Statik: Lernpaket

Formelsammlungen, die wichtigsten Lösungsschritte zu jedem Thema und 12 Übungsaufgaben, mit vollständigen Lösungen am Ende.

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1Formeln und Methoden

Vektoren: Skalar- und Kreuzprodukt

Betrag
|a| = √(ax² + ay² + az²)
Einheitsvektor
û = a/|a|
Komponenten aus einem Winkel
Fx = F·cos θ, Fy = F·sin θ
Skalarprodukt
a·b = axbx + ayby + azbz = |a||b|cos θ
Skalare Projektion von a auf b
a·b/|b|
Arbeit
W = F·d
Kreuzprodukt
a × b = (aybz − azby, azbx − axbz, axby − aybx)
Flächen
Parallelogramm |a × b|, Dreieck ½|a × b|
Moment um O
MO = r × F, r = A − O
Volumen eines Spats (Parallelepipeds)
V = |a·(b × c)|

Methode

  1. Schreibe jeden Vektor in Komponenten; bei einer Kraft, die mit Betrag und Winkel gegeben ist, verwende F·cos θ und F·sin θ.
  2. Für Längen und Richtungen verwende den Betrag √(x² + y² + z²) und den Einheitsvektor a/|a|.
  3. Verwende das Skalarprodukt für Winkel, Projektionen, Orthogonalität und Arbeit: a·b = |a||b|cos θ.
  4. Verwende das Kreuzprodukt für senkrechte Vektoren, Flächen und Momente: Schreibe die drei Komponenten sorgfältig auf und behalte die Reihenfolge a × b bei.

Auflagerkräfte am Balken

Gleichgewicht
ΣFx = 0, ΣFy = 0, ΣM = 0
Gleichstreckenlast
Resultierende w·L in der Mitte der Last
Moment
M = F·d

Methode

  1. Zeichne ein Freikörperbild und ersetze jedes Lager durch seine Lagerreaktionen.
  2. Ersetze jede verteilte Last durch eine Einzelkraft in ihrem Schwerpunkt.
  3. Bilde die Momente um ein Lager, um die Reaktion am anderen zu bestimmen.
  4. Bestimme mit ΣFy = 0 die verbleibende Reaktion und kontrolliere mit einer zweiten Momentengleichung.

Fachwerk: Knotenpunktverfahren

Knotenpunktverfahren
ΣFx = 0, ΣFy = 0 at each joint
Schnittverfahren
ΣM = 0 about a cut point
Stabkraft
positiv = Zug, negativ = Druck

Methode

  1. Bestimme die Lagerreaktionen für das ganze Fachwerk.
  2. Knotenpunktverfahren: Beginne an einem Knoten mit höchstens zwei unbekannten Stabkräften und verwende ΣFx = 0 und ΣFy = 0.
  3. Ritterschnittverfahren: Schneide durch den gesuchten Stab und bilde die Momente um den Punkt, in dem sich die anderen unbekannten Stäbe schneiden.
  4. Nimm Zug an; ein negatives Ergebnis bedeutet Druck.

Rahmen und Maschinen

Gleichgewicht jedes Stabes
ΣFx = 0, ΣFy = 0, ΣM = 0
Zweikraftstab
Kraft entlang der Geraden durch seine beiden Gelenke
Gelenkkraft
gleich groß und entgegengesetzt auf die beiden verbundenen Bauteile
Betrag einer Gelenkkraft
F = √(Fx² + Fy²)
Hebel, Zange, Winkelhebel
Fin·a = Fout·b
Kniehebel
Flink = F/(2 sin θ), Q = F/(2 tan θ)
Gleichstreckenlast
Resultierende w·L in der Mitte der Last

Methode

  1. Zeichne das gesamte Tragwerk und bestimme die Auflagerkräfte, wenn es höchstens drei Unbekannte gibt.
  2. Finde die Zweikraftstäbe: Sie sind nur an zwei Gelenken belastet, ihre Kraft wirkt entlang der Verbindungslinie der Gelenke.
  3. Zerlege den Rahmen und zeichne jedes Bauteil einzeln, mit gleich großen, entgegengesetzten Gelenkkräften dort, wo Bauteile zusammentreffen.
  4. Bilde für jedes Bauteil die Momente um ein Gelenk mit unbekannten Kräften, dann verwende ΣFx = 0 und ΣFy = 0; füge die Komponenten erst am Ende zu einem Betrag zusammen.

Querkraft und Biegemoment

Querkraft und Moment
V = ΣF auf einer Seite, M = ΣF·d auf einer Seite
Biegespannung
σ = M·y/I
Rechteck
I = bh³/12
Widerstandsmoment
W = I/ymax
Einfeldträger, Gleichstreckenlast
Mmax = wL²/8

Methode

  1. Bestimme die Lagerreaktionen aus dem Gleichgewicht des ganzen Balkens.
  2. Schneide den Balken an der gesuchten Stelle und behalte eine Seite.
  3. Querkraft: Summe der vertikalen Kräfte auf dieser Seite. Biegemoment: Summe ihrer Momente um die Schnittstelle.
  4. Für das maximale Moment suchst du die Stelle, an der die Querkraft null ist.

Schwerpunkt und Flächenträgheitsmoment

Schwerpunkt
ȳ = ΣAiyi/ΣAi
Rechteck
I = bh³/12
Satz von Steiner
I = Ic + A·d²
Zusammengesetzter Querschnitt
I = Σ(Ic,i + Aidi²)

2Übungsaufgaben

1.Vektoren: Skalar- und KreuzproduktMittel
xyzdFAB

Eine konstante Kraft F = (15, −15, 20) N wirkt auf einen Körper, während er sich geradlinig von Punkt A(2, −3, −4) nach Punkt B(5, −4, 1) bewegt. Die Koordinaten sind in Metern angegeben. Bestimme die von der Kraft verrichtete Arbeit W.

F = (15, −15, 20) NA(2, −3, −4) mB(5, −4, 1) m
W = J
2.Vektoren: Skalar- und KreuzproduktSchwer
xyzabc

Bestimme das Volumen V des Spats (Parallelepipeds), dessen Kanten von einer Ecke aus a = (−2, 1, −5), b = (−2, −3, 3) und c = (0, 4, −1) sind.

a = (−2, 1, −5)b = (−2, −3, 3)c = (0, 4, −1)
V =
3.Auflagerkräfte am BalkenMittel
P = 30 kNM = 10 kN·mABRA​ = ?2 m6 m2 m

Der Einfeldträger hat in A ein Festlager und in B ein Loslager. Er trägt eine Einzellast P im Abstand 8 m von A und ein eingeprägtes Moment M (im Uhrzeigersinn) im Abstand 2 m von A. Bestimme die vertikale Auflagerkraft RA, nach oben positiv.

L = 10 mP = 30 kN bei 8 mM = 10 kN·m (im Uhrzeigersinn) bei 2 m
RA = kN
4.Auflagerkräfte am BalkenSchwer
w0​ = 10 kN/mP = 50 kNABMA​ = ?6 m4 m

Der Kragträger ist in A an der Wand eingespannt. Er trägt eine linear veränderliche Last, die an der Wand 10 kN/m beträgt und bis zum freien Ende B auf null abfällt, sowie eine Einzellast P im Abstand 6 m von der Wand. Bestimme den Betrag des Einspannmoments MA an der Wand.

L = 10 mw0 = 10 kN/mP = 50 kN bei 6 m
MA = kN·m
5.Fachwerk: KnotenpunktverfahrenMittel
ABCDEFGH30 kN30 kN30 kN4 × 3 m3 m

Genau ein Stab dieses Fachwerks trägt unter diesen Lasten keine Kraft. Welcher ist der Nullstab? Klicke ihn im Diagramm an.

C: 30 kN ↓D: 30 kN ↓G: 30 kN ↓
  1. 1Stab AB
  2. 2Stab BC
  3. 3Stab CD
  4. 4Stab DE
  5. 5Stab FG
  6. 6Stab GH
  7. 7Stab AF
  8. 8Stab HE
  9. 9Stab BF
  10. 10Stab CG
  11. 11Stab DH
  12. 12Stab FC
  13. 13Stab HC
6.Fachwerk: KnotenpunktverfahrenSchwer
ABCDEFGH20 kN25 kN4 × 4 m3 m

Genau ein Stab dieses Fachwerks trägt unter diesen Lasten keine Kraft. Welcher ist der Nullstab? Klicke ihn im Diagramm an.

F: 20 kN →G: 25 kN ↓
  1. 1Stab AB
  2. 2Stab BC
  3. 3Stab CD
  4. 4Stab DE
  5. 5Stab FG
  6. 6Stab GH
  7. 7Stab AF
  8. 8Stab HE
  9. 9Stab BF
  10. 10Stab CG
  11. 11Stab DH
  12. 12Stab BG
  13. 13Stab DG
7.Rahmen und MaschinenMittel
5 kN4,8 m1,2 m1,2 m0,6 mABCDEK

Der gezeigte A-Rahmen steht auf einem Festlager in A und einem Loslager in B, 4,8 m voneinander entfernt, mit dem Scheitelgelenk C in 2,4 m Höhe und der horizontalen Zugstange DE 1,2 m über dem Boden. Auf den Schenkel AC wirkt in K, 0,6 m (horizontal) von A entfernt, eine vertikale Last von 5 kN. Bestimme die Zugkraft T in der Zugstange.

P = 5 kNAB = 4,8 mHöhe von C = 2,4 mHöhe von DE = 1,2 mhorizontaler Abstand von A zu K = 0,6 m
T = kN
8.Rahmen und MaschinenSchwer
12 kN4,8 m1,2 m2,4 mABCDE

Der gezeigte A-Rahmen steht auf einem Festlager in A und einem Loslager in B, 4,8 m voneinander entfernt. Die Schenkel treffen sich im Gelenk C, 3,6 m hoch, und sind durch den horizontalen Stab DE in 1,2 m Höhe verbunden. In C wirkt eine horizontale Kraft von 12 kN nach rechts. Bestimme die Zugkraft T in der Zugstange.

P = 12 kNAB = 4,8 mHöhe von C = 3,6 mHöhe von DE = 1,2 m
T = kN
9.Querkraft und BiegemomentMittel
6 kN/m45 kNABCDEFG1 m1 m1 m1 m1 m1 m

Die Markierungen A bis G teilen den Balken in sechs gleiche Teile. An welcher Markierung ist das Biegemoment betragsmäßig am größten, positiv oder negativ? Klicke sie im Diagramm an.

45 kN @ 2 m6 kN/m, 0–6 m
  1. 1A (x = 0 m)
  2. 2B (x = 1 m)
  3. 3C (x = 2 m)
  4. 4D (x = 3 m)
  5. 5E (x = 4 m)
  6. 6F (x = 5 m)
  7. 7G (x = 6 m)
10.Querkraft und BiegemomentSchwer
5 kN/m30 kN50 kNABCDEFG2 m2 m2 m2 m2 m2 m

Die Markierungen A bis G teilen den Balken in sechs gleiche Teile. An welcher Markierung ist das Biegemoment betragsmäßig am größten, positiv oder negativ? Klicke sie im Diagramm an.

30 kN @ 12 m50 kN @ 6 m5 kN/m, 0–10 m
  1. 1A (x = 0 m)
  2. 2B (x = 2 m)
  3. 3C (x = 4 m)
  4. 4D (x = 6 m)
  5. 5E (x = 8 m)
  6. 6F (x = 10 m)
  7. 7G (x = 12 m)
11.Schwerpunkt und FlächenträgheitsmomentMittel
1204601614xMaße in mm

Ein symmetrischer I-Querschnitt hat Flansche mit 120 mm Breite und 16 mm Dicke, eine Gesamthöhe von 460 mm und einen Steg mit 14 mm Dicke. Bestimme sein elastisches Widerstandsmoment Sx für Biegung um die horizontale Schwerachse x.

B = 120 mmH = 460 mmtf = 16 mmtw = 14 mm
Sx = × 10³ mm³
12.Schwerpunkt und FlächenträgheitsmomentSchwer
2803028012xM = 5 kN·mMaße in mm

Der T-Querschnitt wird als Balken mit dem Flansch oben verwendet und trägt ein positives Biegemoment von 5 kN·m. Bestimme die Biegespannung σunten an der Unterkante.

bf = 280 mmtf = 30 mmtw = 12 mmhw = 280 mmM = 5 kN·m
σunten = MPa

3Lösungen

1.Vektoren: Skalar- und Kreuzprodukt

Antwort: W = 160 J

Dot product: a·b = axbx + ayby + azbz = |a|·|b|·cos θ, a scalar. It gives the angle between two vectors, cos θ = a·b/(|a|·|b|), and it is zero when they are perpendicular. The scalar projection of a onto b is a·b/|b|, and a constant force F moving through a displacement d does work W = F·d.

Weg

d = B − A = (5, −4, 1) − (2, −3, −4) = (3, −1, 5) m

Arbeit

W = F·d = 15·3 + (−15)·(−1) + 20·5 = 160 J

Antwort

W = 160 J
2.Vektoren: Skalar- und Kreuzprodukt

Antwort: V = 56

Cross product: a × b = (aybz − azby, azbx − axbz, axby − aybx) is perpendicular to both vectors, and |a × b| = |a|·|b|·sin θ is the area of the parallelogram they span (the triangle has half of it). Order matters: b × a = −(a × b). The moment of a force F applied at point A about point O is MO = r × F, with r = A − O.

Kreuzprodukt b × c

(b × c)x = bycz − bzcy = (−3)·(−1) − 3·4 = −9
(b × c)y = bzcx − bxcz = 3·0 − (−2)·(−1) = −2
(b × c)z = bxcy − bycx = (−2)·4 − (−3)·0 = −8

Skalarprodukt mit a

a·(b × c) = (−2)·(−9) + 1·(−2) + (−5)·(−8) = 56
V = |56| = 56

Antwort

V = 56
3.Auflagerkräfte am Balken

Antwort: RA = 5 kN

Statisches Gleichgewicht: Für einen ruhenden Körper gilt ΣFx = 0, ΣFy = 0 und ΣM = 0 um jeden Punkt. Ersetze jede Streckenlast durch ihre Resultierende (ihre Fläche), die im Schwerpunkt der Lastfigur angreift, und bilde die Momente um ein Auflager, damit dessen Auflagerkraft aus der Gleichung herausfällt.

Momente um A

Gegen den Uhrzeigersinn positiv.

ΣMA = 0: RB·10 − 30·8 − 10 = 0
RB = 250/10 = 25 kN

Vertikales Gleichgewicht

RA = 30 − 25 = 5 kN

Antwort

RA = 5 kN

Eine negative Auflagerkraft wirkt nach unten.

4.Auflagerkräfte am Balken

Antwort: MA = 466,7 kN·m

Gleichgewicht am Kragarm: Eine Einspannung kann nach oben drücken und auch eine Drehung verhindern, sie liefert also eine vertikale Auflagerkraft RA und ein Einspannmoment MA. ΣFy = 0 liefert RA, und die Momente um die Wand liefern MA = Σ(Last × Abstand von der Wand). Eine Streckenlast wirkt als ihre Resultierende im Schwerpunkt der Lastfigur.

Resultierende der Dreieckslast

W = ½·10·10 = 50 kN
x̄ = L/3 = 3,333 m

Moment um die Wand

MA = W·x̄ + P·a = 50·3,333 + 50·6 = 466,7 kN·m

Antwort

MA = 466,7 kN·m
5.Fachwerk: Knotenpunktverfahren

Antwort: Stab BF

Nullstäbe: An einem Knoten müssen sich die Kräfte in jeder Richtung ausgleichen. Hat ein Knoten keine Last und kein Auflager und liegen zwei seiner drei Stäbe in einer Linie, dann betrifft das Gleichgewicht quer zu dieser Linie nur den dritten Stab, seine Kraft ist also null. Treffen sich an einem unbelasteten Knoten nur zwei Stäbe, die nicht in einer Linie liegen, sind beide null.

Knoten B

AB und BC liegen auf einer Geraden, und der Knoten trägt keine Last. Das Kräftegleichgewicht quer zu dieser Linie lässt nur BF übrig.

ΣF⊥ = 0 → FBF = 0

Mit dem Knotenpunktverfahren prüfen

Die Lösung aller Knoten ergibt diese Stabkräfte (T = Zug, C = Druck).

AB: 37,5 kN (T), BC: 37,5 kN (T), CD: 52,5 kN (T), DE: 52,5 kN (T), FG: 75 kN (C), GH: 75 kN (C), AF: 53,03 kN (C), HE: 74,25 kN (C), BF: 0, CG: 30 kN (C), DH: 30 kN (T), FC: 53,03 kN (T), HC: 31,82 kN (T)

Antwort

Nullstab: BF
6.Fachwerk: Knotenpunktverfahren

Antwort: Stab CG

Nullstäbe: An einem Knoten müssen sich die Kräfte in jeder Richtung ausgleichen. Hat ein Knoten keine Last und kein Auflager und liegen zwei seiner drei Stäbe in einer Linie, dann betrifft das Gleichgewicht quer zu dieser Linie nur den dritten Stab, seine Kraft ist also null. Treffen sich an einem unbelasteten Knoten nur zwei Stäbe, die nicht in einer Linie liegen, sind beide null.

Knoten C

BC und CD liegen auf einer Geraden, und der Knoten trägt keine Last. Das Kräftegleichgewicht quer zu dieser Linie lässt nur CG übrig.

ΣF⊥ = 0 → FCG = 0

Mit dem Knotenpunktverfahren prüfen

Die Lösung aller Knoten ergibt diese Stabkräfte (T = Zug, C = Druck).

AB: 31,67 kN (T), BC: 43,33 kN (T), CD: 43,33 kN (T), DE: 21,67 kN (T), FG: 31,67 kN (C), GH: 21,67 kN (C), AF: 14,58 kN (C), HE: 27,08 kN (C), BF: 8,75 kN (T), CG: 0, DH: 16,25 kN (T), BG: 14,58 kN (C), DG: 27,08 kN (C)

Antwort

Nullstab: CG
7.Rahmen und Maschinen

Antwort: T = 1,25 kN

Rahmen und Maschinen: Anders als ein Fachwerk enthält ein Rahmen mindestens ein Bauteil, das Kräfte an mehr als zwei Punkten trägt oder eine Last zwischen seinen Gelenken. Suche zuerst die Zweikraftstäbe: Bei einem nur an zwei Gelenken belasteten Bauteil liegt die Kraft auf der Geraden durch diese, es bringt also eine Unbekannte, nicht zwei. Verwende dann das gesamte Tragwerk für die Auflagerkräfte, wenn es höchstens drei Unbekannte gibt. Zerlege schließlich den Rahmen: Zeichne jedes Bauteil einzeln, mit gleich großen, entgegengesetzten Gelenkkräften auf den beiden Bauteilen, die sie verbinden, und schreibe ΣFx = 0, ΣFy = 0 und ΣM = 0 dafür auf. Bildet man die Momente um ein Gelenk, fallen beide Komponenten der Gelenkkraft aus der Gleichung.

Ganzer Rahmen: Momente um A

By = 5·0,6/4,8 = 0,625 kN

Schenkel BC: Momente um C

0,625·2,4 = T·1,2
T = 1,25 kN

Antwort

T = 1,25 kN
8.Rahmen und Maschinen

Antwort: T = 9 kN

Rahmen und Maschinen: Anders als ein Fachwerk enthält ein Rahmen mindestens ein Bauteil, das Kräfte an mehr als zwei Punkten trägt oder eine Last zwischen seinen Gelenken. Suche zuerst die Zweikraftstäbe: Bei einem nur an zwei Gelenken belasteten Bauteil liegt die Kraft auf der Geraden durch diese, es bringt also eine Unbekannte, nicht zwei. Verwende dann das gesamte Tragwerk für die Auflagerkräfte, wenn es höchstens drei Unbekannte gibt. Zerlege schließlich den Rahmen: Zeichne jedes Bauteil einzeln, mit gleich großen, entgegengesetzten Gelenkkräften auf den beiden Bauteilen, die sie verbinden, und schreibe ΣFx = 0, ΣFy = 0 und ΣM = 0 dafür auf. Bildet man die Momente um ein Gelenk, fallen beide Komponenten der Gelenkkraft aus der Gleichung.

Ganzer Rahmen: Momente um A

By·4,8 = 12·3,6
By = 9 kN

Schenkel BC: Momente um C

9·2,4 = T·2,4
T = 9 kN

Antwort

T = 9 kN

Ein positives T bedeutet, dass die Zugstange wie angenommen auf Zug beansprucht wird.

9.Querkraft und Biegemoment

Antwort: C (x = 2 m)

Größtes Biegemoment: M ändert seine Steigung überall dort, wo sich die Querkraft ändert, seine Spitzen liegen also dort, wo die Querkraft null kreuzt: unter einer Einzellast, innerhalb einer Streckenlast oder über einem Auflager eines Kragarms. An einer Einspannung eines Kragarms ist das Moment an der Wand am größten. Vergleiche die Größe von M an diesen Stellen, positiv oder negativ.

Auflagerkräfte

Bilde Momente um ein Auflager und verwende dann das vertikale Kräftegleichgewicht.

R1 = 48 kN, R2 = 33 kN

Biegemoment an jeder Markierung

Summiere die Momente aller Kräfte auf einer Seite des Schnitts. Positiv ist ein durchhängendes Moment, negativ ein aufwölbendes.

MA = 0, MB = 45, MC = 84 kN·m, MD = 72, ME = 54, MF = 30, MG = 0

Antwort

Markierung C: MC = 84 kN·m
10.Querkraft und Biegemoment

Antwort: D (x = 6 m)

Größtes Biegemoment: M ändert seine Steigung überall dort, wo sich die Querkraft ändert, seine Spitzen liegen also dort, wo die Querkraft null kreuzt: unter einer Einzellast, innerhalb einer Streckenlast oder über einem Auflager eines Kragarms. An einer Einspannung eines Kragarms ist das Moment an der Wand am größten. Vergleiche die Größe von M an diesen Stellen, positiv oder negativ.

Auflagerkräfte

Bilde Momente um ein Auflager und verwende dann das vertikale Kräftegleichgewicht.

R1 = 39 kN, R2 = 91 kN

Biegemoment an jeder Markierung

Summiere die Momente aller Kräfte auf einer Seite des Schnitts. Positiv ist ein durchhängendes Moment, negativ ein aufwölbendes.

MA = 0, MB = 68, MC = 116, MD = 144 kN·m, ME = 52, MF = −60, MG = 0

Antwort

Markierung D: MD = 144 kN·m
11.Schwerpunkt und Flächenträgheitsmoment

Antwort: Sx = 1221 × 10³ mm³

Flächenträgheitsmoment: Für ein Rechteck gilt um seine eigene Schwerachse I = bh³/12 und um seine Grundlinie bh³/3 (Satz von Steiner I = Ic + A·d²). Ein Loch wird berücksichtigt, indem man sein I abzieht, solange beide Teile dieselbe Achse haben. Das elastische Widerstandsmoment ist S = I/c, wobei c der Abstand zur Randfaser ist.

Außenrechteck minus die beiden seitlichen Aussparungen

Beide Aussparungen zusammen sind (B − tw) breit und hw = H − 2tf hoch und haben die Achse x gemeinsam.

hw = 460 − 2·16 = 428 mm
Ix = (B·H³ − (B − tw)·hw³)/12 = (120·460³ − 106·428³)/12
Ix = 2,808 × 10⁸ mm⁴

Widerstandsmoment

c = H/2 = 230 mm
Sx = I/c = 2,808 × 10⁸/230
Sx = 1,221 × 10⁶ mm³ = 1221 × 10³ mm³

Antwort

Sx = 1221 × 10³ mm³
12.Schwerpunkt und Flächenträgheitsmoment

Antwort: σunten = 15,62 MPa

Zusammengesetzte Flächen: Teile den Querschnitt in Rechtecke. Der Schwerpunkt ist der flächengewichtete Mittelwert ȳ = ΣAᵢyᵢ/ΣAᵢ. Das Flächenträgheitsmoment um die Schwerachse addiert für jeden Teil sein eigenes bh³/12 und seinen Steiner-Anteil A·d², wobei d der Abstand vom Teilschwerpunkt zum Gesamtschwerpunkt ist. Die Biegespannung ist σ = M·y/I.

In zwei Rechtecke teilen

Miss jedes y von der Unterkante aus.

Flansch: Af = 280·30 = 8400 mm², yf = 280 + 30/2 = 295 mm
Steg: Aw = 12·280 = 3360 mm², yw = 280/2 = 140 mm

Schwerpunkt

ȳ = (Afyf + Awyw)/(Af + Aw) = (8400·295 + 3360·140)/11760 = 250,7 mm

Satz von Steiner

Flansch: 280·30³/12 + 8400·(295 − 250,7)² = 1,71 × 10⁷ mm⁴
Steg: 12·280³/12 + 3360·(140 − 250,7)² = 6,314 × 10⁷ mm⁴
Ix = 1,71 × 10⁷ + 6,314 × 10⁷ = 8,024 × 10⁷ mm⁴

Biegespannung

Die Unterkante liegt ȳ von der Achse entfernt.

y = 250,7 mm
σ = M·y/I = 5 × 10⁶·250,7/8,024 × 10⁷ = 15,62 MPa

Antwort

σunten = 15,62 MPa

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