Statik: Lernpaket

Formelsammlungen, die wichtigsten Lösungsschritte zu jedem Thema und 12 Übungsaufgaben, mit vollständigen Lösungen am Ende.

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1Formeln und Methoden

Vektoren: Skalar- und Kreuzprodukt

Betrag
|a| = √(ax² + ay² + az²)
Einheitsvektor
û = a/|a|
Komponenten aus einem Winkel
Fx = F·cos θ, Fy = F·sin θ
Skalarprodukt
a·b = axbx + ayby + azbz = |a||b|cos θ
Skalare Projektion von a auf b
a·b/|b|
Arbeit
W = F·d
Kreuzprodukt
a × b = (aybz − azby, azbx − axbz, axby − aybx)
Flächen
Parallelogramm |a × b|, Dreieck ½|a × b|
Moment um O
MO = r × F, r = A − O
Volumen eines Spats (Parallelepipeds)
V = |a·(b × c)|

Methode

  1. Schreibe jeden Vektor in Komponenten; bei einer Kraft, die mit Betrag und Winkel gegeben ist, verwende F·cos θ und F·sin θ.
  2. Für Längen und Richtungen verwende den Betrag √(x² + y² + z²) und den Einheitsvektor a/|a|.
  3. Verwende das Skalarprodukt für Winkel, Projektionen, Orthogonalität und Arbeit: a·b = |a||b|cos θ.
  4. Verwende das Kreuzprodukt für senkrechte Vektoren, Flächen und Momente: Schreibe die drei Komponenten sorgfältig auf und behalte die Reihenfolge a × b bei.

Auflagerkräfte am Balken

Gleichgewicht
ΣFx = 0, ΣFy = 0, ΣM = 0
Gleichstreckenlast
Resultierende w·L in der Mitte der Last
Moment
M = F·d

Methode

  1. Zeichne ein Freikörperbild und ersetze jedes Lager durch seine Lagerreaktionen.
  2. Ersetze jede verteilte Last durch eine Einzelkraft in ihrem Schwerpunkt.
  3. Bilde die Momente um ein Lager, um die Reaktion am anderen zu bestimmen.
  4. Bestimme mit ΣFy = 0 die verbleibende Reaktion und kontrolliere mit einer zweiten Momentengleichung.

Fachwerk: Knotenpunktverfahren

Knotenpunktverfahren
ΣFx = 0, ΣFy = 0 at each joint
Schnittverfahren
ΣM = 0 about a cut point
Stabkraft
positiv = Zug, negativ = Druck

Methode

  1. Bestimme die Lagerreaktionen für das ganze Fachwerk.
  2. Knotenpunktverfahren: Beginne an einem Knoten mit höchstens zwei unbekannten Stabkräften und verwende ΣFx = 0 und ΣFy = 0.
  3. Ritterschnittverfahren: Schneide durch den gesuchten Stab und bilde die Momente um den Punkt, in dem sich die anderen unbekannten Stäbe schneiden.
  4. Nimm Zug an; ein negatives Ergebnis bedeutet Druck.

Rahmen und Maschinen

Gleichgewicht jedes Stabes
ΣFx = 0, ΣFy = 0, ΣM = 0
Zweikraftstab
Kraft entlang der Geraden durch seine beiden Gelenke
Gelenkkraft
gleich groß und entgegengesetzt auf die beiden verbundenen Bauteile
Betrag einer Gelenkkraft
F = √(Fx² + Fy²)
Hebel, Zange, Winkelhebel
Fin·a = Fout·b
Kniehebel
Flink = F/(2 sin θ), Q = F/(2 tan θ)
Gleichstreckenlast
Resultierende w·L in der Mitte der Last

Methode

  1. Zeichne das gesamte Tragwerk und bestimme die Auflagerkräfte, wenn es höchstens drei Unbekannte gibt.
  2. Finde die Zweikraftstäbe: Sie sind nur an zwei Gelenken belastet, ihre Kraft wirkt entlang der Verbindungslinie der Gelenke.
  3. Zerlege den Rahmen und zeichne jedes Bauteil einzeln, mit gleich großen, entgegengesetzten Gelenkkräften dort, wo Bauteile zusammentreffen.
  4. Bilde für jedes Bauteil die Momente um ein Gelenk mit unbekannten Kräften, dann verwende ΣFx = 0 und ΣFy = 0; füge die Komponenten erst am Ende zu einem Betrag zusammen.

Querkraft und Biegemoment

Querkraft und Moment
V = ΣF auf einer Seite, M = ΣF·d auf einer Seite
Biegespannung
σ = M·y/I
Rechteck
I = bh³/12
Widerstandsmoment
W = I/ymax
Einfeldträger, Gleichstreckenlast
Mmax = wL²/8

Methode

  1. Bestimme die Lagerreaktionen aus dem Gleichgewicht des ganzen Balkens.
  2. Schneide den Balken an der gesuchten Stelle und behalte eine Seite.
  3. Querkraft: Summe der vertikalen Kräfte auf dieser Seite. Biegemoment: Summe ihrer Momente um die Schnittstelle.
  4. Für das maximale Moment suchst du die Stelle, an der die Querkraft null ist.

Schwerpunkt und Flächenträgheitsmoment

Schwerpunkt
ȳ = ΣAiyi/ΣAi
Rechteck
I = bh³/12
Satz von Steiner
I = Ic + A·d²
Zusammengesetzter Querschnitt
I = Σ(Ic,i + Aidi²)

2Übungsaufgaben

1.Vektoren: Skalar- und KreuzproduktMittel
xyzab

Bestimme den Winkel θ zwischen den Vektoren a = (−2, −5, −5) und b = (−2, −1, 5) in Grad.

a = (−2, −5, −5)b = (−2, −1, 5)
θ = °
2.Vektoren: Skalar- und KreuzproduktSchwer
xyzab

Der Einheitsvektor n̂ steht senkrecht auf a = (−1, −1, 5) und b = (0, 5, 5) und hat eine positive z-Komponente. Bestimme seine x-Komponente n̂x.

a = (−1, −1, 5)b = (0, 5, 5)n̂z > 0
n̂x =
3.Auflagerkräfte am BalkenMittel
w0​ = 12 kN/mABRA​ = ?8 m

Der Einfeldträger (Festlager in A, Loslager in B) trägt eine linear veränderliche Last, die von null in A auf 12 kN/m in B ansteigt. Bestimme die vertikale Auflagerkraft RA.

L = 8 mw0 = 12 kN/m
RA = kN
4.Auflagerkräfte am BalkenSchwer
w = 10 kN/mP = 40 kNABRA​ = ?RB​2 m3 m

Der Einfeldträger hat in A ein Festlager und in B ein Loslager. Bestimme die vertikale Auflagerkraft RA.

L = 5 mP = 40 kN bei 2 mw = 10 kN/m von 0 bis 2 m
RA = kN
5.Fachwerk: KnotenpunktverfahrenMittel
ABCDEFGH10 kN10 kN35 kN4 × 3 m3 m

Genau ein Stab dieses Fachwerks trägt unter diesen Lasten keine Kraft. Welcher ist der Nullstab? Klicke ihn im Diagramm an.

B: 10 kN ↓D: 10 kN ↓G: 35 kN ↓
  1. 1Stab AB
  2. 2Stab BC
  3. 3Stab CD
  4. 4Stab DE
  5. 5Stab FG
  6. 6Stab GH
  7. 7Stab AF
  8. 8Stab HE
  9. 9Stab BF
  10. 10Stab CG
  11. 11Stab DH
  12. 12Stab BG
  13. 13Stab DG
6.Fachwerk: KnotenpunktverfahrenSchwer
ABBCACACB55 kN25 kN6 m1 m4 m

Bestimme mit dem Knotenpunktverfahren die Kraft FBC im Stab BC. Gib Zug positiv und Druck negativ an.

Spannweite = 6 mHöhe = 4 mB liegt 1 m von A entferntvertikale Last = 55 kNhorizontale Last = 25 kN ←
FBC = kN
7.Rahmen und MaschinenMittel
400 NQ = ?8°ABC

Im gezeigten Kniehebelspanner sind zwei gleich lange Lenker AB und BC in B gelenkig verbunden, und jeder bildet 8° mit der Linie AC. In B wirkt eine nach unten gerichtete Kraft von 400 N. Der Schieber C drückt auf ein Werkstück. Bestimme ohne Reibung und Gewichte die horizontale Klemmkraft Q.

F = 400 Nθ = 8°
Q = N
8.Rahmen und MaschinenSchwer
w = 4 kN/m8 kN0,5 m1 m1,2 mABCD

Der Balken AB der gezeigten Wandkonsole ist in A gelenkig gelagert und wird von der Strebe CD abgestützt (C liegt 1,2 m unter A). Der Balken trägt über seine ganze Länge eine Streckenlast von 4 kN/m und an seinem freien Ende B eine Einzellast von 8 kN. Bestimme die Kraft FCD in der Strebe.

w = 4 kN/mP = 8 kNAD = 0,5 mAB = 1,5 mAC = 1,2 m
FCD = kN
9.Querkraft und BiegemomentMittel
55 kN30 kNABCDEFG1 m1 m1 m1 m1 m1 m

Die Markierungen A bis G teilen den Balken in sechs gleiche Teile. An welcher Markierung ist das Biegemoment betragsmäßig am größten, positiv oder negativ? Klicke sie im Diagramm an.

55 kN @ 3 m30 kN @ 2 m
  1. 1A (x = 0 m)
  2. 2B (x = 1 m)
  3. 3C (x = 2 m)
  4. 4D (x = 3 m)
  5. 5E (x = 4 m)
  6. 6F (x = 5 m)
  7. 7G (x = 6 m)
10.Querkraft und BiegemomentSchwer
w = 4 kN/mAB2 m3 m

Der Einfeldträger trägt auf einem Teil seiner Spannweite eine Gleichstreckenlast. Bestimme das maximale Biegemoment Mmax im Balken.

L = 5 mw = 4 kN/m von 0 bis 2 m
Mmax = kN·m
11.Schwerpunkt und FlächenträgheitsmomentMittel
130440228xMaße in mm

Ein symmetrischer I-Querschnitt hat Flansche mit 130 mm Breite und 22 mm Dicke, eine Gesamthöhe von 440 mm und einen Steg mit 8 mm Dicke. Bestimme sein elastisches Widerstandsmoment Sx für Biegung um die horizontale Schwerachse x.

B = 130 mmH = 440 mmtf = 22 mmtw = 8 mm
Sx = × 10³ mm³
12.Schwerpunkt und FlächenträgheitsmomentSchwer
1002526014xnegatives MMaße in mm

Ein Gusseisenträger hat den dargestellten T-Querschnitt mit dem Flansch oben. Die zulässigen Spannungen betragen 60 MPa auf Zug und 100 MPa auf Druck. Bestimme das größte negative Biegemoment Mallow, das der Träger aufnehmen kann (gib seinen Betrag an).

bf = 100 mmtf = 25 mmtw = 14 mmhw = 260 mmσt,allow = 60 MPaσc,allow = 100 MPa
Mallow = kN·m

3Lösungen

1.Vektoren: Skalar- und Kreuzprodukt

Antwort: θ = 113,4 °

Dot product: a·b = axbx + ayby + azbz = |a|·|b|·cos θ, a scalar. It gives the angle between two vectors, cos θ = a·b/(|a|·|b|), and it is zero when they are perpendicular. The scalar projection of a onto b is a·b/|b|, and a constant force F moving through a displacement d does work W = F·d.

Skalarprodukt

a·b = (−2)·(−2) + (−5)·(−1) + (−5)·5 = −16

Beträge

|a| = √((−2)² + (−5)² + (−5)²) = 7,348
|b| = √((−2)² + (−1)² + 5²) = 5,477

Winkel

cos θ = −16/(7,348·5,477) = −0,3975
θ = arccos(−0,3975) = 113,4°

Antwort

θ = 113,4°
2.Vektoren: Skalar- und Kreuzprodukt

Antwort: n̂x = 0,9733

Cross product: a × b = (aybz − azby, azbx − axbz, axby − aybx) is perpendicular to both vectors, and |a × b| = |a|·|b|·sin θ is the area of the parallelogram they span (the triangle has half of it). Order matters: b × a = −(a × b). The moment of a force F applied at point A about point O is MO = r × F, with r = A − O.

Kreuzprodukt

(a × b)x = aybz − azby = (−1)·5 − 5·5 = −30
(a × b)y = azbx − axbz = 5·0 − (−1)·5 = 5
(a × b)z = axby − aybx = (−1)·5 − (−1)·0 = −5

Normieren

Die z-Komponente von a × b ist negativ, verwende also −(a × b).

|a × b| = √((−30)² + 5² + (−5)²) = 30,82
n̂ = −(−30, 5, −5)/30,82 = (0,9733, −0,1622, 0,1622)
n̂x = 0,9733

Antwort

n̂x = 0,9733
3.Auflagerkräfte am Balken

Antwort: RA = 16 kN

Statisches Gleichgewicht: Für einen ruhenden Körper gilt ΣFx = 0, ΣFy = 0 und ΣM = 0 um jeden Punkt. Ersetze jede Streckenlast durch ihre Resultierende (ihre Fläche), die im Schwerpunkt der Lastfigur angreift, und bilde die Momente um ein Auflager, damit dessen Auflagerkraft aus der Gleichung herausfällt.

Resultierende der Dreieckslast

W = ½·12·8 = 48 kN
x̄ = 2L/3 = 5,333 m

Gleichgewicht

Momente um A, gegen den Uhrzeigersinn positiv. Dann das Kräftegleichgewicht in vertikaler Richtung.

ΣMA = 0: RB·8 = 48·5,333
RB = 32 kN
RA = 48 − 32 = 16 kN

Antwort

RA = 16 kN
4.Auflagerkräfte am Balken

Antwort: RA = 40 kN

Statisches Gleichgewicht: Für einen ruhenden Körper gilt ΣFx = 0, ΣFy = 0 und ΣM = 0 um jeden Punkt. Bildet man die Momente um ein Auflager, fällt dessen Auflagerkraft aus der Gleichung heraus.

w = 10 kN/mP = 40 kNABRA​RB​2 m3 m

Freikörperbild

Ersetze die Lager durch Auflagerkräfte. Ein Loslager gibt eine vertikale Kraft; bei nur vertikalen Lasten gibt auch das Festlager nur eine vertikale Kraft.

Gleichgewicht

Momente um A, gegen den Uhrzeigersinn positiv. Dann das Kräftegleichgewicht in vertikaler Richtung.

Resultierende der Streckenlast: W = w·ℓ = 10·2 = 20 kN, angreifend bei x̄ = 1 m
ΣMA = 0: RB·5 = 40·2 + 10·2·1
RB = 100/5 = 20 kN
ΣFy = 0: RA = 60 − 20 = 40 kN

Antwort

RA = 40 kN
5.Fachwerk: Knotenpunktverfahren

Antwort: Stab CG

Nullstäbe: An einem Knoten müssen sich die Kräfte in jeder Richtung ausgleichen. Hat ein Knoten keine Last und kein Auflager und liegen zwei seiner drei Stäbe in einer Linie, dann betrifft das Gleichgewicht quer zu dieser Linie nur den dritten Stab, seine Kraft ist also null. Treffen sich an einem unbelasteten Knoten nur zwei Stäbe, die nicht in einer Linie liegen, sind beide null.

Knoten C

BC und CD liegen auf einer Geraden, und der Knoten trägt keine Last. Das Kräftegleichgewicht quer zu dieser Linie lässt nur CG übrig.

ΣF⊥ = 0 → FCG = 0

Mit dem Knotenpunktverfahren prüfen

Die Lösung aller Knoten ergibt diese Stabkräfte (T = Zug, C = Druck).

AB: 27,5 kN (T), BC: 45 kN (T), CD: 45 kN (T), DE: 27,5 kN (T), FG: 27,5 kN (C), GH: 27,5 kN (C), AF: 38,89 kN (C), HE: 38,89 kN (C), BF: 27,5 kN (T), CG: 0, DH: 27,5 kN (T), BG: 24,75 kN (C), DG: 24,75 kN (C)

Antwort

Nullstab: CG
6.Fachwerk: Knotenpunktverfahren

Antwort: FBC = 12,01 kN

Knotenpunktverfahren: Jeder Knoten eines Fachwerks ist im Gleichgewicht, also gilt an jedem Knoten ΣFx = 0 und ΣFy = 0. Beginne an einem Knoten mit höchstens zwei unbekannten Stabkräften. Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass der Stab auf Druck beansprucht ist.

ABBCACACB55 kN25 kNAy​Cy​Ax​

Auflagerkräfte

Gleichgewicht des ganzen Fachwerks. Momente um A, gegen den Uhrzeigersinn positiv.

ΣMA = 0: Cy·6 = 55·1 − 25·4 → Cy = −7,5 kN
ΣFy = 0: Ay = 55 − −7,5 = 62,5 kN
ΣFx = 0: Ax = 25 kN

Knoten C

Das Loslager gibt nur eine vertikale Kraft, daher hat Knoten C nur zwei unbekannte Stabkräfte. Nimm beide als Zug an.

sin γ = 4/6,403 = 0,6247, cos γ = 5/6,403 = 0,7809
ΣFy = 0: Cy + FBC·sin γ = 0 → FBC = −−7,5/0,6247 = 12,01 kN

Antwort

FBC = 12,01 kN (Zug)
7.Rahmen und Maschinen

Antwort: Q = 1423 N

Maschinen: Zangen, Hebel, Gestänge und Zwingen setzen eine Eingangskraft in eine größere oder anders gerichtete Ausgangskraft um. Zeichne ein Teil als Freikörper und bilde die Momente um seinen Drehpunkt: Die Gelenkkraft fällt heraus, und Fin·a = Fout·b liefert die Kraftübersetzung a/b. Die Gelenkkraft folgt dann aus ΣF = 0 am selben Teil. In einem Kniehebel treffen sich zwei Lenker unter einem flachen Winkel θ; jeder Lenker ist ein Zweikraftstab, sodass eine kleine Kraft F am Gelenk große Lenkerkräfte F/(2 sin θ) und eine Klemmkraft F/(2 tan θ) erzeugt.

Gleichgewicht am Gelenk B

2·Flink·sin 8° = 400
Flink = 1437 N

Klemmkraft

Q = Flink·cos 8° = 400/(2·tan 8°) = 1423 N

Antwort

Q = 1423 N

Das Kraftverhältnis Q/F = 3,558 wächst unbegrenzt, wenn sich die Lenker strecken.

8.Rahmen und Maschinen

Antwort: FCD = 35,75 kN

Rahmen und Maschinen: Anders als ein Fachwerk enthält ein Rahmen mindestens ein Bauteil, das Kräfte an mehr als zwei Punkten trägt oder eine Last zwischen seinen Gelenken. Suche zuerst die Zweikraftstäbe: Bei einem nur an zwei Gelenken belasteten Bauteil liegt die Kraft auf der Geraden durch diese, es bringt also eine Unbekannte, nicht zwei. Verwende dann das gesamte Tragwerk für die Auflagerkräfte, wenn es höchstens drei Unbekannte gibt. Zerlege schließlich den Rahmen: Zeichne jedes Bauteil einzeln, mit gleich großen, entgegengesetzten Gelenkkräften auf den beiden Bauteilen, die sie verbinden, und schreibe ΣFx = 0, ΣFy = 0 und ΣM = 0 dafür auf. Bildet man die Momente um ein Gelenk, fallen beide Komponenten der Gelenkkraft aus der Gleichung.

Resultierende der Streckenlast

w·L = 4·1,5 = 6 kN bei 0,75 m

Momente um A für den Balken

FCD·0,9231·0,5 = 6·0,75 + 8·1,5 = 16,5 kN·m
FCD = 35,75 kN

Antwort

FCD = 35,75 kN
9.Querkraft und Biegemoment

Antwort: D (x = 3 m)

Größtes Biegemoment: M ändert seine Steigung überall dort, wo sich die Querkraft ändert, seine Spitzen liegen also dort, wo die Querkraft null kreuzt: unter einer Einzellast, innerhalb einer Streckenlast oder über einem Auflager eines Kragarms. An einer Einspannung eines Kragarms ist das Moment an der Wand am größten. Vergleiche die Größe von M an diesen Stellen, positiv oder negativ.

Auflagerkräfte

Bilde Momente um ein Auflager und verwende dann das vertikale Kräftegleichgewicht.

R1 = 47,5 kN, R2 = 37,5 kN

Biegemoment an jeder Markierung

Summiere die Momente aller Kräfte auf einer Seite des Schnitts. Positiv ist ein durchhängendes Moment, negativ ein aufwölbendes.

MA = 0, MB = 47,5, MC = 95, MD = 112,5 kN·m, ME = 75, MF = 37,5, MG = 0

Antwort

Markierung D: MD = 112,5 kN·m
10.Querkraft und Biegemoment

Antwort: Mmax = 5,12 kN·m

Schnittverfahren: Schneide den Balken dort, wo du die Schnittgrößen brauchst, und behalte eine Seite. Die Querkraft V hält den vertikalen Kräften dieser Seite das Gleichgewicht, das Biegemoment M ihren Momenten um den Schnitt. Maximales Moment: Wegen dM/dx = V hat das Biegemoment sein Maximum dort, wo die Querkraft durch null geht, entweder an einer Einzellast oder innerhalb einer Streckenlast.

Auflagerkräfte

Gleichgewicht des ganzen Balkens.

Resultierende der Streckenlast: W = w·ℓ = 4·2 = 8 kN, angreifend bei x̄ = 1 m
ΣMA = 0: RB·5 = 4·2·1
RB = 8/5 = 1,6 kN
ΣFy = 0: RA = 8 − 1,6 = 6,4 kN

Querkraftnullstelle

Die Querkraft beginnt bei RA, bleibt über unbelastete Abschnitte konstant und fällt innerhalb der Last mit der Steigung w.

RA − w·(x0 − 0) = 0
x0 = 0 + 6,4/4 = 1,6 m

Maximales Moment

Mmax = RA·x0 − w·(x0 − 0)²/2 = 6,4·1,6 − 4·1,6²/2 = 5,12 kN·m

Antwort

Mmax = 5,12 kN·m
11.Schwerpunkt und Flächenträgheitsmoment

Antwort: Sx = 1325 × 10³ mm³

Flächenträgheitsmoment: Für ein Rechteck gilt um seine eigene Schwerachse I = bh³/12 und um seine Grundlinie bh³/3 (Satz von Steiner I = Ic + A·d²). Ein Loch wird berücksichtigt, indem man sein I abzieht, solange beide Teile dieselbe Achse haben. Das elastische Widerstandsmoment ist S = I/c, wobei c der Abstand zur Randfaser ist.

Außenrechteck minus die beiden seitlichen Aussparungen

Beide Aussparungen zusammen sind (B − tw) breit und hw = H − 2tf hoch und haben die Achse x gemeinsam.

hw = 440 − 2·22 = 396 mm
Ix = (B·H³ − (B − tw)·hw³)/12 = (130·440³ − 122·396³)/12
Ix = 2,915 × 10⁸ mm⁴

Widerstandsmoment

c = H/2 = 220 mm
Sx = I/c = 2,915 × 10⁸/220
Sx = 1,325 × 10⁶ mm³ = 1325 × 10³ mm³

Antwort

Sx = 1325 × 10³ mm³
12.Schwerpunkt und Flächenträgheitsmoment

Antwort: Mallow = 26,98 kN·m

Zusammengesetzte Flächen: Teile den Querschnitt in Rechtecke. Der Schwerpunkt ist der flächengewichtete Mittelwert ȳ = ΣAᵢyᵢ/ΣAᵢ. Das Flächenträgheitsmoment um die Schwerachse addiert für jeden Teil sein eigenes bh³/12 und seinen Steiner-Anteil A·d², wobei d der Abstand vom Teilschwerpunkt zum Gesamtschwerpunkt ist. Die Biegespannung ist σ = M·y/I.

Schwerpunkt

ȳ = (2500·272,5 + 3640·130)/6140 = 188 mm
Oberkante: c = 285 − 188 = 96,98 mm

Flächenträgheitsmoment

I = 100·25³/12 + 2500·84,48² + 14·260³/12 + 3640·58,02² = 5,073 × 10⁷ mm⁴

Von jedem Rand zugelassenes Moment

Negatives Moment: oben Zug, unten Druck.

Oberkante: M = 60·5,073 × 10⁷/96,98 = 31,39 kN·m
Unterkante: M = 100·5,073 × 10⁷/188 = 26,98 kN·m

Maßgebender Wert

Mallow = min = 26,98 kN·m (Unterkante)

Antwort

Mallow = 26,98 kN·m

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