Chemie für Aufnahmeprüfungen der Pflege von Grund auf lernen
1Atome, Ionen und Isotope
Ein Atom hat einen Kern aus Protonen (+) und Neutronen (keine Ladung), umgeben von Elektronen (−) mit fast keiner Masse.
- Ordnungszahl = Zahl der Protonen. Sie identifiziert das Element.
- Massenzahl = Protonen + Neutronen.
- Ein neutrales Atom hat ebenso viele Elektronen wie Protonen.
- Isotope haben dieselben Protonen, aber unterschiedliche Neutronen (Kohlenstoff-12, Kohlenstoff-14).
- Ionen haben Elektronen aufgenommen (negative Anionen, Cl⁻) oder abgegeben (positive Kationen, Na⁺).
Neutronen = Massenzahl − Ordnungszahl
Selbsttest Ein Atom hat 17 Protonen und eine Massenzahl von 35. Wie viele Neutronen hat es?
- 17
- 18
- 35
- 52
Antwort: 18. Neutronen = 35 − 17 = 18. Die Zahlen zu addieren (52) oder die Protonenzahl zu wiederholen (17) sind die üblichen Fehler.
2Das Periodensystem und Bindungen
Die Elemente sind nach Ordnungszahl geordnet. Gruppen (Spalten) haben dieselbe Zahl von Valenzelektronen und ähnliche Eigenschaften; Perioden sind Zeilen. Gruppe 1 = Alkalimetalle, Gruppe 17 = Halogene, Gruppe 18 = Edelgase (volle Schalen, reaktionsträge).
Metalle stehen links: glänzend, leitfähig, sie geben Elektronen ab. Nichtmetalle stehen rechts und nehmen Elektronen auf oder teilen sie. Über eine Periode hinweg werden die Atome kleiner und elektronegativer; Fluor ist das elektronegativste Element.
- Ionenbindung: Ein Metall gibt Elektronen an ein Nichtmetall ab (NaCl). Hohe Schmelzpunkte; leitet, wenn gelöst.
- Kovalente Bindung: Nichtmetalle teilen Elektronenpaare (H₂O, CO₂). Ungleiches Teilen macht sie polar.
- Wasserstoffbrückenbindungen: Anziehungskräfte zwischen Molekülen wie dem Wasser; sie erklären den hohen Siedepunkt des Wassers.
Ionenformeln gleichen die Ladungen aus: Ca²⁺ + 2 Cl⁻ → CaCl₂; 2 Al³⁺ + 3 O²⁻ → Al₂O₃.
Selbsttest Welches Elementpaar bildet am wahrscheinlichsten eine Ionenbindung?
- Kohlenstoff und Sauerstoff
- Natrium und Chlor
- Stickstoff und Wasserstoff
- Wasserstoff und Wasserstoff
Antwort: Natrium und Chlor. Ein reaktives Metall (Na) und ein Nichtmetall (Cl) übertragen ein Elektron. Die anderen Paare sind Nichtmetalle, die Elektronen in kovalenten Bindungen teilen.
3Aggregatzustände und Gase
Feststoffe haben eine feste Form und ein festes Volumen; Flüssigkeiten ein festes Volumen, aber keine feste Form; Gase füllen ihren Behälter aus. Die Temperatur misst die mittlere kinetische Energie der Teilchen.
Phasenübergänge: Schmelzen, Gefrieren, Verdampfen, Kondensieren, Sublimieren (fest → gasförmig) und Resublimieren (gasförmig → fest). Während eines Phasenübergangs bleibt die Temperatur konstant.
Gasgesetze (Temperaturen in Kelvin):
Boyle: P₁V₁ = P₂V₂ Charles: V₁/T₁ = V₂/T₂
Selbsttest Bei konstanter Temperatur wird ein Gas auf ein Drittel seines Volumens zusammengedrückt. Was geschieht mit seinem Druck?
- Er bleibt gleich
- Er sinkt auf ein Drittel
- Er verdreifacht sich
- Sie verdoppelt sich
Antwort: Er verdreifacht sich. P × V bleibt konstant (Gesetz von Boyle-Mariotte), also bedeutet ein Drittel des Volumens den dreifachen Druck.
4Lösungen, Säuren und Basen
Eine Lösung ist ein gelöster Stoff, der in einem Lösungsmittel gelöst ist. Wasser ist polar und löst ionische und polare Stoffe; Öl (unpolar) mischt sich nicht damit: „Gleiches löst sich in Gleichem“.
Molarität (M) = Mol gelöster Stoff ÷ Liter Lösung C₁V₁ = C₂V₂
Die pH-Skala reicht von 0 bis 14: unter 7 sauer, 7 neutral, über 7 basisch. Jede Einheit ist ein Faktor 10, also enthält pH 3 hundertmal mehr H⁺ als pH 5.
Säure + Base → Salz + Wasser (Neutralisation). Starke Säuren dissoziieren vollständig (HCl); schwache Säuren nur teilweise (Essigsäure). Ein Puffer widersteht pH-Änderungen; der Bicarbonatpuffer hält das Blut nahe pH 7,4.
Selbsttest Du verdünnst 50 mL einer 4-M-Lösung auf 200 mL. Wie hoch ist die neue Konzentration?
- 0,25 M
- 1 M
- 16 M
- 4 M
Antwort: 1 M. C₂ = 4 × 50/200 = 1 M: Das Volumen wird viermal so groß, also sinkt die Konzentration auf ein Viertel. 16 M multipliziert statt zu dividieren.
5Reaktionen und Stöchiometrie
Gleiche eine Gleichung durch Ändern der Koeffizienten aus, nie der Indizes, bis jedes Element auf beiden Seiten gleich viele Atome hat.
- Synthese: A + B → AB. Zerlegung: AB → A + B.
- Einfache Substitution: A + BC → AC + B. Doppelte Umsetzung: AB + CD → AD + CB.
- Verbrennung: Brennstoff + O₂ → CO₂ + H₂O. Neutralisation: Säure + Base → Salz + Wasser.
Ein Mol sind 6,02 × 10²³ Teilchen. Die molare Masse ist die Summe der Atommassen (H₂O = 18 g/mol). Der Weg ist Masse → Mol → Molverhältnis → Mol → Masse.
Oxidation ist Elektronenabgabe, Reduktion ist Elektronenaufnahme (OIL RIG). Katalysatoren beschleunigen Reaktionen, ohne verbraucht zu werden; auch Hitze, Konzentration und Oberfläche erhöhen die Geschwindigkeit.
Durchgerechnetes BeispielWie viele Gramm Wasser entstehen, wenn 4 g H₂ in reichlich Sauerstoff verbrennen? (2H₂ + O₂ → 2H₂O; H₂ = 2 g/mol, H₂O = 18 g/mol)
14 g ÷ 2 g/mol = 2 mol H₂.
2H₂ : H₂O = 2 : 2 = 1 : 1, also entstehen 2 mol H₂O.
6So sehen Prüfungsaufgaben aus
- Leicht (Fachbegriffe und Fakten): subatomare Teilchen, Gruppen des Periodensystems, Bindungsarten, Aggregatzustände, die pH-Skala, Reaktionstypen.
- Mittel (Anwendung der Konzepte): Neutronen aus der Massenzahl, Ionenformeln, Gasverhalten, Molarität und Verdünnung, einfache Gleichungen ausgleichen, molare Masse.
- Schwer (Fälle und Analyse): Verbrennungsgleichungen ausgleichen, Gramm in Gramm, limitierende Reaktanten, pH und [H⁺], mittlere Atommasse, Gasgesetz-Berechnungen und Puffer.
Schreibe bei jedem Schritt die Einheiten hin; sie zeigen, ob du multiplizieren oder dividieren musst.
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