Festigkeitslehre: Lernpaket

Formelsammlungen, die wichtigsten Lösungsschritte zu jedem Thema und 14 Übungsaufgaben, mit vollständigen Lösungen am Ende.

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1Formeln und Methoden

Normalspannung und Dehnung

Normalspannung
σ = F/A
Dehnung
ε = ΔL/L
Hookesches Gesetz
σ = E·ε
Verlängerung
ΔL = FL/(EA)
Wärmedehnung
εT = α·ΔT

Torsion von Wellen

Schubspannung
τ = T·r/J
Vollwelle
J = πd⁴/32
Hohlwelle
J = π(D⁴ − d⁴)/32
Verdrehwinkel
φ = TL/(GJ)
Leistung
P = T·ω = 2πnT/60

Methode

  1. Bestimme das polare Flächenträgheitsmoment: J = πd⁴/32 für eine Vollwelle.
  2. Schubspannung am Rand: τ = T·r/J, mit dem Außenradius r.
  3. Verdrehwinkel: φ = TL/(GJ) im Bogenmaß.
  4. Ist die Leistung gegeben, bestimme zuerst das Drehmoment mit P = T·ω, ω = 2πn/60.

Querkraft und Biegemoment

Querkraft und Moment
V = ΣF auf einer Seite, M = ΣF·d auf einer Seite
Biegespannung
σ = M·y/I
Rechteck
I = bh³/12
Widerstandsmoment
W = I/ymax
Einfeldträger, Gleichstreckenlast
Mmax = wL²/8

Methode

  1. Bestimme die Lagerreaktionen aus dem Gleichgewicht des ganzen Balkens.
  2. Schneide den Balken an der gesuchten Stelle und behalte eine Seite.
  3. Querkraft: Summe der vertikalen Kräfte auf dieser Seite. Biegemoment: Summe ihrer Momente um die Schnittstelle.
  4. Für das maximale Moment suchst du die Stelle, an der die Querkraft null ist.

Schwerpunkt und Flächenträgheitsmoment

Schwerpunkt
ȳ = ΣAiyi/ΣAi
Rechteck
I = bh³/12
Satz von Steiner
I = Ic + A·d²
Zusammengesetzter Querschnitt
I = Σ(Ic,i + Aidi²)

Mohrscher Spannungskreis & Spannungstransformation

Mittelpunkt
C = (σx + σy)/2
Radius
R = √(((σx − σy)/2)² + τxy²)
Hauptspannungen
σ1,2 = C ± R
Hauptrichtung
tan 2θp = 2τxy/(σx − σy)
Geneigter Schnitt
σθ = C + (σx − σy)/2·cos 2θ + τxy·sin 2θ

Methode

  1. Berechne den Mittelpunkt des Mohrschen Kreises: C = (σx + σy)/2.
  2. Berechne den Radius: R = √(((σx − σy)/2)² + τxy²).
  3. Die Hauptspannungen sind C ± R, und die größte Schubspannung in der Ebene ist R.
  4. Winkel im Kreis sind doppelt so groß wie die Winkel am Element: tan 2θp = 2τxy/(σx − σy).

Durchbiegung

Einzellast in Feldmitte
δ = PL³/(48EI)
Gleichstreckenlast, Einfeldträger
δ = 5wL⁴/(384EI)
Kragarm, Endlast
δ = PL³/(3EI)
Kragarm, Gleichstreckenlast
δ = wL⁴/(8EI)
Überlagerungssatz
δ = δ1 + δ2

Knicken von Stützen

Eulersche Knicklast
Pcr = π²EI/(KL)²
Knicklängenbeiwert
K = 1 gelenkig–gelenkig, 0,5 eingespannt–eingespannt, 0,7 eingespannt–gelenkig, 2 eingespannt–frei
Kritische Spannung
σcr = Pcr/A
Schlankheit
λ = KL/r, r = √(I/A)

2Übungsaufgaben

1.Normalspannung und DehnungMittel
Ø 20 mmKupfer1,5 mP = 20 kN

Bestimme die Verlängerung δ des Stabs aus Kupfer unter der axialen Last.

P = 20 kNd = 20 mmL = 1,5 mE = 117 GPa
δ = mm
2.Normalspannung und DehnungSchwer
Ø 40 mmStahl1 mØ 16 mmKupfer0,5 mP = 35 kN

Der abgesetzte Stab ist an der Wand eingespannt und an seinem freien Ende belastet. Bestimme die gesamte Verlängerung δ.

P = 35 kNAbschnitt 1: Ø40 mm, 1 m, Stahl (E = 200 GPa)Abschnitt 2: Ø16 mm, 0,5 m, Kupfer (E = 117 GPa)
δ = mm
3.Torsion von WellenMittel
do​ = 30, di​ = 21 mmT = 200 N·mL = 1 m

Eine Hohlwelle aus Stahl (Außendurchmesser 30 mm, Innendurchmesser 21 mm, Länge 1 m) ist an einem Ende eingespannt und wird am anderen durch ein Drehmoment von 200 N·m verdreht. Bestimme den Verdrehwinkel φ in Grad.

T = 200 N·mdo = 30 mmdi = 21 mmL = 1 mG = 80 GPa
φ = °
4.Torsion von WellenSchwer
d = 40 mmTB​ = 2000 N·mTC​ = 750 N·mABC1,5 m0,5 m

Eine Vollwelle aus Messing mit 40 mm Durchmesser ist in A eingespannt. In B, 1,5 m von A entfernt, wirkt ein Drehmoment von 2000 N·m, und am freien Ende C, weitere 0,5 m entfernt, wirkt ein Drehmoment von 750 N·m im entgegengesetzten Drehsinn. Bestimme den Betrag des Verdrehwinkels φC des Endes C in Grad.

d = 40 mmTB = 2000 N·mTC = 750 N·mAB = 1,5 mBC = 0,5 mG = 39 GPa
φC = °
5.Querkraft und BiegemomentMittel
10 kN10 kNABCDEFG1 m1 m1 m1 m1 m1 m

Die Markierungen A bis G teilen den Balken in sechs gleiche Teile. An welcher Markierung ist das Biegemoment betragsmäßig am größten, positiv oder negativ? Klicke sie im Diagramm an.

10 kN @ 1 m10 kN @ 4 m
  1. 1A (x = 0 m)
  2. 2B (x = 1 m)
  3. 3C (x = 2 m)
  4. 4D (x = 3 m)
  5. 5E (x = 4 m)
  6. 6F (x = 5 m)
  7. 7G (x = 6 m)
6.Querkraft und BiegemomentSchwer
w = 12 kN/mP = 30 kNAB3 m5 m

Der Einfeldträger trägt über die ganze Spannweite eine Gleichstreckenlast w und eine Einzellast P. Bestimme das maximale Biegemoment Mmax im Balken.

L = 8 mP = 30 kN bei 3 mw = 12 kN/m von 0 bis 8 m
Mmax = kN·m
7.Schwerpunkt und FlächenträgheitsmomentMittel
240102008xMaße in mm

Bestimme das Flächenträgheitsmoment Ix des T-Querschnitts um die waagerechte Achse x durch seinen Schwerpunkt.

bf = 240 mmtf = 10 mmtw = 8 mmhw = 200 mm
Ix = × 10⁶ mm⁴
8.Schwerpunkt und FlächenträgheitsmomentSchwer
1201520020xM = 40 kN·mMaße in mm

Der T-Querschnitt wird als Balken mit dem Flansch oben verwendet und trägt ein positives Biegemoment von 40 kN·m. Bestimme den Betrag der Biegespannung σoben an der Oberkante.

bf = 120 mmtf = 15 mmtw = 20 mmhw = 200 mmM = 40 kN·m
σoben = MPa
9.Mohrscher Spannungskreis & SpannungstransformationMittel
σx​ = −50σy​ = 120τxy​ = 20MPa

An einem Punkt eines belasteten Bauteils gilt σₓ = −50 MPa, σᵧ = 120 MPa und τₓᵧ = 20 MPa (Zug positiv). Bestimme die maximale Schubspannung in der Ebene τmax.

σx = −50 MPaσy = 120 MPaτxy = 20 MPa
τmax = MPa
10.Mohrscher Spannungskreis & SpannungstransformationSchwer
35°D = 800 mm, t = 8 mm, p = 2,5 MPap

Ein dünnwandiger zylindrischer Behälter mit 800 mm Innendurchmesser und 8 mm Wanddicke enthält Gas mit einem Überdruck von 2,5 MPa. Er ist aus Blech gefertigt, das entlang einer schraubenförmigen Naht unter 35° zur Zylinderachse verschweißt ist. Bestimme die Normalspannung σn, die quer zur Schweißnaht wirkt.

D = 800 mmt = 8 mmp = 2,5 MPaα = 35°
σn = MPa
11.DurchbiegungMittel
w = 6 kN/mABθ8 m

Ein Einfeldträger trägt über die ganze Spannweite eine Gleichstreckenlast w. Bestimme die Neigung θA des Balkens am Auflager A im Bogenmaß.

w = 6 kN/mL = 8 mE = 200 GPa (Stahl)I = 84 × 10⁶ mm⁴
θA = rad
12.DurchbiegungSchwer
w = 6 kN/mP = 13 kNδL = 2,5 m

Ein Einfeldträger trägt eine Gleichstreckenlast w und eine Einzellast P in Feldmitte. Bestimme mit Superposition die Durchbiegung δmax in Feldmitte.

P = 13 kNw = 6 kN/mL = 2,5 mE = 200 GPa (Stahl)I = 12 × 10⁶ mm⁴
δmax = mm
13.Knicken von StützenMittel
PL = 2,5 m50 × 80 mmQuerschnitt

Eine Stütze der Länge L aus Aluminium ist an beiden Enden gelenkig gelagert. Bestimme mit der Euler-Formel ihre kritische Knicklast Pcr.

L = 2,5 mE = 70 GPa (Aluminium)b × h = 50 × 80 mm
Pcr = kN
14.Knicken von StützenSchwer
PL = 2,5 md = 20 mmQuerschnitt

Eine Stütze der Länge L aus Stahl ist unten eingespannt und oben gelenkig gelagert. Bestimme ihre Schlankheit und die kritische Knickspannung σcr nach Euler.

L = 2,5 mE = 200 GPa (Stahl)d = 20 mm
σcr = MPa

3Lösungen

1.Normalspannung und Dehnung

Antwort: δ = 0,8162 mm

Hookesches Gesetz: Im elastischen Bereich gilt σ = E·ε. Zusammen mit σ = P/A und ε = δ/L folgt δ = PL/(AE).

Spannung

A = π·20²/4 = 314,2 mm²
σ = P/A = 20·1000/314,2 = 63,66 MPa

Dehnung (hookesches Gesetz)

E for Kupfer = 117 GPa = 117000 MPa.

ε = σ/E = 63,66/117000 = 0,0005441 = 544,1 µε

Verlängerung

δ = ε·L = 0,0005441·1500 mm = 0,8162 mm

Antwort

δ = 0,8162 mm
2.Normalspannung und Dehnung

Antwort: δ = 0,8832 mm

Axial belastete Bauteile: Jeder prismatische Abschnitt folgt δ = PL/(AE). Bei hintereinanderliegenden Abschnitten addieren sich die Verlängerungen.

Gleiche Kraft in beiden Abschnitten

Am freien Ende greift P an, daher überträgt jeder Querschnitt des Stabs dieselbe Normalkraft P. Nur Flächen und Werkstoffe ändern sich.

A1 = π·40²/4 = 1257 mm², A2 = π·16²/4 = 201,1 mm²
σ1 = 27,85 MPa
σ2 = 174,1 MPa

Verlängerungen der Abschnitte addieren

δ1 = σ1L1/E1 = 27,85·1000/200000 = 0,1393 mm
δ2 = σ2L2/E2 = 174,1·500/117000 = 0,7439 mm
δ = δ1 + δ2 = 0,8832 mm

Antwort

δ = 0,8832 mm
3.Torsion von Wellen

Antwort: φ = 2,37 °

Torsion kreisförmiger Wellen: Die Schubspannung wächst linear von null in der Mitte bis τmax = T·r/J an der Oberfläche, mit J = πd⁴/32 für eine Vollwelle und J = π(do⁴ − di⁴)/32 für eine Hohlwelle. Der Verdrehwinkel ist φ = TL/(GJ) im Bogenmaß. Leistung und Drehmoment hängen über P = T·ω zusammen.

Polares Flächenträgheitsmoment

J = π(30⁴ − 21⁴)/32 = 60428 mm⁴

Verdrehwinkel

T = 200 N·m = 200000 N·mm
L = 1 m = 1000 mm
G = 80 GPa = 80000 MPa
φ = TL/(GJ) = 200000·1000/(80000·60428) = 0,04137 rad
φ = 0,04137·180/π = 2,37°

Antwort

φ = 2,37°
4.Torsion von Wellen

Antwort: φC = 8,768 °

Torsion kreisförmiger Wellen: Die Schubspannung wächst linear von null in der Mitte bis τmax = T·r/J an der Oberfläche, mit J = πd⁴/32 für eine Vollwelle und J = π(do⁴ − di⁴)/32 für eine Hohlwelle. Der Verdrehwinkel ist φ = TL/(GJ) im Bogenmaß. Leistung und Drehmoment hängen über P = T·ω zusammen.

Innere Drehmomente

Drehsinn von TC als positiv angenommen.

TBC = TC = 750 N·m
TAB = TC − TB = 750 − 2000 = −1250 N·m

Verdrehung jedes Abschnitts

J = π·40⁴/32 = 251327 mm⁴
G = 39 GPa = 39000 MPa
φAB = −1,25 × 10⁶·1500/(39000·251327) = −0,1913 rad
φBC = 750000·500/(39000·251327) = 0,03826 rad

Verdrehung des Endes C

φC = −0,1913 + 0,03826 = −0,153 rad → |φC| = 8,768°

Antwort

φC = 8,768°
5.Querkraft und Biegemoment

Antwort: E (x = 4 m)

Größtes Biegemoment: M ändert seine Steigung überall dort, wo sich die Querkraft ändert, seine Spitzen liegen also dort, wo die Querkraft null kreuzt: unter einer Einzellast, innerhalb einer Streckenlast oder über einem Auflager eines Kragarms. An einer Einspannung eines Kragarms ist das Moment an der Wand am größten. Vergleiche die Größe von M an diesen Stellen, positiv oder negativ.

Auflagerkräfte

Bilde Momente um ein Auflager und verwende dann das vertikale Kräftegleichgewicht.

R1 = 11,67 kN, R2 = 8,333 kN

Biegemoment an jeder Markierung

Summiere die Momente aller Kräfte auf einer Seite des Schnitts. Positiv ist ein durchhängendes Moment, negativ ein aufwölbendes.

MA = 0, MB = 11,67, MC = 13,33, MD = 15, ME = 16,67 kN·m, MF = 8,333, MG = 0

Antwort

Markierung E: ME = 16,67 kN·m
6.Querkraft und Biegemoment

Antwort: Mmax = 146,3 kN·m

Schnittverfahren: Schneide den Balken dort, wo du die Schnittgrößen brauchst, und behalte eine Seite. Die Querkraft V hält den vertikalen Kräften dieser Seite das Gleichgewicht, das Biegemoment M ihren Momenten um den Schnitt. Maximales Moment: Wegen dM/dx = V hat das Biegemoment sein Maximum dort, wo die Querkraft durch null geht, entweder an einer Einzellast oder innerhalb einer Streckenlast.

Auflagerkräfte

Gleichgewicht des ganzen Balkens.

Resultierende der Streckenlast: W = w·ℓ = 12·8 = 96 kN, angreifend bei x̄ = 4 m
ΣMA = 0: RB·8 = 30·3 + 12·8·4
RB = 474/8 = 59,25 kN
ΣFy = 0: RA = 126 − 59,25 = 66,75 kN

Wo ist V = 0?

RA − P − w·x0 = 0 → x0 = (66,75 − 30)/12 = 3,063 m

Maximales Moment

Mmax = RA·x0 − P·(x0 − 3) − w·x0²/2 = 146,3 kN·m

Antwort

Mmax = 146,3 kN·m

Es tritt bei x = 3,063 m von A auf.

7.Schwerpunkt und Flächenträgheitsmoment

Antwort: Ix = 15,94 × 10⁶ mm⁴

Zusammengesetzte Flächen: Teile den Querschnitt in Rechtecke. Der Schwerpunkt ist der flächengewichtete Mittelwert ȳ = ΣAᵢyᵢ/ΣAᵢ. Das Flächenträgheitsmoment um die Schwerachse addiert für jeden Teil sein eigenes bh³/12 und seinen Steiner-Anteil A·d², wobei d der Abstand vom Teilschwerpunkt zum Gesamtschwerpunkt ist. Die Biegespannung ist σ = M·y/I.

In zwei Rechtecke teilen

Miss jedes y von der Unterkante aus.

Flansch: Af = 240·10 = 2400 mm², yf = 200 + 10/2 = 205 mm
Steg: Aw = 8·200 = 1600 mm², yw = 200/2 = 100 mm

Schwerpunkt

ȳ = (Afyf + Awyw)/(Af + Aw) = (2400·205 + 1600·100)/4000 = 163 mm

Satz von Steiner

Flansch: 240·10³/12 + 2400·(205 − 163)² = 4,254 × 10⁶ mm⁴
Steg: 8·200³/12 + 1600·(100 − 163)² = 1,168 × 10⁷ mm⁴
Ix = 4,254 × 10⁶ + 1,168 × 10⁷ = 1,594 × 10⁷ mm⁴ = 15,94 × 10⁶ mm⁴

Antwort

Ix = 15,94 × 10⁶ mm⁴
8.Schwerpunkt und Flächenträgheitsmoment

Antwort: σoben = 117,8 MPa

Zusammengesetzte Flächen: Teile den Querschnitt in Rechtecke. Der Schwerpunkt ist der flächengewichtete Mittelwert ȳ = ΣAᵢyᵢ/ΣAᵢ. Das Flächenträgheitsmoment um die Schwerachse addiert für jeden Teil sein eigenes bh³/12 und seinen Steiner-Anteil A·d², wobei d der Abstand vom Teilschwerpunkt zum Gesamtschwerpunkt ist. Die Biegespannung ist σ = M·y/I.

In zwei Rechtecke teilen

Miss jedes y von der Unterkante aus.

Flansch: Af = 120·15 = 1800 mm², yf = 200 + 15/2 = 207,5 mm
Steg: Aw = 20·200 = 4000 mm², yw = 200/2 = 100 mm

Schwerpunkt

ȳ = (Afyf + Awyw)/(Af + Aw) = (1800·207,5 + 4000·100)/5800 = 133,4 mm

Satz von Steiner

Flansch: 120·15³/12 + 1800·(207,5 − 133,4)² = 9,927 × 10⁶ mm⁴
Steg: 20·200³/12 + 4000·(100 − 133,4)² = 1,779 × 10⁷ mm⁴
Ix = 9,927 × 10⁶ + 1,779 × 10⁷ = 2,771 × 10⁷ mm⁴

Biegespannung

Die Oberkante liegt h − ȳ von der Achse entfernt.

y = 215 − 133,4 = 81,64 mm
σ = M·y/I = 4 × 10⁷·81,64/2,771 × 10⁷ = 117,8 MPa

Antwort

σoben = 117,8 MPa
9.Mohrscher Spannungskreis & Spannungstransformation

Antwort: τmax = 87,32 MPa

Spannungstransformation im ebenen Spannungszustand: In einem um θ gedrehten Schnitt gilt σ = (σₓ + σᵧ)/2 + (σₓ − σᵧ)/2·cos 2θ + τₓᵧ·sin 2θ. Der Mohrsche Spannungskreis zeigt alle Schnitte auf einmal: Sein Mittelpunkt liegt bei C = (σₓ + σᵧ)/2, und sein Radius ist R = √(((σₓ − σᵧ)/2)² + τₓᵧ²). Die Hauptspannungen sind C ± R, und die größte Schubspannung in der Ebene ist R.

στxyCτmax​

Radius des Mohrschen Kreises

τmax = R = √(((−50 − 120)/2)² + 20²) = 87,32 MPa

Antwort

τmax = 87,32 MPa
10.Mohrscher Spannungskreis & Spannungstransformation

Antwort: σn = 104,4 MPa

Spannungstransformation im ebenen Spannungszustand: In einem um θ gedrehten Schnitt gilt σ = (σₓ + σᵧ)/2 + (σₓ − σᵧ)/2·cos 2θ + τₓᵧ·sin 2θ. Der Mohrsche Spannungskreis zeigt alle Schnitte auf einmal: Sein Mittelpunkt liegt bei C = (σₓ + σᵧ)/2, und sein Radius ist R = √(((σₓ − σᵧ)/2)² + τₓᵧ²). Die Hauptspannungen sind C ± R, und die größte Schubspannung in der Ebene ist R. Dünnwandiger Zylinder: Umfangsspannung σh = pr/t und Längsspannung σa = pr/(2t); das sind die Hauptspannungen in der Wand.

Spannungen in der Wand

r = 800/2 = 400 mm
σh = pr/t = 2,5·400/8 = 125 MPa
σa = pr/(2t) = 62,5 MPa

Auf die Naht transformieren

Lege x entlang der Achse (σa) und y in Umfangsrichtung (σh). Die Normale der Naht bildet mit der Achse den Winkel 90° − α.

σn = 62,5·sin²35° + 125·cos²35° = 104,4 MPa

Antwort

σn = 104,4 MPa
11.Durchbiegung

Antwort: θA = 0,007619 rad

Durchbiegung von Balken: Durchbiegungen erhält man durch zweimaliges Integrieren der Krümmung M/(EI). Standardfälle sind tabelliert, zum Beispiel PL³/(3EI) für einen Kragarm mit Endlast und 5wL⁴/(384EI) für einen Einfeldträger unter voller Gleichstreckenlast. Durchbiegungen aus verschiedenen Lasten addieren sich (Superposition). Die Neigung θ = dv/dx ist das erste Integral von M/(EI); in konsistenten Einheiten ergibt sie sich im Bogenmaß.

Konsistente Einheiten

Rechne in N und mm: P in N, w in N/mm (kN/m = N/mm), L in mm, E in N/mm² (GPa × 1000), I in mm⁴.

w = 6 N/mm, L = 8000 mm
EI = 1,68 × 10¹³ N·mm²

Endneigung

θA = wL³/(24EI) = 6·8000³/(24·1,68 × 10¹³) = 0,007619 rad

Antwort

θA = 0,007619 rad

Das sind 0,4365°.

12.Durchbiegung

Antwort: δmax = 3,035 mm

Durchbiegung von Balken: Durchbiegungen erhält man durch zweimaliges Integrieren der Krümmung M/(EI). Standardfälle sind tabelliert, zum Beispiel PL³/(3EI) für einen Kragarm mit Endlast und 5wL⁴/(384EI) für einen Einfeldträger unter voller Gleichstreckenlast. Durchbiegungen aus verschiedenen Lasten addieren sich (Superposition).

Konsistente Einheiten

Rechne in N und mm: P in N, w in N/mm (kN/m = N/mm), L in mm, E in N/mm² (GPa × 1000), I in mm⁴.

P = 13000 N, w = 6 N/mm, L = 2500 mm, EI = 2,4 × 10¹² N·mm²

Jede Last für sich

δP = PL³/(48EI) = 13000·2500³/(48·2,4 × 10¹²) = 1,763 mm
δw = 5wL⁴/(384EI) = 5·6·2500⁴/(384·2,4 × 10¹²) = 1,272 mm

Addieren

δmax = 1,763 + 1,272 = 3,035 mm

Antwort

δmax = 3,035 mm
13.Knicken von Stützen

Antwort: Pcr = 92,12 kN

Knicken nach Euler: Eine schlanke Stütze wird bei Pcr = π²EI/(KL)² instabil, wobei KL die Knicklänge ist: K = 1 für gelenkig–gelenkig, 2 für eingespannt–frei, 0,7 für eingespannt–gelenkig und 0,5 für eingespannt–eingespannt. Sie knickt um die Achse mit dem kleinsten I aus. Die Formel gilt für schlanke Stützen, deren kritische Spannung unter der Streckgrenze bleibt.

Kleinstes Flächenträgheitsmoment

Ein Rechteck knickt um seine schwache Achse, mit der kleineren Abmessung hoch drei.

Imin = h·b³/12 = 80·50³/12 = 833333 mm⁴

Knicklänge

KL = 1·2500 = 2500 mm

Kritische Last

Pcr = π²EI/(KL)² = π²·70000·833333/2500² = 92116 N = 92,12 kN

Antwort

Pcr = 92,12 kN
14.Knicken von Stützen

Antwort: σcr = 16,11 MPa

Knicken nach Euler: Eine schlanke Stütze wird bei Pcr = π²EI/(KL)² instabil, wobei KL die Knicklänge ist: K = 1 für gelenkig–gelenkig, 2 für eingespannt–frei, 0,7 für eingespannt–gelenkig und 0,5 für eingespannt–eingespannt. Sie knickt um die Achse mit dem kleinsten I aus. Die Formel gilt für schlanke Stützen, deren kritische Spannung unter der Streckgrenze bleibt.

Kleinstes Flächenträgheitsmoment

Ein runder Querschnitt hat um jede Achse dasselbe I.

I = πd⁴/64 = π·20⁴/64 = 7854 mm⁴

Trägheitsradius und Schlankheit

A = 314,2 mm²
r = √(I/A) = √(7854/314,2) = 5 mm
KL = 0,7·2500 = 1750 mm
KL/r = 1750/5 = 350

Kritische Spannung

σcr = π²E/(KL/r)² = π²·200000/350² = 16,11 MPa

Antwort

σcr = 16,11 MPa

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