Wissen für Pflegehilfskräfte (CNA) von Grund auf lernen
1Die Rolle der Pflegehilfskraft und die Rechte der Bewohner
Eine Pflegehilfskraft (oft CNA oder Nurse Aide genannt) leistet die praktische tägliche Pflege: Waschen, Ankleiden, Toilettengang, Essen reichen, Bewohner bewegen und Vitalzeichen messen. Die Arbeit wird von einer zugelassenen Pflegefachkraft zugewiesen und beaufsichtigt.
Die schriftliche Wissensprüfung prüft, ob du weißt, wo deine Rolle endet. In der Regel dürfen Pflegehilfskräfte nicht:
- Medikamente geben oder Sauerstoffflussraten oder Infusionseinstellungen ändern;
- Sonden oder Schläuche legen oder entfernen oder sterile Maßnahmen durchführen;
- Anordnungen direkt von einem Arzt entgegennehmen oder Diagnosen und Testergebnisse erklären;
- eine Aufgabe übernehmen, für die sie nicht geschult sind. Sag das und bitte die Pflegefachkraft um Schulung oder Hilfe.
Wenn du unsicher bist, frag die Pflegefachkraft. Wenn eine Aufgabe außerhalb deines Aufgabenbereichs liegt, lehne höflich ab und erkläre warum.
Bewohner behalten in einer Pflegeeinrichtung ihre Rechte: Privatsphäre und Vertraulichkeit, eigene Entscheidungen (Kleidung, Tagesablauf, Essen), Ablehnung von Pflege, eigene Gegenstände behalten, Beschwerden ohne Angst äußern und Freiheit von Missbrauch und von nicht notwendigen Fixierungen.
Missbrauch kann körperlich, verbal, psychisch, sexuell oder finanziell sein und umfasst auch unfreiwillige Isolation und Vernachlässigung. Du musst vermuteten Missbrauch oder vermutete Vernachlässigung sofort der Pflegefachkraft oder der Leitung melden. Du brauchst keinen Beweis und ermittelst nicht selbst.
Selbsttest Ein Bewohner lehnt eine Ganzkörperwäsche im Bett ab. Was sollte die Pflegehilfskraft tun?
- Den Zimmernachbarn bitten, den Bewohner zu überreden
- Die Ablehnung respektieren, nach dem Grund fragen, einen anderen Zeitpunkt oder eine andere Möglichkeit anbieten und die Pflegefachkraft informieren
- Die Körperpflege auslassen und im Bericht nicht erwähnen
- Trotzdem waschen, weil es im Pflegeplan steht
Antwort: Die Ablehnung respektieren, nach dem Grund fragen, einen anderen Zeitpunkt oder eine andere Möglichkeit anbieten und die Pflegefachkraft informieren. Bewohner haben das Recht, Pflege abzulehnen. Die Frage nach dem Grund löst das Problem oft (das Zimmer ist kalt, der Bewohner hat Schmerzen), und die Pflegefachkraft muss von der Ablehnung wissen. Pflege zu erzwingen kann Missbrauch sein.
2Infektionskontrolle und Sicherheit
Händehygiene ist der wichtigste Weg, Infektionen zu verhindern. Reibe die Hände mit Seife und Wasser mindestens 20 Sekunden ab, die Fingerspitzen zeigen nach unten, und schließe den Wasserhahn mit einem sauberen Papiertuch. Verwende Seife und Wasser, wenn die Hände sichtbar schmutzig sind und bei C. difficile; sonst funktioniert alkoholisches Händedesinfektionsmittel gut.
Standardvorsichtsmaßnahmen gelten für jeden Bewohner: Handschuhe bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Kittel oder Augenschutz, wenn Spritzer wahrscheinlich sind, und sichere Entsorgung von Rasierklingen und anderen spitzen Gegenständen. Handschuhe ersetzen nie die Händehygiene.
Trage gebrauchte Wäsche von deiner Dienstkleidung weg, schüttle sie nie aus und lege sie nie auf den Boden.
Rückenschonendes Arbeiten schützt deinen Rücken: Füße etwa schulterbreit, Knie und Hüften beugen, die Last nah am Körper halten und nicht verdrehen. Bitte um Hilfe oder nutze das im Pflegeplan genannte Hebegerät.
Sicherheitsgewohnheiten nach jeder Pflegemaßnahme: Bett in der niedrigsten Stellung mit festgestellten Rollen, Rufanlage in Reichweite, rutschfeste Schuhe, freier Weg.
Fixierungen brauchen eine ärztliche Anordnung und sind das letzte Mittel. Versuche zuerst Alternativen, etwa feste Toilettenzeiten, häufige Kontrollen und Beschäftigung. Eine angelegte Fixierung wird oft kontrolliert und mindestens alle 2 Stunden gelöst, um den Bewohner umzulagern, ihm die Toilette und Getränke anzubieten und die Haut zu prüfen.
Notfälle: Ein erstickender Erwachsener, der nicht sprechen oder husten kann, braucht Oberbauchstöße; wird er bewusstlos, lege ihn auf den Boden, rufe Hilfe und beginne mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Bei Feuer merke dir RACE (Rescue, Alarm, Contain, Extinguish or Evacuate: Retten, Alarm auslösen, Eindämmen, Löschen oder Evakuieren) und PASS (Pull, Aim at the base, Squeeze, Sweep: Sicherungsstift ziehen, auf die Brandbasis zielen, Hebel drücken, hin und her sprühen).
Selbsttest Wo bleibt die Rufanlage, wenn die Pflegehilfskraft den Raum verlässt?
- An der Wand neben der Tür befestigt
- Gut erreichbar für den Bewohner
- Im Schwesternzimmer
- In der Nachttischschublade
Antwort: Gut erreichbar für den Bewohner. Ein Bewohner, der die Rufanlage nicht erreicht, versucht vielleicht allein aufzustehen und stürzt. Sie in Reichweite zu lassen, gehört am Ende jeder Pflege zur Sicherheitskontrolle.
3Vitalzeichen, Ein- und Ausfuhr
Lerne diese üblichen Bereiche für einen ruhenden Erwachsenen (Lehrbücher weichen leicht ab; der Pflegeplan kann eigene Normalwerte des Bewohners nennen):
- Temperatur (oral) etwa 97,6–99,6 °F (36,5–37,5 °C). Rektale Messwerte liegen etwa 1 °F höher, axilläre etwa 1 °F niedriger.
- Puls 60–100 Schläge pro Minute. Zähle einen unregelmäßigen Puls eine volle Minute lang.
- Atmung 12–20 pro Minute. Zähle sie, ohne es dem Bewohner zu sagen, zum Beispiel während du noch das Handgelenk hältst.
- Blutdruck unter etwa 120/80 mmHg. Stütze den Arm auf Herzhöhe und verwende keinen Arm mit Infusionszugang, Dialysezugang oder Gips.
- Schmerz: Frage den Bewohner; seine eigene Angabe ist das beste Maß.
Die Einfuhr ist alles, was der Bewohner trinkt, sowie Speisen, die bei Raumtemperatur flüssig sind (Suppe, Eis, Wackelpudding). Die Ausfuhr ist Urin, Erbrochenes, flüssiger Stuhl und Drainageflüssigkeit. Verwende 1 fl oz = 30 mL und lies einen Messbecher auf einer ebenen Fläche in Augenhöhe ab.
Wiege zur gleichen Tageszeit, auf derselben Waage, in ähnlicher Kleidung und nachdem der Bewohner Wasser gelassen hat.
Melde immer einen Wert, der deutlich außerhalb des Normbereichs oder weit vom üblichen Wert des Bewohners entfernt liegt.
Selbsttest Ein Bewohner trinkt eine 8-oz-Tasse Kaffee. Wie viele Milliliter werden als Einfuhr eingetragen?
- 120 mL
- 240 mL
- 300 mL
- 80 mL
Antwort: 240 mL. Eine Flüssigunze sind 30 mL, also 8 × 30 = 240 mL. Wer 80 mL einträgt, setzt eine Unze mit 10 mL an; 120 mL ist die Regel für Eiswürfel, nicht für ein Getränk.
4Tägliche Pflege, Lagerung und Haut
Waschen geht von sauber nach schmutzig: zuerst die Augen mit klarem Wasser, vom inneren zum äußeren Augenwinkel. Die Intimpflege bei Frauen geht von vorn nach hinten. Der Katheterschlauch wird von der Harnröhrenöffnung nach außen gereinigt.
Ankleiden bei einseitiger Schwäche: Beim Anziehen zuerst den schwachen Arm, beim Ausziehen zuerst den starken Arm. Ein Gehstock wird auf der starken Seite gehalten. Gehe leicht hinter dem Bewohner auf der schwachen Seite, mit einem Gehgurt, der eng anliegt, aber noch zwei Finger Platz lässt.
Transfers: Stelle den Rollstuhl auf die stärkere Seite des Bewohners und ziehe die Bremsen an. Wenn ein Bewohner zu stürzen beginnt, versuche nicht, ihn aufrecht zu halten: Stelle dich breitbeinig hin, ziehe ihn mit dem Gehgurt nah an dich und lass ihn behutsam zu Boden gleiten.
Essen: Setze den Bewohner aufrecht auf, etwa 90°, halte die verordnete Kostform und Flüssigkeitsdicke genau ein und halte einen Bewohner mit Schluckstörung nach der Mahlzeit mindestens 30 Minuten aufrecht. Husten oder eine feuchte Stimme beim Essen heißt: aufhören und melden.
Haut: Lagere Bewohner, die sich nicht selbst bewegen können, mindestens alle 2 Stunden um. Kontrolliere die Knochenvorsprünge (Steißbein, Fersen, Hüften, Ellbogen). Melde Rötungen, die nicht verblassen, Blasen oder offene Haut; massiere gerötete Stellen nicht.
Ein Urinbeutel bleibt unterhalb der Blasenhöhe, am Bettrahmen befestigt und nicht auf dem Boden.
Selbsttest Welcher Arm kommt beim Ankleiden eines Bewohners mit rechtsseitiger Schwäche zuerst in den Ärmel?
- Beide Arme gleichzeitig
- Der Arm, der der Pflegehilfskraft näher ist
- Der linke Arm
- Der rechte Arm
Antwort: Der rechte Arm. Ziehe die schwache Seite zuerst an und die starke Seite zuerst aus. Die rechte Seite ist hier die schwache, also kommt der rechte Arm zuerst hinein.
5Demenzpflege, Lebensende und Melden von Veränderungen
Demenz: Nähere dich von vorn, sprich ruhig in kurzen Sätzen, gib jeweils nur eine Anweisung und halte eine Routine ein. Widersprich der Wirklichkeit des Bewohners nicht: Gehe auf das Gefühl ein und lenke um.
Umherwandern, Wühlen und Sundowning (mehr Verwirrtheit am späten Tag) sind häufig; reagiere mit Aufsicht und Beschäftigung, nie mit Isolation oder nicht angeordneten Fixierungen.
Lebensende: Die Komfortpflege geht bis zum Ende weiter, einschließlich Mundpflege, Umlagern und sauberer, trockener Haut. Das Gehör gilt als einer der letzten Sinne, die verloren gehen, also sprich weiter mit dem Bewohner. Respektiere die kulturellen und religiösen Wünsche der Familie und kenne den Code-Status jedes Bewohners, etwa eine DNR-Anordnung.
Beobachten und melden. Objektive Beobachtungen sind das, was du siehst oder misst; subjektive sind das, was der Bewohner dir sagt, in seinen eigenen Worten festgehalten. Melde sofort:
- Brustschmerz, Atemnot oder neue Verwirrtheit oder Benommenheit;
- Zeichen eines Schlaganfalls (hängendes Gesicht, Armschwäche, Sprachstörungen) oder niedrigen Blutzuckers (zittrig, schwitzend, blass, verwirrt);
- Stürze, Blutungen, Vitalzeichen weit von der Norm, sehr geringe Urinausscheidung;
- eine plötzliche Veränderung gegenüber dem üblichen Essen, Trinken, Gewicht oder Verhalten des Bewohners;
- jedes Zeichen von Missbrauch, Vernachlässigung oder Verletzung.
Dokumentiere nur Pflege, die du tatsächlich geleistet hast, und zwar nach der Durchführung. Einen Fehler auf Papier korrigierst du mit einem Strich, deinen Initialen und dem Datum.
6Ein durchgerechnetes Beispiel
Schwere Fragen beschreiben eine Situation und fragen, was die Pflegehilfskraft zuerst tun sollte. Versuche, die Maßnahme zu wählen, bevor du jeden Schritt öffnest.
Durchgerechnetes BeispielDu findest Frau Ortiz, die Diabetes hat, auf dem Boden ihres Badezimmers sitzend. Sie ist wach, aber blass und schwitzt, und sie sagt: „Mir geht es gut, hilf mir nur auf, bevor die Pflegefachkraft es sieht.“ Was tust du?
1Sie ist wach und atmet, also ist das keine Wiederbelebungssituation. Sie kann trotzdem verletzt sein, und blasse, schweißige Haut bei einer Bewohnerin mit Diabetes kann auf einen niedrigen Blutzucker hindeuten.
2Ein verdeckter Knochenbruch oder eine Kopfverletzung ist möglich. Halte sie ruhig und bequem und hebe sie nicht auf, auch wenn sie dich darum bittet.
3Nutze die Rufanlage oder rufe um Hilfe. Bleibe bei ihr; sie allein zu lassen könnte zu einem weiteren Sturz oder einem übersehenen Notfall führen.
4Sage der Pflegefachkraft, wie du sie gefunden hast, dass sie blass ist und schwitzt, und ihre genauen Worte. Nachdem die Pflegefachkraft sie beurteilt hat, hilf ihr nach Anweisung beim Aufstehen und dokumentiere den Sturz.
Antwort Bleibe bei der Bewohnerin, halte sie ruhig, rufe sofort die Pflegefachkraft und melde deine Beobachtungen. Der Wunsch der Bewohnerin ändert nichts an deiner Pflicht, einen Sturz zu melden.
7So sehen Prüfungsaufgaben aus
- Leicht (wichtige Fakten): normale Vitalzeichen, Positionen wie die Fowler- und die Sims-Lagerung, Schritte der Händehygiene, Arten von Missbrauch, Messen von Ein- und Ausfuhr.
- Mittel (die Aufgabe richtig ausführen): wie man die Atemzüge zählt, einen Rollstuhl platziert, einem bewusstlosen Bewohner die Mundpflege gibt oder eine Urinprobe gewinnt und wie man auf einen Bewohner mit Demenz reagiert.
- Schwer (Szenarien): was zuerst zu tun oder zu melden ist: ein Sturz, Ersticken, Zeichen eines Schlaganfalls, ein möglicher Missbrauchsfall, eine Bitte außerhalb deines Aufgabenbereichs.
Wähle bei Szenariofragen die Antwort, die den Bewohner schützt, seine Rechte respektiert und die Pflegefachkraft einbezieht. Hüte dich vor Antworten, in denen die Pflegehilfskraft allein außerhalb ihrer Rolle handelt, ein Geheimnis bewahrt oder abwartet.
Diese Übung deckt nur den schriftlichen (Wissens-)Teil der Prüfungen für Pflegehilfskräfte ab. Der Fertigkeitentest, bei dem du vor einem Prüfer Pflege durchführst, muss in deiner Ausbildung praktisch geübt werden.
Selbsttest Eine Bewohnerin sagt dir, sie habe ein Druckgefühl in der Brust, bittet dich aber, die Pflegefachkraft nicht zu stören. Was tust du?
- Bei ihr bleiben und sofort die Pflegefachkraft holen
- Es aufschreiben und am Ende der Schicht melden
- Ihr beim Gehen helfen, um zu sehen, ob es nachlässt
- Ihren Wunsch respektieren und in einer Stunde nochmals nachsehen
Antwort: Bei ihr bleiben und sofort die Pflegefachkraft holen. Brustschmerz kann ein Herzinfarkt sein und muss sofort gemeldet werden, was auch immer der Bewohner verlangt. Abwarten oder Gehen könnte es verschlimmern.
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