ∃x ¬P(x), ¬∃x P(x) ≡ ∀x ¬P(x)
Modus ponens, Modus tollens
p → q, p ⊢ q; p → q, ¬q ⊢ ¬p

Methode

  1. Zähle die verschiedenen Variablen: Die Wahrheitstafel hat 2ⁿ Zeilen und beginnt mit lauter Einsen.
  2. Gib jeder Teilformel eine eigene Spalte und fülle die Spalten von innen nach außen.
  3. Wende die Regel jedes Junktors an: → ist nur bei 1 → 0 gleich 0, ↔ ist 1, wenn beide Seiten übereinstimmen.
  4. Vergleiche bei Äquivalenzen die letzten Spalten Zeile für Zeile; schau bei einem Argument nur auf die Zeilen, in denen alle Prämissen 1 sind.
  5. Um eine quantifizierte Aussage zu negieren, ziehe ¬ nach innen, vertausche ∀ und ∃ und negiere die innere Formel.

Digitaltechnik: Gatter, Karnaugh-Diagramme & Flipflops

Grundgatter
A·B, A + B, A′, (A·B)′, (A + B)′, A ⊕ B
Boolesche Regeln
X + X′ = 1, X·X′ = 0, X + XY = X, XY + XY′ = X
De Morgan
(X·Y)′ = X′ + Y′, (X + Y)′ = X′·Y′
Reihenfolge im Karnaugh-Diagramm
00, 01, 11, 10 (Gray code)
Gruppe aus 2ᵏ Feldern
verliert k Variablen
4-zu-1-Multiplexer
F = A′B′I0 + A′BI1 + AB′I2 + ABI3
Flipflops
D: Q⁺ = D, T: Q⁺ = T ⊕ Q, JK: Q⁺ = JQ′ + K′Q
Zähler
n Bit: 2ⁿ Zustände; Mod-N: kleinstes n mit 2ⁿ ≥ N; fout = fclk/N
Asynchronzähler
fmax = 1/(n·tpd)
Ring- und Johnson-Zähler
n und 2n Zustände

Methode

  1. Gehe bei einer Schaltung von den Eingängen zum Ausgang vor, ein Gatter nach dem anderen, und schreibe den Wert an jede Leitung, oder schreibe ihren Ausdruck auf und fülle die Wahrheitstabelle aus.
  2. Trage zum Vereinfachen die Einsen (und die Don’t-Cares als X) in ein Karnaugh-Diagramm mit Zeilen und Spalten im Gray-Code ein: 00, 01, 11, 10.
  3. Decke die Einsen mit möglichst wenigen und möglichst großen Gruppen aus 1, 2, 4, 8 oder 16 Feldern ab, auch über den Rand hinweg; jede Gruppe ist ein Produktterm aus den Variablen, die konstant bleiben. Fasse für die POS-Form die Nullen zusammen.
  4. Lies bei Flipflops und Zählern die Eingänge an jeder aktiven Taktflanke ab, schreibe den Zustand nach jeder Flanke auf und denke daran, dass ein n-Bit-Zähler nach 2ⁿ Zuständen überläuft.

Zahlentheorie & modulare Arithmetik

Division mit Rest
a = q·n + r, 0 ≤ r < n
Euklid
gcd(a, b) = gcd(b, a mod b)
Kleinstes gemeinsames Vielfaches
lcm(a, b) = a·b/gcd(a, b)
Inverse
a·a⁻¹ ≡ 1 (mod n), gcd(a, n) = 1
Lineare Kongruenz
a·x ≡ b → x ≡ a⁻¹·b (mod n)
Eulersche φ-Funktion
φ(n) = n·∏(1 − 1/p), φ(pᵏ) = pᵏ − pᵏ⁻¹
Fermat
aᵖ⁻¹ ≡ 1 (mod p)
RSA
n = pq, φ = (p − 1)(q − 1), d = e⁻¹ mod φ, c = mᵉ mod n, m = cᵈ mod n

Methode

  1. Reduziere zuerst jede Zahl modulo n; die Reste liegen zwischen 0 und n − 1.
  2. Teile für einen ggT wiederholt mit dem euklidischen Algorithmus; der letzte Rest ungleich null ist der ggT.
  3. Führe für ein Inverses den erweiterten Algorithmus aus und behalte den Koeffizienten von a; addiere n, falls er negativ ist.
  4. Löse a·x ≡ b, indem du mit a⁻¹ multiplizierst; kombiniere zwei Kongruenzen, indem du x = r₁ + m₁k schreibst.
  5. Schreibe bei Potenzen den Exponenten binär und quadriere wiederholt; bei RSA gilt d = e⁻¹ mod φ(n) mit φ(n) = (p − 1)(q − 1).

Graphentheorie

Handschlaglemma
Σ deg(v) = 2|E|
Vollständige Graphen
|E(Kn)| = n(n − 1)/2, |E(Km,n)| = m·n
Regulärer Graph
|E| = n·k/2
Baum und Wald
|E| = n − 1, |E| = n − c
Blätter eines Baums
L = 2 + Σ (deg(v) − 2) over deg(v) ≥ 3
Euler
Kreis: alle Grade gerade; Weg: genau 2 ungerade Grade
Hamilton-Kreise in Kn
(n − 1)!/2
Dijkstra-Aktualisierung
d(v) = min(d(v), d(u) + w(u, v))
Wege der Länge L
(Mᴸ)ij

Methode

  1. Schreibe den Grad jedes Knotens auf; die Grade summieren sich zum Doppelten der Kantenzahl.
  2. Prüfe bei Euler-Aufgaben, ob der Graph zusammenhängend ist, und zähle die Knoten mit ungeradem Grad.
  3. Verwende bei Bäumen n − 1 Kanten und das Handschlaglemma.
  4. Führe bei Dijkstra eine Tabelle der vorläufigen Abstände und schließe in jeder Runde den kleinsten noch offenen Knoten ab.
  5. Sortiere für einen minimalen aufspannenden Baum die Kanten nach Gewicht und überspringe jede Kante, die einen Kreis schließt (Kruskal), oder lass einen Baum von einem Startknoten aus wachsen (Prim).

IPv4-Subnetting

Hosts pro Subnetz
2(32 − prefix) − 2 (/31: 2, /32: 1)
Blockgröße
256 − (mask octet)
Netzadresse
IP AND Maske
Broadcast-Adresse
IP OR (NOT Maske): alle Host-Bits auf 1
Subnetze aus n geliehenen Bits
2n

2Übungsaufgaben

1.ZahlensystemeMittel
Stellenwerte im Zweierkomplement0−12816403201618141211

Das 8-Bit-Muster 0100 1111 speichert eine vorzeichenbehaftete Ganzzahl im Zweierkomplement. Welchen Wert N hat sie im Dezimalsystem?

0100 11118 bit
N =
2.ZahlensystemeSchwer
Klicke auf die Bits, um sie zu setzen012806403201608040201

Setze die Bits auf das 8-Bit-Ergebnis von 1011 1100 AND 1000 0001. Welchen Wert R hat das Ergebnis dezimal?

1011 1100AND1000 0001
R =
3.Aussagenlogik & BeweiseMittel
pqr(q → r) ∧ qp ∨ r((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r)111?110?101?100?011?010?001?000?

In wie vielen der 8 Zeilen ihrer Wahrheitstafel ist ((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r) wahr? Nenne diese Zahl N.

((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r)
N =
4.Aussagenlogik & BeweiseSchwer
∀x (A(x) ∧ ¬B(x))∀x (A(x) → ¬B(x))∃x (A(x) ∧ ¬B(x))∀x (¬A(x) → ¬B(x))

Welche Aussage ist äquivalent zu ¬∃x (A(x) → B(x)), wenn die Negation ganz nach innen gezogen ist? Klicke sie an.

¬∃x (A(x) → B(x))
  1. 1∀x (A(x) ∧ ¬B(x))
  2. 2∀x (A(x) → ¬B(x))
  3. 3∃x (A(x) ∧ ¬B(x))
  4. 4∀x (¬A(x) → ¬B(x))
5.Digitaltechnik: Gatter, Karnaugh-Diagramme & FlipflopsMittel
ABC00011110011001031214151706

Bestimme mit dem Karnaugh-Diagramm das minimale Produkt von Summen (POS) von F(A, B, C) = Σm(0, 2, 4, 5, 7). Wie viele Summenterme (Faktoren) N hat es?

F(A, B, C) = Σm(0, 2, 4, 5, 7)
N =
6.Digitaltechnik: Gatter, Karnaugh-Diagramme & FlipflopsSchwer
CLKJK12345678

Ein flankengesteuertes JK-Flipflop (positive Flanke) startet mit Q = 0 und erhält die gezeigten Eingänge. Klicke die erste Taktflanke an, bei der Q von 1 wieder auf 0 geht.

Q₀ = 0JK
  1. 1Taktflanke 1
  2. 2Taktflanke 2
  3. 3Taktflanke 3
  4. 4Taktflanke 4
  5. 5Taktflanke 5
  6. 6Taktflanke 6
  7. 7Taktflanke 7
  8. 8Taktflanke 8
7.Zahlentheorie & modulare ArithmetikMittel

Bestimme das Inverse von 4 modulo 31: die Zahl x mit 0 < x < 31 und 4·x ≡ 1 (mod 31).

a = 4n = 31
4−1 mod 31 =
8.Zahlentheorie & modulare ArithmetikSchwer
mc = me​ mod n214m = cd​ mod n?(n, e) = (247, 7)d

Ein RSA-Schlüssel verwendet p = 13, q = 19 und e = 7. Entschlüssele den Geheimtext c = 214: Bestimme die Nachricht m.

p = 13q = 19e = 7c = 214
m =
9.Algorithmen & KomplexitätMittel

Ein Greedy-Algorithmus:

  1. AVerwendet ausschließlich Rekursion
  2. BLiefert immer die optimale Lösung
  3. CProbiert jede mögliche Lösung aus
  4. DTrifft in jedem Schritt die lokal beste Wahl
10.Algorithmen & KomplexitätSchwer

Welche Laufzeit hat der Dijkstra-Algorithmus mit einem binären Heap auf einem Graphen mit V Knoten und E Kanten?

  1. AO((V + E) log V)
  2. BO(V × E)
  3. CO(V + E)
  4. DO(V³)
11.DatenstrukturenMittel

Ein Knoten in einem binären Suchbaum hat einen rechten Teilbaum. Wo liegt sein In-Order-Nachfolger?

  1. AAm rechtesten Knoten seines linken Teilbaums
  2. BAm linkesten Knoten seines rechten Teilbaums
  3. CImmer bei seinem rechten Kind
  4. DImmer bei seinem Elternknoten
12.DatenstrukturenSchwer

Warum wird in einer Hashtabelle mit offener Adressierung beim Löschen oft eine „Tombstone“-Markierung verwendet?

  1. AGelöschte Schlüssel müssen aus Sicherheitsgründen für immer aufbewahrt werden, sodass Plätze nie wiederverwendet werden können
  2. BTombstones beschleunigen das Hashing
  3. CDadurch wird die Tabelle sortiert
  4. DDas Leeren des Platzes könnte die Sondierungsfolge für andere Schlüssel unterbrechen
13.GraphentheorieMittel

Wie viele verschiedene Hamilton-Kreise H hat der vollständige Graph K6? Kreise, die sich nur im Startknoten oder in der Richtung unterscheiden, zählen als gleich.

K6
H =
14.GraphentheorieSchwer
ABCDEF

Wie viele Wege der Länge 3 führen von D nach F? Ein Weg darf Knoten und Kanten wiederholen. Nenne die Zahl N.

M = AdjazenzmatrixL = 3
N =
15.Datenbanken & SQLMittel

Welche Anweisung entfernt alle Zeilen einer Tabelle, behält ihre Struktur und kann keine WHERE-Klausel haben?

  1. AALTER TABLE
  2. BTRUNCATE TABLE
  3. CDELETE FROM mit einer WHERE-Klausel
  4. DDROP TABLE
16.Datenbanken & SQLSchwer

Warum ist SELECT dept, name, COUNT(*) FROM emp GROUP BY dept in Standard-SQL ungültig?

  1. Adept muss innerhalb einer Aggregatfunktion stehen
  2. Bname ist weder gruppiert noch aggregiert und hat daher keinen einzelnen Wert pro Gruppe
  3. CGROUP BY muss alle Spalten der Tabelle aufführen
  4. DCOUNT(*) kann nicht zusammen mit GROUP BY verwendet werden
17.RechnernetzeMittel

Wie lange dauert es, ein 1500-Byte-Paket auf eine 12-Mbit/s-Verbindung zu legen (Sendeverzögerung)?

  1. A0,125 ms
  2. B12 ms
  3. C1 ms
  4. D8 ms
18.RechnernetzeSchwer

Head-of-Line-Blocking bei HTTP/2 über TCP tritt auf, weil:

  1. AJede Anfrage eine eigene neue TCP-Verbindung benötigt, sodass spätere Anfragen in einer Warteschlange warten
  2. BHTTP/2 UDP verwendet
  3. CServer keine parallelen Anfragen verarbeiten können
  4. DEin verlorenes TCP-Segment alle gemultiplexten Streams verzögert, bis es neu übertragen wurde
19.IPv4-SubnettingMittel
/24 → /2611111111111111111111111111000000NetzbitsHostbits

Das Netz 192.168.10.0/24 soll in mindestens 4 gleich große Subnetze aufgeteilt werden. Wenn du so wenige Bits wie möglich leihst, wie viele nutzbare Hosts H hat jedes Subnetz?

192.168.10.0/244 subnets
H =
20.IPv4-SubnettingSchwer

Das Netz 192.168.159.0/24 wird mit VLSM für diese LANs aufgeteilt: A: 29 Hosts, B: 18 Hosts, C: 6 Hosts, D: 43 Hosts, E: 8 Hosts. Die Subnetze werden ab .0 aufwärts vergeben, das LAN mit den meisten Hosts zuerst, jedes mit dem kleinsten passenden Subnetz. Wie lautet das vierte Oktett x der Netzadresse von LAN B?

A: 29B: 18C: 6D: 43E: 8
x =

3Lösungen

1.Zahlensysteme

Antwort: N = 79

Stellenwertsysteme: Jede Ziffer ist ihren Wert mal eine Potenz der Basis wert. Im Binärsystem sind die Stellen 1, 2, 4, 8, 16, … wert, im Hexadezimalsystem 1, 16, 256, …, wobei A–F für 10–15 stehen. Im 8-Bit-Zweierkomplement ist das linke Bit −128 statt +128 wert; so werden negative Zahlen gespeichert.

Stellenwerte addieren

Die übrigen Bits behalten ihre normalen positiven Werte.

64 + 8 + 4 + 2 + 1 = 79

Antwort

N = 79
2.Zahlensysteme

Antwort: R = 128

Bits setzen: Jedes Bit hat den Wert einer Zweierpotenz (128, 64, …, 1). Eine Hexadezimalziffer entspricht genau vier Bits, und im 8-Bit-Zweierkomplement hat das linke Bit den Wert −128. Bitweise Operationen wirken auf jede Bitposition einzeln.

Bit für Bit

AND ergibt nur dort 1, wo beide Bits 1 sind.

1011 1100
AND 1000 0001
= 1000 0000

Wert des Ergebnisses

1000 0000₂ = 128

Antwort

R = 128
3.Aussagenlogik & Beweise

Antwort: N = 6

Wahrheitstafeln: Eine Formel mit n verschiedenen Variablen hat 2ⁿ Zeilen, eine für jede Kombination von Wahrheitswerten (1 = wahr, 0 = falsch). Arbeite von innen nach außen und gib jeder Teilformel eine eigene Spalte. ¬a kehrt den Wert um; a ∧ b ist nur 1, wenn beide 1 sind; a ∨ b ist nur 0, wenn beide 0 sind; a → b ist nur 0, wenn a = 1 und b = 0; a ↔ b ist 1, wenn beide Seiten gleich sind.

Wahrheitstafel Zeile für Zeile

p = 1, q = 1, r = 1: q → r = 1, (q → r) ∧ q = 1, p ∨ r = 1, ((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r) = 1
p = 1, q = 1, r = 0: q → r = 0, (q → r) ∧ q = 0, p ∨ r = 1, ((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r) = 1
p = 1, q = 0, r = 1: q → r = 1, (q → r) ∧ q = 0, p ∨ r = 1, ((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r) = 1
p = 1, q = 0, r = 0: q → r = 1, (q → r) ∧ q = 0, p ∨ r = 1, ((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r) = 1
p = 0, q = 1, r = 1: q → r = 1, (q → r) ∧ q = 1, p ∨ r = 1, ((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r) = 1
p = 0, q = 1, r = 0: q → r = 0, (q → r) ∧ q = 0, p ∨ r = 0, ((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r) = 0
p = 0, q = 0, r = 1: q → r = 1, (q → r) ∧ q = 0, p ∨ r = 1, ((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r) = 1
p = 0, q = 0, r = 0: q → r = 1, (q → r) ∧ q = 0, p ∨ r = 0, ((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r) = 0

Zähle die Zeilen mit dem Wert 1

((q → r) ∧ q) ∨ (p ∨ r): 1, 1, 1, 1, 1, 0, 1, 0
N = 6

Antwort

N = 6
4.Aussagenlogik & Beweise

Antwort: ∀x (A(x) ∧ ¬B(x))

Quantoren und Argumente: ¬∀x P(x) ≡ ∃x ¬P(x) und ¬∃x P(x) ≡ ∀x ¬P(x). Ziehe eine Negation nach innen, vertausche jeden Quantor, den sie passiert, und negiere die innere Formel mit den aussagenlogischen Gesetzen, etwa ¬(a → b) ≡ a ∧ ¬b. Ein Argument ist gültig, wenn die Konklusion in jeder Zeile 1 ist, in der alle Prämissen 1 sind. Eine einzige Zeile mit wahren Prämissen und falscher Konklusion ist ein Gegenbeispiel und zeigt, dass das Argument ungültig ist.

Die Negation nach innen ziehen

¬∃x (A(x) → B(x)) ≡ ∀x (A(x) ∧ ¬B(x))

Antwort

∀x (A(x) ∧ ¬B(x))

Die anderen Optionen lassen entweder einen Quantor unverändert, ändern die Reihenfolge der Quantoren oder negieren die innere Formel falsch.

5.Digitaltechnik: Gatter, Karnaugh-Diagramme & Flipflops

Antwort: N = 2

Karnaugh-Diagramme: Die Felder sind im Gray-Code (00, 01, 11, 10) angeordnet, benachbarte Felder, auch die über den Rand hinweg, unterscheiden sich also in genau einer Variablen. Fasse die Einsen in Rechtecken aus 1, 2, 4, 8 oder 16 Feldern zusammen, so groß und so wenige wie möglich, bis jede 1 abgedeckt ist. Jede Gruppe ist ein Produktterm: die Variablen, die in ihr konstant bleiben. Eine Gruppe aus 2ᵏ Feldern verliert k Variablen. Don’t-Cares (X) dürfen genutzt werden, um Gruppen zu vergrößern, müssen aber nie abgedeckt werden. Fasst du stattdessen die Nullen zusammen, erhältst du die minimale POS-Form.

ABC00011110011001031214151706

Die Nullen zusammenfassen

Jede Gruppe ist ein Rechteck aus 2ᵏ Feldern; Randfelder sind Nachbarn der Felder am gegenüberliegenden Rand.

(A + C′)
(A′ + B′ + C)

Minimale POS-Form

F = (A + C′)(A′ + B′ + C)
N = 2

Antwort

N = 2
6.Digitaltechnik: Gatter, Karnaugh-Diagramme & Flipflops

Antwort: Taktflanke 7

Flipflops und Zähler: Ein Flipflop ändert sich nur bei der aktiven Taktflanke. D übernimmt seinen Eingang (Q⁺ = D); T kippt bei T = 1; JK hält bei 00, setzt bei 01 zurück, setzt bei 10 und kippt bei 11. Ein n-Bit-Binärzähler hat 2ⁿ Zustände und zählt modulo 2ⁿ; ein Mod-N-Zähler läuft 0, 1, …, N − 1 und wieder auf 0 und braucht die kleinste Anzahl n von Flipflops mit 2ⁿ ≥ N. Jede Stufe eines Asynchronzählers halbiert die Frequenz, daher läuft der letzte Ausgang eines Mod-N-Zählers mit fclk/N. Ein Johnson-Zähler aus n Flipflops hat 2n Zustände, ein Ringzähler n.

Q nach jeder Flanke

Ein JK-Flipflop: 00 hält, 01 setzt zurück (Q = 0), 10 setzt (Q = 1), 11 kippt.

1: J = 1, K = 1 → Q = 1
2: J = 0, K = 0 → Q = 1
3: J = 1, K = 0 → Q = 1
4: J = 1, K = 0 → Q = 1
5: J = 1, K = 0 → Q = 1
6: J = 0, K = 0 → Q = 1
7: J = 1, K = 1 → Q = 0
8: J = 1, K = 0 → Q = 1

Erster Wechsel von 1 auf 0

Taktflanke 7

Antwort

Taktflanke 7
7.Zahlentheorie & modulare Arithmetik

Antwort: 4−1 mod 31 = 8

Inverse und Kongruenzen: a hat genau dann ein Inverses modulo n, wenn ggT(a, n) = 1. Der erweiterte euklidische Algorithmus schreibt 1 = s·n + t·a, und dann ist a⁻¹ ≡ t (mod n). Eine Kongruenz a·x ≡ b (mod n) mit ggT(a, n) = 1 hat die Lösung x ≡ a⁻¹·b. Zwei Kongruenzen x ≡ r₁ (mod m₁) und x ≡ r₂ (mod m₂) mit teilerfremden Moduln haben eine Lösung modulo m₁·m₂ (chinesischer Restsatz). Eulers φ(n) zählt die Zahlen von 1 bis n, die zu n teilerfremd sind: φ(n) = n·∏(1 − 1/p).

Erweiterter euklidischer Algorithmus

Jeder Rest r wird als r ≡ t·4 (mod 31) geschrieben.

r = 31, t = 0
r = 4, q = 7, t = 1
r = 3, q = 1, t = −7
r = 1, q = 3, t = 8

Inverse

1 ≡ 8·4 (mod 31)
x = 8
Probe: 4·8 = 32 = 1·31 + 1

Antwort

4−1 mod 31 = 8
8.Zahlentheorie & modulare Arithmetik

Antwort: m = 150

Modulare Potenzen und RSA: Berechne aᵏ mod n durch wiederholtes Quadrieren: Schreibe k binär, quadriere, reduziere nach jedem Schritt und multipliziere die Potenzen, deren Bit 1 ist. Fermat: aᵖ⁻¹ ≡ 1 (mod p) für eine Primzahl p, die a nicht teilt, der Exponent lässt sich also modulo p − 1 reduzieren. RSA: Wähle Primzahlen p und q, n = p·q und φ(n) = (p − 1)(q − 1); der öffentliche Exponent e ist teilerfremd zu φ(n), und der private Exponent ist d = e⁻¹ mod φ(n). Verschlüssele mit c = mᵉ mod n und entschlüssele mit m = cᵈ mod n.

Privater Exponent

n = 247, φ(n) = 216
d = 7−1 mod 216 = 31

Durch wiederholtes Quadrieren entschlüsseln

31 = 16 + 8 + 4 + 2 + 1
2141 ≡ 214 (mod 247)
2142 ≡ 101 (mod 247)
2144 ≡ 74 (mod 247)
2148 ≡ 42 (mod 247)
21416 ≡ 35 (mod 247)
21431 ≡ 214·101·74·42·35 ≡ 150 (mod 247)

Nachricht

m = 150
Probe: 1507 mod 247 = 214

Antwort

m = 150
9.Algorithmen & Komplexität

Antwort: D · Trifft in jedem Schritt die lokal beste Wahl

Warum das die Antwort ist

Greedy-Algorithmen sind schnell und für manche Probleme optimal (z. B. Dijkstra, Huffman-Codierung), aber nicht im Allgemeinen (z. B. Wechselgeldproblem bei manchen Münzsystemen).

Antwort

D · Trifft in jedem Schritt die lokal beste Wahl
10.Algorithmen & Komplexität

Antwort: A · O((V + E) log V)

Warum das die Antwort ist

Es gibt V Extract-Min- und bis zu E Decrease-Key-Operationen mit jeweils O(log V); ein Fibonacci-Heap verbessert dies auf O(E + V log V).

Antwort

A · O((V + E) log V)
11.Datenstrukturen

Antwort: B · Am linkesten Knoten seines rechten Teilbaums

Warum das die Antwort ist

Alle größeren Schlüssel nahe am Knoten liegen in seinem rechten Teilbaum, und der kleinste davon ist dort der linkeste Knoten.

Antwort

B · Am linkesten Knoten seines rechten Teilbaums
12.Datenstrukturen

Antwort: D · Das Leeren des Platzes könnte die Sondierungsfolge für andere Schlüssel unterbrechen

Warum das die Antwort ist

Würde ein gelöschter Platz leer, könnten spätere Suchen zu früh abbrechen und Schlüssel übersehen, die weiter hinten in der Sondierungskette abgelegt wurden.

Antwort

D · Das Leeren des Platzes könnte die Sondierungsfolge für andere Schlüssel unterbrechen
13.Graphentheorie

Antwort: H = 60

Euler, Hamilton und Bäume: Ein zusammenhängender Graph hat einen Euler-Kreis (jede Kante einmal, zurück zum Start), wenn jeder Knoten geraden Grad hat, und einen Euler-Weg, der kein Kreis ist, wenn genau zwei Knoten ungeraden Grad haben; der Weg verläuft dann von einem ungeraden Knoten zum anderen. Ein Hamilton-Kreis besucht jeden Knoten einmal; Kn hat (n − 1)!/2 davon. Ein Baum mit n Knoten hat n − 1 Kanten, und ein zusammenhängender Graph mit m Kanten behält einen aufspannenden Baum, wenn man m − n + 1 Kanten entfernt.

Zählen

H = (6 − 1)!/2 = 120/2 = 60

Antwort

H = 60
14.Graphentheorie

Antwort: N = 1

Grade: Der Grad eines Knotens ist die Anzahl der Kanten, die an ihm enden. Jede Kante hat zwei Enden, daher summieren sich die Grade zum Doppelten der Kantenzahl: Σ deg(v) = 2|E| (das Handschlaglemma). Die Anzahl der Knoten mit ungeradem Grad ist deshalb gerade. Kn hat n(n − 1)/2 Kanten, ein k-regulärer Graph mit n Knoten hat nk/2, und ein Baum mit n Knoten hat n − 1 Kanten.

Adjazenzmatrix

A: 0 1 1 0 0 0
B: 1 0 1 1 1 0
C: 1 1 0 0 0 0
D: 0 1 0 0 1 0
E: 0 1 0 1 0 1
F: 0 0 0 0 1 0

Ein weiterer Schritt

(M³)DF = 1·0 + 1·0 + 1·0 + 2·0 + 1·1 + 1·0 = 1

Antwort

N = 1
15.Datenbanken & SQL

Antwort: B · TRUNCATE TABLE

Warum das die Antwort ist

TRUNCATE leert eine Tabelle schnell und behält ihre Definition; DELETE kann ausgewählte Zeilen entfernen, und DROP entfernt die Tabelle selbst.

Antwort

B · TRUNCATE TABLE
16.Datenbanken & SQL

Antwort: B · name ist weder gruppiert noch aggregiert und hat daher keinen einzelnen Wert pro Gruppe

Warum das die Antwort ist

Jede Spalte der SELECT-Liste muss in GROUP BY oder in einem Aggregat stehen (oder funktional von den Gruppierungsspalten abhängen); andernfalls ist der Wert mehrdeutig.

Antwort

B · name ist weder gruppiert noch aggregiert und hat daher keinen einzelnen Wert pro Gruppe
17.Rechnernetze

Antwort: C · 1 ms

Warum das die Antwort ist

1500 Byte = 12,000 Bit. 12,000 / 12,000,000 Bit/s = 0,001 s = 1 ms. Die Sendeverzögerung hängt von Paketgröße und Datenrate ab, nicht von der Entfernung.

Antwort

C · 1 ms
18.Rechnernetze

Antwort: D · Ein verlorenes TCP-Segment alle gemultiplexten Streams verzögert, bis es neu übertragen wurde

Warum das die Antwort ist

TCP liefert Bytes in Reihenfolge aus, daher blockiert ein einziger Verlust jeden Stream der Verbindung. QUIC (HTTP/3) behandelt Streams unabhängig voneinander über UDP.

Antwort

D · Ein verlorenes TCP-Segment alle gemultiplexten Streams verzögert, bis es neu übertragen wurde
19.IPv4-Subnetting

Antwort: H = 62

IPv4-Subnetting: Eine Adresse hat 32 Bits. Das Präfix /p gibt an, wie viele führende Bits das Netz bezeichnen; die übrigen 32 − p Bits nummerieren die Hosts. Ein Subnetz hat 2³²⁻ᵖ Adressen, aber die erste (Netzadresse) und die letzte (Broadcast-Adresse) können keinem Host gegeben werden, also passen 2³²⁻ᵖ − 2 Hosts hinein. Ausnahmen: Ein /31 (Punkt-zu-Punkt-Verbindung, RFC 3021) nutzt beide seiner 2 Adressen für Hosts, und ein /32 ist eine einzelne Adresse (ein einzelner Host oder ein Loopback).

Zu leihende Bits

22 = 4 ≥ 4 → b = 2, /26

Hosts pro Subnetz

26 − 2 = 62

Antwort

H = 62
20.IPv4-Subnetting

Antwort: x = 96

VLSM: Jedes LAN erhält das kleinste Subnetz mit 2ʰ − 2 ≥ seiner Hostzahl, also das Präfix 32 − h. Vergibt man die größten Subnetze zuerst, liegt jeder Block auf einem Vielfachen seiner eigenen Größe, und die Netzadressen ergeben sich durch Addieren der Blockgrößen.

Blockgröße pro LAN

D: 43 Hosts → 26 = 64 (/26)
A: 29 Hosts → 25 = 32 (/27)
B: 18 Hosts → 25 = 32 (/27)
E: 8 Hosts → 24 = 16 (/28)
C: 6 Hosts → 23 = 8 (/29)

Vergabe, größte zuerst

D: .0 – .63
A: .64 – .95
B: .96 – .127
E: .128 – .143
C: .144 – .151

Antwort

x = 96

LAN B: 192.168.159.96/27.

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