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1Formeln und Methoden
Laborwerte und Elektrolyte
Methode
Vergleiche den Wert mit dem Referenzbereich des Labors selbst, dann mit dem Ausgangswert und dem Verlauf des Patienten.
Prüfe die Probe: Hämolyse, eine Verzögerung oder Blut, das nahe einer Infusion abgenommen wurde, kann falsche Ergebnisse liefern.
Verknüpfe den Wert mit seinen typischen Zeichen und mit den Arzneimitteln und Erkrankungen, die ihn verursachen.
Achte auf Wechselwirkungen: Niedriges Kalium oder Magnesium verstärkt die Digoxin-Toxizität; Dehydratation erhöht Lithium.
Handle am Patienten: beurteilen, ein Arzneimittel bei unsicherem Spiegel aussetzen, kritische Werte zurücklesen und die verordnende Person informieren.
Lies den pH-Wert ab: unter 7,35 ist es eine Azidose, über 7,45 eine Alkalose.
Finde den Wert, der sie erklärt: Läuft PaCO₂ entgegengesetzt zum pH, ist sie respiratorisch; läuft HCO₃⁻ gleichsinnig mit dem pH, ist sie metabolisch.
Betrachte den anderen Wert: Ist er normal, liegt keine Kompensation vor; ist er in die kompensierende Richtung verändert, ist es eine teilkompensierte Störung; ein normaler pH-Wert bei zwei abweichenden Werten bedeutet vollständige Kompensation.
Vergleiche bei einer metabolischen Azidose PaCO₂ mit der Winter-Formel 1,5·HCO₃⁻ + 8 ± 2 und berechne die Anionenlücke Na⁺ − (Cl⁻ + HCO₃⁻).
Prüfe eine große Anionenlücke mit dem Delta-Quotienten und bei niedrigem Albumin mit der korrigierten Lücke.
Klinische Pharmakokinetik
Geschwindigkeitskonstante und Halbwertszeit
k = ln 2/t½ = 0,693/t½
Zerfall erster Ordnung
C = C₀·e−kt = C₀·(1/2)t/t½
Zwei Spiegel
k = ln(C₁/C₂)/Δt
Volumen und Clearance
Vd = dose/C₀, CL = k·Vd
Aufsättigungsdosis
LD = Vd·C/(S·F)
Erhaltungsrate
R = CL·Css/(S·F)
Mittlerer Steady State
Css,avg = S·F·D/(CL·τ)
Stationärer Zustand
1 − (1/2)ⁿ nach n Halbwertszeiten; ≈ 97 % nach 5
Infusion
C = (R/CL)(1 − e−kt)
Intervall und Dosis aus Spitzen- und Talspiegel
τ = ln(Cpeak/Ctrough)/k, D = Vd·(Cpeak − Ctrough)
Cockcroft–Gault
CrCl = (140 − Alter) × kg/(72 × SCr mg/dL), × 0,85 bei Frauen
4.Interpretation der arteriellen BlutgasanalyseSchwer
Ein Übungsgas, auf Meereshöhe bei 24 % Sauerstoff entnommen, zeigt PaO₂ 61 mmHg (8,1 kPa) und PaCO₂ 38 mmHg (5,1 kPa). Bestimme mit PAO₂ = FiO₂·(760 − 47) − PaCO₂/0,8 den A–a-Gradient.
Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Nach einer i.v. Dosis von gentamicin beträgt der Spiegel 6 mg/L nach 1 h und 2,1 mg/L nach 4 h. Nimm eine Elimination erster Ordnung an. Bestimme die Halbwertszeit t½.
C1 = 6 mg/L (1 h)C2 = 2,1 mg/L (4 h)
t½ = h
6.Klinische PharmakokinetikSchwer
Übungsaufgabe (erfundene Werte, keine klinische Empfehlung). Eine Infusion von vancomycin läuft ohne Aufsättigungsdosis mit 125 mg/h. Die Clearance des Patienten beträgt 5 L/h und die Halbwertszeit 6 h. Wie hoch ist der Spiegel C nach 15 h?
R = 125 mg/hCL = 5 L/ht½ = 6 ht = 15 h
C = mg/L
7.Klinische PflegeMittel
Welche Untersuchungsbefunde sprechen für einen großen einseitigen Pleuraerguss?
AGiemen über beiden Lungen
BGedämpfter Klopfschall und abgeschwächtes Atemgeräusch über der Lungenbasis
CNormales Atemgeräusch und normaler Klopfschall
DEin hypersonorer Thorax mit zu dieser Seite gezogener Trachea
8.Klinische PflegeSchwer
Bei einem Patienten mit gesicherter Lungenembolie wird eine Antikoagulation begonnen. Welche Aussage erklärt ihren Zweck am besten?
ASie löst das Gerinnsel innerhalb von Minuten nach der ersten Dosis vollständig auf
BSie wird hauptsächlich zur Blutdrucksenkung gegeben
CSie verhindert das Wachstum des Gerinnsels und neue Gerinnsel, während der Körper es abbaut
DSie verdünnt das Blut, damit die Lunge mehr Sauerstoff aufnimmt
3Lösungen
1.Laborwerte und Elektrolyte
Antwort: D · Seitlich in die Fingerkuppe stechen
Warum das die Antwort ist
Die Seiten der Fingerkuppen sind weniger schmerzempfindlich als die Ballen und werden daher für die Kapillarblutentnahme verwendet. Ein Wechsel der Stellen verringert Schmerzen, und starkes Drücken kann Gewebeflüssigkeit beimischen, was zu ungenauen Ergebnissen führt.
Antwort
D · Seitlich in die Fingerkuppe stechen
2.Laborwerte und Elektrolyte
Antwort: C · Hohes Kalium und hoher Hämatokrit
Warum das die Antwort ist
Früh nach einer Verbrennung setzen geschädigte Zellen Kalium frei, und Plasma verlagert sich ins Gewebe, was das Blut eindickt und den Hämatokrit erhöht. Später, wenn die Flüssigkeit zurückkehrt und die Nieren Kalium ausscheiden, kann sich eine Hypokaliämie entwickeln.
Antwort
C · Hohes Kalium und hoher Hämatokrit
3.Interpretation der arteriellen Blutgasanalyse
Antwort: Osm = 280 mOsm/kg
Abgeleitete Werte: Die berechnete Serumosmolalität ist 2·Na⁺ + Glukose + Harnstoff, alle Werte in mmol/L (2·Na⁺ + Glukose/18 + BUN/2,8 mit Glukose und BUN in mg/dL); normal sind etwa 275–295 mOsm/kg. Der P/F-Quotient ist PaO₂ geteilt durch FiO₂ als Bruch. Der alveoläre Sauerstoffdruck ist auf Meereshöhe PAO₂ = FiO₂·(760 − 47) − PaCO₂/0,8 mmHg, und der A–a-Gradient ist PAO₂ − PaO₂.
Berechnete Osmolalität
Osm = 2·133 + 5,2 + 8,7 = 279,9 ≈ 280 mOsm/kg
Antwort
Osm = 280 mOsm/kg
4.Interpretation der arteriellen Blutgasanalyse
Antwort: A–a-Gradient = 62,62 mmHg
Abgeleitete Werte: Die berechnete Serumosmolalität ist 2·Na⁺ + Glukose + Harnstoff, alle Werte in mmol/L (2·Na⁺ + Glukose/18 + BUN/2,8 mit Glukose und BUN in mg/dL); normal sind etwa 275–295 mOsm/kg. Der P/F-Quotient ist PaO₂ geteilt durch FiO₂ als Bruch. Der alveoläre Sauerstoffdruck ist auf Meereshöhe PAO₂ = FiO₂·(760 − 47) − PaCO₂/0,8 mmHg, und der A–a-Gradient ist PAO₂ − PaO₂.
Clearance und Volumen: Im Steady State entspricht die Dosierungsrate der Eliminationsrate, daher gilt die Erhaltungsrate = CL × Css. Eine Aufsättigungsdosis ist LD = Vd × C/(S × F), wobei S der Salzfaktor (Anteil des Wirkstoffs im Salz) und F die Bioverfügbarkeit (1 bei i.v.) ist. Aus zwei Spiegeln ergibt sich k = ln(C₁/C₂)/Δt; bei einem i.v. Bolus gilt Vd = Dosis/C₀ und CL = k × Vd. Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.
Eliminationsgeschwindigkeitskonstante
k = ln(6/2,1)/3 = 1,05/3 = 0,3499 h⁻¹
Halbwertszeit
t½ = 0,693/0,3499 = 1,981 h
Antwort
t½ = 1,981 h
6.Klinische Pharmakokinetik
Antwort: C = 20,58 mg/L
Ein Dosierschema entwerfen: Bei schnellen i.v. Dosen fällt der Spiegel im Intervall vom Spitzen- auf den Talspiegel, daher gilt τ = ln(Cpeak/Ctrough)/k, und die Dosis, die den Spitzenspiegel wiederherstellt, ist Vd × (Cpeak − Ctrough). Der mittlere Steady-State-Spiegel ist Css,avg = S·F·Dosis/(CL·τ). Bei einer Infusion steigt der Spiegel als C = (R/CL)(1 − e−kt). Bei einem über die Nieren ausgeschiedenen Arzneimittel wird die Dosis mit der Kreatinin-Clearance angepasst. Die Zahlen dienen nur der Übung; halte dich am Patientenbett immer an die örtlichen Standards und lass Hochrisiko-Dosen doppelt kontrollieren.
Steady-State-Spiegel
Css = 125/5 = 25 mg/L
Geschwindigkeitskonstante
k = 0,693/6 = 0,1155 h⁻¹
Spiegel nach der angegebenen Zeit
C = 25·(1 − e−0,1155·15) = 20,58 mg/L
Antwort
C = 20,58 mg/L
7.Klinische Pflege
Antwort: B · Gedämpfter Klopfschall und abgeschwächtes Atemgeräusch über der Lungenbasis
Warum das die Antwort ist
Flüssigkeit im Pleuraspalt dämpft die Atemgeräusche und führt zu einem absolut gedämpften („stumpfen“) Klopfschall. Ein großer Erguss kann die Trachea von der betroffenen Seite wegdrängen.
Antwort
B · Gedämpfter Klopfschall und abgeschwächtes Atemgeräusch über der Lungenbasis
8.Klinische Pflege
Antwort: C · Sie verhindert das Wachstum des Gerinnsels und neue Gerinnsel, während der Körper es abbaut
Warum das die Antwort ist
Antikoagulanzien verhindern das Fortschreiten des Gerinnsels und neue Gerinnsel; die körpereigene Fibrinolyse baut das bestehende Gerinnsel allmählich ab. Die Thrombolyse, die Gerinnsel aktiv auflöst, ist der massiven Lungenembolie mit Schock vorbehalten.
Antwort
C · Sie verhindert das Wachstum des Gerinnsels und neue Gerinnsel, während der Körper es abbaut